Playoff bei der Open de Espana - der Sieg war zum Greifen nah
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Playoff bei der Open de España – der Sieg war zum Greifen nah

Längstes Playoff der European Tour? Neun Extra-Löcher wurden bei der Open de España gespielt, bis der Sieger feststand.

Das Stechen zwischen Jacquelin und Kieffer ging über neun Löcher. (Foto: Getty)

Es sollte eines der bisher längsten Playoffs in der Geschichte der European Tour werden, ein Kampf über zwei Stunden, neun Löcher und eine Menge Nerven, um den Sieger der Open de España 2013 zu küren. Par, Par, Par spielten die Kontrahenten auf dem 18. Loch. Immer und immer wieder. Ein Birdie-Putt musste das Turnier also beenden. Bis der gelang, das dauerte aufreibend lang.

Allerdings wurde nicht nur in Valencia der Sieger über neun zusätzliche Löcher bestimmt. Der Rekord wurde 1989 bei der Dutch Open aufgestellt. Auch hier überdauerte das Playoff neun Löcher, bis sich José Maria Olazábal gegen Roger Chapman und Ronan Rafferty durchsetzte. Damals war das Wetter so schlecht, dass Olazabal eine 40 auf Par 33 der Extra-Löcher spielte. Den Teilnehmer-Rekord bei den Playoffs teilen sich auch zwei Turniere. Jeweils sechs Kontrahenten spielten bei der Vino Verde Atlantic Open 1990 und der Alfred Dunhill Championship 2003 um den Sieg.

Drei Teilnehmer starten in die Playoffs

An diesem Wochenende in Valencia gingen drei Profigolfer mit 283 Schlägen (-5) nach der vierten Runde ins Stechen. Der Deutsche Maximilian Kieffer hatte sich nach seinem ersten enttäuschenden Turniertag beeindruckend gesteigert und trat so gegen den Chilenen Felipe Aguilar und den Franzosen Raphael Jacquelin an.


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Die drei Kontrahenten mussten alle Extra-Löcher an der 18. Bahn ausspielen - dass sie es am Ende ganze neun Mal spielen würden, war so sicher nicht beabsichtigt. Am ersten Extra-Loch legte Jacquelin mit einem tollen Drive in die Mitte des Fairways vor. Aguilar schlug seinen Ball ins Semi-Rough auf der linken Seite. Der 22-Jährige Kieffer behielt die Nerven, glänzte mit dem besten Abschlag des Trios und erspielte sich so einen Vorteil.

Seine Annäherung gerät dann allerdings etwas zu aggressiv und kommt erst rund fünf Meter hinter der Fahne auf dem Grün auf. Auch Aguilar nähert sich mit einem soliden Schlag auf fünf Meter dem Loch. Jacquelin schlägt ein Sandwedge auf das Grün. Keiner der drei Profis hat sich eine zwingende Birdie-Chance erspielt. Allerdings ist Kieffer gegenüber dem Chilenen leicht im Vorteil, da sein Ball auf der gleichen Putt-Linie liegt. Aguilar muss vorlegen und spielt den Ball zu weit links. Kieffer bleibt dagegen auf der Linie, spielt aber etwas zu kurz. Er locht Par ein. Jacquelins Birdie-Putt geht knapp rechts am Loch vorbei, auch er spielt Par, genauso wie Aguilar. Keine Entscheidung am ersten Loch.

So wurde das Playoff an dem Par4-Loch wiederholt. Jacquelin schlägt erneut als erster ab, gefolgt von Aguilar und Kieffer. Alle drei treffen das Fairway, der Drive des Ratingers war dieses Mal der Kürzeste. Sein Annäherungsschlag landet gut auf dem Grün, durch einen leichten Spin rollt er noch nach links und nähert sich so auf vier Meter der Fahne an. Auch Aguilar und Jacquelin bringen ihre Bälle in eine aussichtsreiche Position. Leichter Vorteil für Jacquelin, der am nächsten zum Loch liegt. Aguilar puttet zuerst, sein Putt ist fast perfekt, bleibt dann aber ganz knapp vor dem Loch liegen. Genauso ergeht es dem Franzosen. Nun hat Kieffer die Chance sich den Sieg am zweiten Loch zu sichern. Der Deutsche sieht den Ball schon im Loch, und dann rollt er doch haarscharf vorbei. Chance verpasst, alle spielen Par, das Stechen geht in die dritte Runde am 18. Loch.

Der erste Fehler: Einer weniger

Alle warten auf den ersten Fehler. Sowohl Jacquelin als auch Kieffer pfeffern ihre Bälle vom Abschlag ins Semi-Rough, der eine links, der andere rechts des Fairways. Nur Aguilars Drive findet das Fairway. Dann passiert es: Der Chilene verfehlt das Grün, der Ball landet an der Bunkerkante im Semi-Rough. Jacquelin spielt seinen Ball mit einem Sahne-Schlag dagegen einen Meter neben die Fahne aufs Green. Das Birdie und damit der Turniersieg scheint sicher. Vor allem als Max Kieffer die Annäherung nicht ganz so gut gelingt und sein Ball am Anfang des Grüns zur Ruhe kommt. Nur wahre Optimisten sehen für ihn hier eine Birdie-Chance. Und doch gelingt es ihm. Kieffer zaubert seinen Putt vom Vorgrün ins Loch. Damit hat er Jacquelin vorerst in die Suppe gespuckt, der auch seinen Birdie-Putt versenkt. Aguilar kann seinen Fehler dagegen nicht mehr ausbügeln. Sein Chip-In zum Birdie verfehlt das Ziel. Der Chilene scheidet nach dem dritten Loch aus dem Stechen aus. Da waren es nur noch zwei...

Das vierte Zusatzloch soll die Entscheidung bringen zwischen Kieffer und Jacquelin. Mit einem starken langen Abschlag erspielt sich der 22-Jährige einen Vorteil, während der Franzose seinen Drive etwas rechts neben das Fairway spielt. Dennoch nähert sich Jacquelin besser an das Loch an. Sein Ball liegt nur vier Meter von der Fahne entfernt. Kieffers Ball landet dagegen zu weit hinten und rollt durch die Neigung des Grüns noch weiter weg. Ein Birdie ist für beide schwierig, aber nicht unmöglich. Kieffer legt vor. Der Birdie-Putt sieht gut aus, streift das Loch, bricht dann aber nach rechts weg. Die Chance für Kieffer - leider vergeben. Auch Jacquelin spielt erneut Par.



Loch fünf: dem Sieg zum Greifen nah

Die beiden schienen es wirklich spannend machen zu wollen. Zum sechsten Mal in diesem Turnier standen sie nun am Abschlag des 18. Lochs. Während Jacquelin das Fairway trifft, scheinen bei Kieffer die Nerven ein wenig zu flattern. Er macht den ersten schlechten Schlag und platziert seinen Drive in den Fairwaybunker. Nun liegt der Ball hangabwärts, rund 140 Meter von der Fahne entfernt. Dies könnte der entscheidende Vorteil für den Franzosen sein. Kieffer trifft den Ball fett, der bleibt viel zu kurz und kommt rund 20 Meter vom Grün entfernt zum Liegen. Die Chance für Jacquelin, sich mit der Annäherung einen Birdie-Putt zu sichern. Aber auch sein Ball bleibt fünf Meter von der Fahne entfernt liegen. Ein schwieriger Birdie-Putt. Kieffer muss jetzt einen Chip so nahe wie möglich an die Fahne spielen, um zumindestens das Par zu erreichen. Der Chip ist gut. Zum Par fehlt noch ein guter Meter. Das ist machbar für Kieffer. Mit einem Birdie kann Jaquelin jetzt alles klarmachen. Unglaublich, der Putt läuft rechts vorbei, nur ein Par für den Franzosen. Kieffer muss jetzt die Nerven behalten und einlochen, um das Playoff fortzusetzen. Und er locht ein, Par für den Deutschen. Es geht in die nächste Runde.

Es ist nun schon das sechste Loch im Stechen, bei dem Jacquelin der erste Fehler unterläuft. Der 38-Jährige verzieht seinen Drive nach links, trifft einen Zuschauer und kann froh sein, dass der Ball zurückspringt und im Rough spielbar liegen bleibt. Kieffer platziert seinen Drive dagegen in einer guten Lage rechts im Fairway. Die Annäherung gerät allerdings zu lang, der Ball fliegt zu weit und bleibt zehn Meter hinter der Fahne liegen. Jaquelin kann sich gut aus seiner Situation retten. Seine Annäherung landet rechts neben der Fahne und bleibt ca. vier Meter vom Loch entfernt liegen. An dieser Stelle lag er schon zweimal im Stechen, konnte jedoch noch kein Mal von dort lochen. Kieffers Birdie-Putt war gut, geht aber nicht rein sondern bleibt rechts vom Loch liegen. Damit sichert sich der Ratinger ein sicheres Par. Für Jacquelin wiederholt sich die Geschichte erneut. Aus dieser Position locht er wieder nicht ein und spielt erneut Par. Es geht weiter mit dem siebten Playoff-Loch.

Der Sieg ist sicher - fast

Für die beiden Kontrahenten wird es immer schwieriger die Konzentration aufrecht zu erhalten. Beide verziehen ihren Abschlag. Jacquelins Drive landet weit rechts neben dem Fairway, mitten in einem Strauch von Eisblumen. Kieffer ruft sogar "Fore" hat aber Glück im Unglück und sein Ball liegt spielbar im linken Semi-Rough. Nun beginnt die Suche nach dem Ball des Franzosen. Die Fernsehkameras halten zuerst einen anderen Ball für Jacquelins, der liegt dann aber doch nicht so schlecht auf sandigem, spielbaren Untergrund. Jacquelin spielt ein 7er Eisen, der Ball landet auf dem Grün, rollt aber in den Grünbunker auf der linken Seite des Grüns. Kieffer antwortet mit einem tollen Schlag aus dem Semi-Rough. Seine Annäherung bleibt drei Meter vor der Fahne liegen. Der Franzose spielt sich gut aus dem Bunker heraus und hat eine Chance auf Par. Kieffer kann seinen Sieg mit einem Birdie-Putt nun eintüten, wenn er die Nerven behält. Aber leider war das gar nicht gut, der Ball bleibt links vom Loch liegen. Es läuft für beide, mal wieder, auf Par hinaus.

Zum achten Mal treten der Deutsche und der Franzose nun am 18. Loch zum Stechen an. Jetzt muss es doch mal eine Entscheidung geben. Beide Abschläge gelingen gut, die Profis platzieren ihre Bälle gut auf dem Fairway. Jacquelin hat noch 112 Meter zur Fahne, Kieffer noch gut 100 Meter. Jacquelin schlägt zuerst. Mit seinem Sandwedge nähert er sich bis auf zwei Meter an die Fahne. Kieffers Annäherung gerät einen Meter kürzer. Jacquelin ist nun im Vorteil. Ein Birdie-Putt würde das Turnier entscheiden. Der Putt des Deutschen sieht gut aus, er läuft auf der Putt-Linie entlang und könnte reingehen. Aber erneut Pech für Kieffer. Er bricht an der rechten Lochkante, erneut spielt der Ratinger Par. Nun kommt es auf den Franzosen an. Jacquelin hat erneut die Chance, das Turnier mit einem Birdie-Putt aus zwei Metern Entfernung für sich zu entscheiden. Aber auch er patzt und schiebt den Ball am Loch vorbei. Das Stechen bei der Open de España geht in die unglaubliche neunte Runde.



Die Entscheidung

Beide kennen den Abschlag an Loch 18 nun richtig gut und platzieren ihre Teeshots dementsprechend aussichtsreich auf dem Fairway. Jaquelin wieder mit einem tollen Annäherungsschlag. Der Ball landet kurz hinter der Fahne, spinnt noch ein wenig und bleibt einen guten Meter hinter dem Loch liegen. Kieffer kann nicht mithalten. Sein Schlag landet gute sechs, sieben Meter hinter der Fahne. Ein schwieriger Birdie-Putt für Kieffer, den er dann auch versemmelt. Der Putt bleibt viel zu kurz. Jacquelin versenkt dagegen seinen sicheren Birdie-Putt und gewinnt die Open de España nach einem spannenden Stechen über zwei Stunden am neunten Loch des Playoffs.



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