McIlroy meckert übers Set-up: „Spiele 15 unter Par und werde bloß 30.“
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McIlroy meckert übers Set-up: „Spiele 15 unter Par und werde bloß 30.“

Cameron Champ ist emotional und Victor Perez ortskundig, Dustin Johnson ist für „Rors“ und Adam Scott für Tiger. Die Back Nine.

Unzufrieden mit seiner Platzierung: Rory McIlroy. (Foto: Getty)
Unzufrieden mit seiner Platzierung: Rory McIlroy. (Foto: Getty)

Schlechter Verlierer? Allzu gern hätte Rory McIlroy mit seinem Vater Gerry anlässlich dessen 60. Geburtstag die Teamwertung der Alfred Dunhill Links Championship gewonnen – und die Profi-Entscheidung sowieso. Doch als Duo mussten sich die beiden McIlroys dem Paar TommyFleetwood/Ogden Phipps geschlagen geben, und im „Einzel“ reichte es bei -15 nur zum geteilten 26. Platz. Vielleicht lag es ja am Frust, das „Rors“ hernach kräftig in Richtung European Tour auskeilte. „Ich denke, die Plätze sind in ihrem Turniertrimm nicht schwierig genug. Schlechte Schläge werden nicht besonders bestraft. So wird gutes Golf auch nicht besonders aufgewertet“, meckerte McIlroy: „Strategie, Kursmanagement und ,Shot Making‘ sind bedeutende Aspekte im Turniergolf, aber sie verlieren bei den derzeitigen Set-ups schleichend an Bedeutung, und das weltweit. Ich wünsche mir jedenfalls, schwierigere Bedingungen – auch im Hinblick auf die jüngeren Spieler, die so was gar nicht mehr lernen. Dabei wäre es gut für das Spiel und für das künftige Reservoir an Ryder-Cup-Spielern und unsere Chancen im Kontinentalwettbewerb.“ Und ein bisschen eigennützig ist die Kritik auch: „Ich bin es ziemlich leid, 15 unter Par zu schießen,“ spielte „Rors“ auch auf auf die Scottish Open oder Wentworth an, „um dann damit doch bloß 30. zu werden.“

Cameron Champ: Sieg für todkranken Großvater

Emotionaler Erfolg: Cameron Champs Triumph bei der Safeway Open war mehr als nur der zweite Titel auf der PGA Tour und ein siebenstelliger Siegerscheck. Der 24-Jährige spielt im Silverado Resort auch für seinen Großvater Mack Champ, der Magenkrebs im Endstadium hat und sich bereits in einem Hospiz befindet. Im nicht allzu weit entfernten Sacramento verfolgte der Senior via TV die Schläge seines Enkels, den er im Alter von zwei Jahren zum Golf gebracht hatte und der seine Schuhe jetzt mit „PaPa Champ“ beschriftet hatte. Nach dem siegreichen Putt fiel Cameron Champ erst seinem Caddie, dann seinem Vater weinend in die Arme; Jeff Champ hatte derweil den Großvater am Telefon. „Wir wollen meinem Opa die letzten Tage so angenehm wie möglich machen und so viel Zeit wie möglich mit ihm verbringen“, sagte der Sieger später. „Deswegen wird dieser Erfolg hier und in dieser Zeit auch für immer der bedeutendste Moment meiner Golfkarriere sein.“

Victor Perez: Aus Liebe zum Lokalmatador

Heimsieg: Er ist Franzose und in den Pyrenäen geboren, im ersten Jahr volles Mitglied auf der European Tour – nun hat Victor Perez mit der Alfred Dunhill Links Championship ein prestigeträchtiges Turnier gewonnen. Der Triumph des 27-Jährigen kommt freilich nicht von ungefähr, ist er doch so was wie ein Lokalmatador. Perez lebt nämlich seit einem Jahr in Schottlands viertgrößter Dundee direkt am Firth of Tay. Der Old Course in St. Andrews, Carnoustie und Kingsbarns sind wirklich nur einen Katzensprung entfernt. Eigentlich brachte die Liebe Perez nach Dundee, der seiner Freundin nahe sein wollte. „Das hat mich wirklich zum Linksgolf gebracht“, sagt der Franzose, dessen Umzug an die Ostküste sich jetzt auch sportlich ausgezahlt hat.

Dustin Johnson verteidigt McIlroy-Wahl

Comeback und mehr: Nach seiner Knie-Operation will Dustin Johnson im November zu Tiger Woods‘ Hero Challenge wieder ins Turniergeschehen einsteigen. Im Gespräch mit dem PGA Tour Radio auf „SiriusXM“ sagte der 35-Jährige, dass die Rehabilitation sehr gut verlaufe und er davon ausgehe, in ein paar Wochen wieder zum Schläger greifen zu können. In dem Interview befürwortete „D.J.“ auch die stark kritisierte Wahl von Rory McIlroy zum Spieler des Jahres auf der PGA Tour. In der Umfrage unter Kollegen hatte der Nordire den Weltranglistenersten Brooks Koepka hinter sich gelassen. „Rory hat öfter gespielt und gesiegt als er [Brooks Koepka], er war ein paar mal dich dran und dann kam halt auch noch der Gewinn des FedEx Cup. Letztendlich hat ihm das vermutlich den letzten Push gegeben“, sagte Johnson.



Ein wirklich unverzichtbares Golf-Utensil

WITB: Neues aus der Serie „What‘s in the Bag“. Dieses dezente Utensil hätte wohl jeder gern in der Golftasche, es ersetzt eine Menge Trainingshilfen und sonstigen Krempel, den man so mitschleppt. Wie man liest, hilft es beim Score ungemein:

Scott plädiert für spielenden Kapitän Woods

Gegnerische Ermunterung: Beim Presidents Cup in Royal Melbourne im November steht Adam Scott auf der anderen Seite, und trotzdem fände es der Australier ziemlich gut, wenn Tiger Woods als Playing Captain am Team-Wettbewerb zwischen den USA und dem außereuropäischen Rest der Welt teilnehmen würde. „Na klar wäre das wichtig“, sagte Scott. „Er ist Tiger. Es ist besser für das Event, wenn er spielen würde – selbst, wenn es nur zwei Matches sind. Aber er muss entscheiden, ob es auch besser für sein Team ist.“ Woods und sein Teamchef-Kontrahent Ernie Els entscheiden über ihre vier Picks nach der WGC – HSBC Champions; bis zum Presidents Cup hat der amtierende Masters-Champion freilich erst die Zozo Championship und maximal noch die Hero World Challenge bestritten. Sonderlich viel Spielpraxis ist das nicht.

Sam Torrance und sein Humor

Nachtrag: Sam Torrance (66) hat die Lust am Golf verloren und die Schläger an den Nagel gehängt; sein Humor ist dem schnauzbärtigen Schotten indes nicht abhanden gekommen. Die jüngste Kostprobe stammt von der BMW PGA Championship, als Jon Rahm auf dem Weg zum Start in die Finalrunde seine am ersten Tee wartende Verlobte Kelley Cahill küsste, und wird hiermit nachgereicht. Torrances trockener Kommentar: „Die Zuschauer hier sind so freundlich, es ist ganz wunderbar.“



Mit dem Rad auf die Rota

Rundreise: Der britische Golfprofessional Luke Willett, weder verwandt noch verschwägert mit Wentworth-Sieger Danny Willett, plant für Oktober eine besondere Herausforderung. Der Pro aus dem Londoner Hampstead Golf Club will im Lauf von zehn Tagen alle 14 Kurse der Open-Championship-Rota per Rad anfahren und spielen, dabei spenden für die nationale Wohltätigkeitsorganisation „Golf Foundation“ sammeln, die jungen Menschen den Einstieg ins Spiel ermöglicht. Die Rota-Rad-Reise am 18. Oktober in Carnoustie und führt über zehn Tage und 804 Meilen bis zum Royal St. George’s Golf Club in Kent, wo kommendes Jahr die 149. British Open stattfindet. Währenddessen wird Willett mit Nachwuchsspielern, Top-Amateuren, Professionals und Clubmitgliedern 252 Löcher zugunsten der guten Sache absolvieren. Der 34-Jährige ist auf der Insel als „The Iron Golfer“ bekannt, betätigte sich als Speedgolfer und hat bereits einige verrückten Aktionen gestartet.

Ach, wie schön war Golf doch im Sommer …

Das Letzte: Der Herbst ist da, mit Sturm und Regen, die Golfsaison 2019 erlebt hierzulande ihre Schlussakkorde. Da ist es gut, noch mal zurück zu schauen auf die unbeschwerten Tage im Sommer (nicht ganz ernst gemeint natürlich), als wir uns über Jacken, Mützen und Regenhosen noch keine Gedanken machen mussten und unbeschwert von Zwiebelprinzip und Funktionskleidung unserer Golfpassion nachgehen konnten. Ach ja, those were the Days:



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