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Qualifying School – Wie funktioniert die Knochenmühle?

Ab heute geht es in die vorletzte Runde der Qualifying School. Das Prozedere, das die jungen Profis durchlaufen müssen, ist hart.

Das Finale der Qualifiying School im letzten Jahr, aus dem u.a. Bernd Ritthammer und Branden Grace hervorgingen. (Foto: Getty)

Das Finale der Qualifiying School im letzten Jahr, aus dem u.a. Bernd Ritthammer und Branden Grace hervorgingen. (Foto: Getty)

Es ist ein bekanntes Prozedere aus der Schulzeit: Der Schüler XY hat über das Schuljahr verteilt nicht die gewünschte Leistung erbracht und wird somit nicht in die nächste Klasse versetzt. Es sei denn, ja es sei denn - er haut sich die Sommerferien um die Ohren, geht zur Sommerschule und erbringt eine Extra-Leistung, die ihn wiederrum für die nächste Schulklasse „qualifiziert“.

Ähnlich verhält es sich mit dem Zugang zu den exklusivsten Golf-Profi-Touren, der PGA-, der European- und der LPGA-Tour. Wer dort mitmischen will, sich aber nicht über die erforderlichen Ranglisten entsprechend platzieren konnte, muss zur Sommerschule.

Über die Qualifying School auf die European Tour

Die Sommerschule im Golfsport nennt sich natürlich nicht Sommerschule, sondern Qualifying School oder abgekürzt „Q-School“. Die Qualifying School findet auch nicht im Sommer, sondern zum Ende der Golfsaison im Herbst statt. Dabei sind die Modi bei den größten Herren- (PGA und European) und Damen-Touren (LPGA) hochkompliziert. Der Qualifikationswettbewerb wird von vielen Experten gerne als 'Höllenritt' bezeichnet. Einfach scheint der Gang durch die Qualifying School also keineswegs.

Wenn Kieffer doch noch in die Q-School muss, kann er aufgrund seines hohen Rankings im Challenge-Tour-Ranking gleich in die Final Stage einsteigen. (Foto: RDI Sports)

Kieffer nahm den direkten Weg

Für den 22-jährigen Nachwuchsgolfer Maximilian Kieffer ist die Q-School in diesem Jahr nicht mehr interessant: Der Düsseldorfer war in dieser Saison auf der zweitklassigen Challenge Tour unterwegs und hat sich beim Saisonfinale Ende Oktober auf direktem Wege die European-Tourkarte gesichert.



Die Deutschen, die diesen Sprung nicht geschafft haben - darunter Sebastian Buhl und Nicolas Meitinger - sind jedoch alle dabei. Daniel Wünsche, der derzeit auf der drittklassigen EPD-Tour aktiv ist, könnte sogar der komplette Durchmarsch in die European Tour gelingen.

Drei Qualfiying Stages

Die European Tour Qualifying School läuft faktisch in drei Qualifying Stages ab. Teilnehmen dürfen alle Amateure, die ein Handicap von Null oder besser aufweisen. Um die rund 1000 jährlichen Bewerber zu organisieren, sind die ersten beiden Stages in mehrere Turniere (Sections) aufgeteilt. Die zweite Stage erreichen maximal 310 Teilnehmer, die finale Stage ist auf 80 Teilnehmer begrenzt, wobei die Top-25-Platzierten der Final Qualifying Stage die "eingeschränkte" Spielberechtigung für das folgende Jahr auf der European Tour erhalten.

Eingeschränkt werden die qualfizierten Golfer durch Kategorie 11b. Das hat folgenden Hintergrund: Die Felder der Turniere der großen Touren werden nach Prioritäten bestückt. Wer die höhere Kategorie besitzt, wird vor jemandem mit einer niedrigeren Kategorie berücksichtigt. So kann es passieren, dass eigentlich qualfizierte Golfer bei finanziell attraktiven Events (z.B. BMW Masters in Shanghai) mit vielen Stars nicht antreten dürfen.



Dieser Weg wird kein leichter sein...

Der Weg in die European Tour ist steinhart: Wer sich durch die zwei Stages gekämpft hat, genießt das Privileg, bei der Final Qualifying Stage mitwirken zu dürfen. Die entscheidende Final Qualifying Stage der European Tour findet in der Regel über - scheinbar - unendlich lange sechs Runden auf dem Tour und auf dem Stadium Course von PGA Catalunya in Girona, Spanien statt. Aufgrund dieser zeitlich langen Dauer hat die Qualifying School auch ihren zweifelhaften Ruf.

Für den Golfer ist neben Ausdauer und Unnachgiebigkeit ein hohes Maß an Konzentration gefragt. Mit einer Energieleistung ist der Sprung unter die "Absolventen" der Q-School schließlich machbar. Am Ende steht die „Versetzung“ in die European Tour. Neben den Q-School-Absolventen sind die ersten 20 der Challenge Tour Geldrangliste (aktuell u.a. Kieffer) und die ersten 115 des Race to Dubai (Geldrangliste der European Tour) für die European Tour spielberechtigt.

Caroline Masson ist auf dem Weg in die LPGA. Dafür muss sie nur noch die Final Stage überstehen. (Foto: Getty)

Masson beißt und hofft

Mitten in dieser Knochenmühle steckt derzeit auch die beste deutsche Golferin auf der European Tour (LET) – Caroline Masson aus Gladbeck. Die 23-Jährige will in der nächsten Saison an der LPGA-Tour (Ladies Professional Golf Association) – der U.S.-Golf-Serie für Frauen teilnehmen. Der Modus sieht hier ebenfalls drei Qualifikationsrunden vor, die allesamt in Florida, USA, stattfinden.





Masson darf noch auf das begehrte Ticket hoffen: Bei der zweiten Stage des Qualifikationsturniers der LPGA in Venice im US-Bundesstaat Florida erreichte die Gladbeckerin mit insgesamt 288 Schlägen einen beachtlichen 16. Platz. Damit gehört sie zu den 70 bestplatzierten Spielerinnen dieser zweiten Turnierrunde, die vom 28. November bis 2. Dezember in der dritten Stage der Qualifikation zur LPGA über insgesamt 90 Löcher antreten dürfen. Die abschließend 40 Besten erhalten eine Spielberechtigung zur LPGA-Tour 2013. Caroline Masson wird noch einen langen Atem beweisen müssen – doch sie ist auf einem guten Weg.

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