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Siegreichster Engländer der PGA Tour: Justin Rose überflügelt Faldo

Scotts Flirt mit dem Faltstuhl, die Farbe des Tigers, „Monty‘s Pythons“ und die Dollarschwemme bei der Players. Die Back Nine.

Justin Rose bejubelt seinen Sieg bei der Farmers Insurance Open 2019. (Foto: Getty)
Justin Rose bejubelt seinen Sieg bei der Farmers Insurance Open 2019. (Foto: Getty)

Ausnahmestellung: Dank des Siegs in Torrey Pines darf sich Justin Rose ein besonderes Label an die Brust heften. Der 38-Jährige ist nunmehr siegreichster Engländer der Golfmoderne auf der PGA Tour, die Farmers Insurance Open war sein zehnter Erfolg, damit überflügelte er Landsmann Sir Nick Faldo. Zur Marke des erfolgreichsten Engländers fehlen Rose trotz des Olympiasiegs von Rio 2016 allerdings noch ein paar Majors, seiner US Open von Merion 2013 stehen drei Masters- und drei British-Open-Triumphe von Faldo gegenüber. Und mit insgesamt 41 Profisiegen hat Faldo gegenüber Roses 24 ohnehin noch deutlich die Nase vorn.

Bemerkenswert freilich ist, dass Rose mit seinem jüngsten Auftritt auch den Materialwechsel schon erfolgreich umgesetzt hat. Der Olympiasieger ist bekanntlich offiziell mit dem Jahreswechsel von TaylorMade zu Honma gewechselt und spielt einen Prototypen-Eisensatz sowie den Driver der T//World-Serie der japanischen Edelschmiede. Gemeinhin dauern unter Turnierbedingungen solche Umstellungen länger; Rory McIlroy Wechsel von Titleist zu Nike und die langwierige Gewöhnung dürften noch in guter Erinnerung sein.

Den Sieg widmete Rose übrigens seinem etatmäßigen Caddie Mark Fulcher, der momentan nach einem erfolgreichen Eingriff am Herzen in Rekonvaleszenz ist und einstweilen von Henrik Stensons „Ex“ Gareth Lord vertreten wird. Der darf sich auf Anhieb über einen 10-Prozent-Anteil am 1,278 Millionen-Dollar-Preisgeld für seinen neuen Chef freuen.

Haotong Li: Teurer Verstoß gegen neue Regeln

Regelopfer: Die Gewohnheit hat Titelverteidiger Haotong Li bei der Dubai Desert Classic rund 90.000 Euro an Preisgeld gekostet. Der Chinese erhielt auf dem 72. Loch zwei Strafschläge, weil er sich beim Putten von seinem Caddie Mike Burrow ausrichten ließ. Nach der Reform der Golfregeln ist das nämlich verboten (10-2 b). Die Strafschläge machten aus dem Birdie ein Bogey und warfen Li vom geteilten dritten auf Platz T12 zurück.

Derweil hatte Adam Scott in Torrey Pines bei der Jagd auf Spitzenreiter Justin Rose Glück, als sein Ball nach einem verirrten Abschlag vom Faltstuhl eines Helfers davon abgehalten wurde, über die Klippe ins Aus zu springen. Es half dem Australier indes nichts, Scott beendete die Farmers Insurance Open auf Platz zwei.



What a bounce for Adam Scott. #QuickHits pic.twitter.com/yWMyGUifpq

— PGA TOUR (@PGATOUR) 27. Januar 2019

DeChambeau und seine Pre-Shot-Routine

Der „Mad Scientist“ in Aktion: Mit der Dubai Desert Classic hat Bryson DeChambeau seinen vierte Turniersieg in den vergangenen neun Starts eingefahren, das ist eine beeindruckende Quote. Nicht minder beeindruckend ist, wenn man dem Texaner und seinem Caddie Tim Tucker bei der Pre-Shot-Routine zuhört. Da wird über Luftdruck und die davon beeinflusste Flugbahn des Balls räsoniert, es hagelt kryptische Zahlen und mathematische Berechnungen, dass man beinahe vom Zuhören schon Kopfschmerzen bekommt. Aber der Erfolg gibt DeChambeau recht:

 

Die Hemden-Aufregen von Fowler und Woods

Zeigt her eure Kleider: Gut, dass mit Bryson DeChambeau in Dubai und Justin Rose in Torrey Pines klangvolle Namen das sportliche Geschehen am Wochenende bestimmt haben, womöglich wär‘s in den US-Medien sonst bloß um Fragen des Kleidungsstils gegangen. Rickie Fowler sorgte nämlich, wie schon vergangenes Jahr, mal wieder für einen Aufreger, weil er am Freitag der Farmers Insurance Open mit losen Hemdzipfeln antrat. Dabei hatte sich der Kalifornier extra bei der PGA Tour die Genehmigung eingeholt, das Hemd nicht in den Hosenbund stopfen zu müssen.

 

Und falls sich jemand über Tiger Woods‘ unübliches, beinahe rosa wirkendes Hemd für die Finalrunde gewundert haben mag: Natürlich war es sein klassisches Sonntags-Rot, halt nur in der Variante „Gym Red“ und von den Kameras etwas verzerrt. So jedenfalls hat es sein Kumpel Notah Begay III angesichts zahlreicher besorgter Anfragen klargestellt. Probleme gibt‘s ...

 



Montgomerie als Schlangenbeschwörer

Komisches Talent: Colin Montgomerie ist bei weitem nicht der griesgrämige Typ, als den man ihn gemeinhin von den Fairways kennt, sondern ein leutseliger Mensch mit viel Humor. Und überdies offenbar ein talentierter Schauspieler. Denn das „Content Committee“ der European Tour hat erste Ergebnisse geliefert. Tommy Fleetwood, Henrik Stenson, Lee Westwood, Thomas Björn und Eddie Pepperell hatten sich bekanntlich überlegt, den immer gleichen viralen Videos mal eigene Inhalte entgegen zu setzen. Den Anfang machte Stensons Idee, Colin Montgomerie über die größten Schlangen berichten zu lassen, denen der Schotte im Lauf seiner Karriere begegnet ist. Und klar, der Titel lehnt sich der legendären britischen Komikertruppe an; hier sind sie also: „Monty‘s Pythons“:

Players-Preisgeld auf 12,5 Millionen geschraubt

Dollarschwemme: Die PGA Tour hat das Preisgeld für ihr Flaggschiff-Turnier auf ein beinahe absurdes Niveau geschraubt. Bei der Players Championship im März im TPC Sawgrass wird demnach um einen Prämientopf von insgesamt 12,5 Millionen Dollar gespielt. Das sind 1,5 Millionen Dollar mehr, als 2018 verteilt wurden. Der Sieger allein erhält einen Scheck über 2,25 Millionen Dollar. Bestdotiertes Turnier im Tour-Reigen war bislang die US Open mit zwölf Millionen Dollar.

Arbeit geschwänzt: „Anonymus“ beim Golfturnier

Fundstück: Wenn du eigentlich auf der Arbeit sein solltest, aber klammheimlich bei einem Golfturnier mitspielst und da auch noch einen der vorderen Plätze belegst, dann sieht das auf der Ergebnisliste eventuell so aus (entdeckt auf der Facebook-Seite des Carnoustie Country):

 

Illegale Arbeiter in Trump-Golfclub

Anrüchig: Im Trump International Golf Club in Westchester/New York sind am Wochenende zwölf Mitarbeiter des Greenkeeping-Teams gefeuert worden, die illegal in die USA eingewandert sind. Vor dem Hintergrund, dass Präsident Donald Trump im Streit um seine geplante Mauer an der Grenze zu Mexiko mit dem „Shut down“ gerade die US-Verwaltung für 35 Tage lahm gelegt hat und seiner generellen Tiraden gegen Immigranten hat die Angelegenheit ein ziemliches „G‘schmäckle“. Die fraglichen Arbeiter waren teils länger als zehn Jahre bei dem Trump-Golfclub beschäftigt; einer von ihnen, der Mexikaner Gabriel Sedano, sagte gegenüber dem TV-Sender NBC, er habe im Lauf seiner fast 15 Jahre beim Club mehrfach mit Trump selbst gesprochen und sei sicher, dass dieser von den unregistrierten Arbeitern in seinen Golfclubs wisse. Der Anwalt Anibal Romero aus New Jersey behauptete gegenüber dem Nachrichtendienst AP, der Golfclub habe die illegalen Einwanderer wissentlich eingestellt, spricht von Zwangsarbeit sowie der Beschaffung falscher Papiere und will eine Untersuchung gegen die Trump-Golforganisation anstrengen.

Mit der Schippe aus dem Sand

Zum Schluss: Eine Schaufel, ein Bunker – was fällt einem da als Erstes ein? Sand schippen, richtig! Doch die Schaufel lässt sich auch prima für einen gelungen Bunkerschlag nutzen, bloß gewusst wie!



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