PuttView: Deutsches Golf-Start-Up erobert den globalen Markt
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PuttView: Deutsches Golf-Start-Up erobert den globalen Markt

PuttView, die revolutionäre Trainingstechnologie von Lukas Posniak und Christoph Pregizer erobert die Golfwelt und begeistert Stars wie Bryson DeChambeau.

Mit ihrer Putttechnologie revolutionieren Lukas Posniak und Christoph Pregizer den Golfmarkt. (Foto: PuttView)
Mit ihrer Putttechnologie revolutionieren Lukas Posniak und Christoph Pregizer den Golfmarkt. (Foto: PuttView)

PuttView, das innovative Trainingssystem aus Deutschland, erobert den globalen Markt. Mit seiner Augmented-Reality-Technologie revolutioniert es das Putttraining, indem es Golfern bei einem der schwierigsten Aspekte des Golfspiels hilft: der Visualisierung von Putts. Für ihre Idee und ihr Produkt sind Lukas Posniak und Christoph Pregizer, die beiden Gründer des Start Ups Viewlicity, das hinter PuttView steht, bereits mehrfach ausgezeichnet worden. Golf Post hat die beiden zu Ihrem einzigartigen Produkt befragt.

Was ist PuttView?

PuttView ist ein System, bei dem das Grün gescannt und ein 3D-Modell gespeichert wird. So können Parameter für den perfekten Putt berechnet werden. Augmented Reality bedeutet soviel wie "erweiterte Realität", die Realität wird durch zusätzliche Informationen erweitert. Dafür wird über einen Beamer die ideale Puttlinie für den Spieler sichtbar auf das Grün projiziert. Christoph Pregizer bezeichnet es als eine "visuelle Umgebung für das Putttraining". PuttView gibt Hilfestellung bei allen Aspekten, die man für einen erfolgreichen Putt braucht: Es hilft, das Break zu lesen, gibt die Startrichtung an und auch die Geschwindigkeit. Besonders das Training der Geschwindigkeitskontrolle macht PuttView zu einer besonderen System. "Es ist das einzige Trainingssystem, dass die Geschwindigkeit des Balles beim Putten anzeigen kann", erklärt Lukas Posniak. Was PuttView auf dem Grün zeigt ist das, was sich idealerweise im Kopf des Spielers vor dem Putt abspielen sollte. Wenn der Spieler ein konkretes Bild im Kopf habe, wie der Putt auszuführen sei, gelinge ihm das meistens auch erfolgreich, sagt Pregizer. "Es ist quasi 'brain training'."

Bryson DeChambeau: "PuttView ist das Beste, was es gibt"

Die revolutionäre Trainingstechnologie wird in der Golfwelt mit Begeisterung angenommen. "Einer unserer ersten Kunden in den USA war Bryson DeChambeau. Das war ein absolutes Highlight. Wir arbeiten nach wie vor eng mit ihm zusammen und haben uns sehr darüber gefreut, wie er sich verbessert hat." Der "Golfprofessor" zeigt sich begeistert von PuttView. "Was visuelle Hilfsmittel angeht, ist es das Beste, was es gibt", sagt er über das System. Auch Maximilian Kieffer ist ein Fan, er hat sich PuttView sogar in seinem Wohnzimmer aufgebaut.

Das Feedback aus dem Profibereich freut die beiden Gründer. "Es ist toll zu sehen, dass unser System von Leuten aus dem Spitzenbereich eingesetzt wird, sowohl von Spielern als auch von Trainern." Zu den Partnern von Viewlicity gehören unter anderem zwei der renommiertesten Golftrainer, David Orr und Phil Kenyon, der mit Justin Rose, Rory McIlroy, Francesco Molinari und Henrik Stenson einige der besten Spieler der Welt betreut.


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Posniak und Pregizer verbindet eine enge Partnerschaft mit ihren Kunden, die auch darauf beruht, dass beide Seiten voneinander lernen, selbst wenn das System eingerichtet ist und läuft. "Wir wollten unseren Kunden eine neutrale visuelle Toolbox an die Hand geben, ohne eine bestimmte Trainingsphilosophie. Es ist schön, wenn Kunden uns neue Seiten zeigen, wie man das Produkt nutzen kann." Jüngstes Beispiel dafür sei Golf Amplified, eine Trainingseinrichtung in den USA, die mithilfe der Sketch-Funktion, über die sich wie mit Paint Linien auf dem Grün einzeichnen lassen, einen Minigolfplatz auf dem Übungsgrün für das Kinder- und Jugendtraining errichtet haben.



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In den USA spielt die Musik

Es fing alles einmal ganz klein an. Seitdem die beiden ihr Produkt 2016 erstmals in der GolfLounge in Hamburg vorgestellt haben, ist viel passiert. "In einer Pilotphase haben wir intensiv mit dem Golfclub Velbert in Düsseldorf und der Gregor Tilch Golfakademie zusammengearbeitet und viel am System verbessert", erzählt Posniak. Ihnen sei aber schnell klar geworden, dass der deutsche Golfmarkt nicht der größte sei und hätten sich erst nach England und dann in die USA ausgebreitet. "Dort spielt die Musik."

Auf der PGA Show 2017 hätten sie wichtige Kontakte geknüpft und einige Monate später die ersten Systeme in den USA ausgeliefert. Ein wichtiger Schritt sei auch die Partnerschaft mit Full Swing Golf gewesen, ein Anbieter für Golfsimulatoren in den USA. "Wenn man genau hinschaut, ist deren System relativ ähnlich zu unserem. Sie benutzen auch einen Beamer, sind also zum einen mit der Technologie vertraut und haben zum anderen ein großes Vertriebsnetzwerk." Besonders fruchtbar sei die Kombination von PuttView mit Full Swings virtuellen Grün.

Weltweit seien Ende 2018 insgesamt 40 PuttView-Systeme im Betrieb, die Mehrheit davon in den USA. Posniak verdeutlicht, wie weit PuttView in den letzten Jahren gekommen ist: "2018 hatten wir mit unserem Partner einen gemeinsamen Stand auf der PGA Show, 2019 werden wir dort einen eigenen Stand haben."



Was birgt die Zukunft?

Das Ziel für 2019 ist weiter zu wachsen. "Wir kratzen bis jetzt eigentlich nur an der Oberfläche." Neben der weiteren Erschließung des amerikanischen Marktes stehen auch Australien und Asien auf Plan. "Mitte 2018 haben wir in Japan das erste System in Betrieb genommen. Aber auf den anderen Märkten wie Korea und China sind wir noch gar nicht vertreten."

Auch technisch stehen weitere Fortschritte für 2019 auf der Agenda. Zum einen solle das PuttView-System um ein wichtiges Modul ergänzt werden: Ball Tracking. "Bisher ist unser System nur eine theoretische Voraussage, eine Berechnung davon, was passieren muss, damit der Ball perfekt eingelocht wird. Mit dem neuen Modul kann nächstes Jahr zusätzlich zu der Vorhersage der Ball über eine Kamera getrackt werden. Wenn man einen Putt spielt, wird dann gleichzeitig die Ideallinie angezeigt und hinter dem gespielten Ball läuft eine Linie hinterher und zeichnet den Pfad nach. Den Vergleich der beiden Linien kann man zur Analyse nutzen und den Ursachen auf den Grund gehen, warum der Ball nicht auf der Linie war."

Zum anderen wollen die beiden PuttView aus dem Indoorbereich nach draußen bringen. "Es war von Anfang unserer Plan, das System mit Augmented-Reality-Brillen nach draußen auf den Golfplatz zu bringen." Ein Pilotprojekt dazu läuft bereits in Berlin, 2019 sollen noch mehr Leute damit ausgestattet werden.