Golf-Ausstatter 2012: TaylorMade prescht nach vorn
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TaylorMade auf der Überholspur

Im Jahr 2012 haben fast alle großen Golf-Marken Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Nur TaylorMade prescht nach vorn.

TaylorMade-Driver
TaylorMades Kerngeschäft: Golfschläger. (Foto: Getty)

Als TaylorMade dieser Tage die Geschäftszahlen für das vergangene dreiviertel Jahr bekannt gab, dürfte dem einen oder anderen CEO der Konkurrenz die Kinnlade heruntergeklappt sein.

Während es beim Gros der Wettbewerber zum Teil katastrophal ausschaut, überspringt TaylorMade spielend die Milliarden-Umsatzhürde und steigert sein Geschäft um über 30 Prozent zum Vorjahr. Nie zuvor war der Verdrängungswettbewerb, insbesondere auf dem gesättigten europäischen Golfmarkt, derart brisant.

Callaway freut sich über 'nur' 14 Prozent Verlust

Zum Vergleich: Callaway, als ernstzunehmender Konkurrent, verzeichnet einen Nettoverlust von 86 Millionen US-Dollar und freut sich paradoxerweise ein Loch in den Bauch. 14,6 Prozent schwächere Quartalszahlen scheinen in Carlsbad als Erfolg durchzugehen. Und um das große Glück perfekt zu machen, konnte Callaway in Japan sogar ein Umsatzplus erwirtschaften.

In puncto Equipment könnte sich das schnell in Richtung einer Monokultur entwickeln. Während immer mehr alteingesessene Hardware-Hersteller am Hungertuch nagen oder wie Ben Hogan oder Mac Gregor in der Bedeutungslosigkeit verschwunden sind, prescht insbesondere TaylorMade unaufhaltsam nach vorne.

Wer betriebsintern kein zweites gewinnbringendes Standbein in die Waagschale werfen kann, flüchtet sich unter den 'Rettungsschirm' in Form von Firmenzusammenschlüssen. Alternativ wird man wie im Falle von Adams Golf oder Aldila einfach geschluckt und bei TaylorMade beziehungsweise Mitsubishi Rayon USA in die Liste der Marken des Hauses eingegliedert.



TaylorMade gibt den Takt vor

Betrachtet man die Marketingkonzepte der einzelnen Hardware-Anbieter etwas genauer, stößt man auch an diesem Punkt zwangsläufig auf TaylorMade und könnte eine Brücke zu Erfolg bzw. Misserfolg des großen Ganzen schlagen. Ein aggressives aber vor allem mutiges sowie flächendeckendes Auftreten zwingt die direkte Konkurrenz zum Handeln und erweckt oftmals den Eindruck, der Markt orientiere sich am von TaylorMade vorgegebenen Trend. Insbesondere in diesem Unternehmenspart scheinen die Anbieter ihre Hausaufgaben nur schlampig erledigt zu haben. Zugpferde wie die gute alte Big Bertha verschwinden von der Angebotspalette und werden durch unausgegorene Materialmixexperimente ersetzt.

TaylorMade sieht sich einem einzigen Konkurrenten gegenüber: Nike

Lediglich Nike gibt derzeit neben dem Powerseller TaylorMade ein deutliches Lebenszeichen von sich. Der amerikanische Sportriese sorgt nicht nur mit der neuartigen Schlägerserie VR_S Covert für Schlagzeilen. Der im Raum stehende Zehnjahresvertrag mit der aktuellen Nummer eins der Welt erweckt auch totgeglaubte Nike-Fans zu neuem Leben. Die Gruppendynamik ist etwa mit einer Produkteinführung bei Apple vergleichbar: Viel Begeisterung, viel Aufmerksamkeit, vielversprechende Aussichten für Nike Golf.

Aber nicht nur das. Golfinfizierte weltweit sind geködert von den Sympathien und den großen Erfolgen des Rory McIlroy. So richtet sich das Augenmerk bereits deutlich vor einem möglichen Vertragsabschluss auf den "Swoosh" und stiehlt TaylorMade zumindest etwas die Show.