Henrik Stenson: "Ich habe genug geleistet, um Ryder-Cup-Kapitän zu werden"
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Henrik Stenson: „Ich habe genug geleistet, um Ryder-Cup-Kapitän zu werden“

Henrik Stenson spricht im Interview über seinen körperlichen Zustand, die Zukunft und die Frage, ob er eines Tages Ryder-Cup-Kapitän wird.

Henrik Stenson feierte beim Ryder Cup bereits drei Siege als Spieler. Hat er auch das Zeug zum Kapitän? (Foto: Getty)
Henrik Stenson feierte beim Ryder Cup bereits drei Siege als Spieler. Hat er auch das Zeug zum Kapitän? (Foto: Getty)

Henrik Stenson ist eine der schillerndsten Figuren im Golfsport in ganz Europa. Seit fast 20 Jahren ist der 1976 in Göteborg geborene Schwede nun auf der European Tour unterwegs. Seinen ersten Sieg feierte er im Jahre 2001 bei der Benson an Hedges International Open, bevor er neun weitere Trophäen auf der Europen Tour holte, zwei davon sogar auf deutschem Boden bei der BMW International Open. Auch in den Staaten glänzte der Schwede mit insgesamt sechs Titeln auf der PGA Tour. Die größten Erfolge seiner Karriere gelangen ihm wohl im Jahre 2013, als er als erster Golfer in der Geschichte die Saisonwertung der PGA Tour, den FedEx Cup, im selben Jahr wie die Saisonwertung der European Tour, das Race to Dubai, gewann und im Jahre 2016, als er sich seinen ersten und bisher einziger Majortitel mit einer 63er Schlussrunde bei der Open Championship sicherte. Nun, mit 43 Jahren blickt Stenson auf eine beeindruckende Karriere zurück welche noch lange nicht beendet ist. Im Interview mit "nationalclubgolfer.com" stellt er sich unter anderem der Frage, ob er eines Tages Ryder-Cup-Kapitän wird.

"Ich bin ein besserer Golfer als vor 20 Jahren."

Trotz seiner mittlerweile sehr langen Golfkarriere ist Stensons Körper noch in einer ausgezeichneten Verfassung. Der 43-Jährige ließ seinen Körper kürzlich in London durchchecken und äußerte sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis. "Obwohl ich tausende und abertausende Bälle geschlagen habe fühlt sich mein Körper sehr gut an. Bis auf meine Operationen an den Knien und kleiner Probleme mit meinem Unterarmen bin ich sehr glücklich über meine körperliche Verfassung", berichtete Stenson.

Auch mit seinem aktuellen Leistungsvermögen scheint Stenson sehr zufrieden zu sein: "Ich bin jetzt ein besserer Golfer als vor 20 Jahren. Mit der Zeit büßt man zwar an Explosivität ein und verliert einige Yards, dies gilt es dann durch mentale Stärke zu kompensieren. Ich spiele deutlich cleverer als damals." Damals spielte er noch mit seinem legendären Holz 3, mit welchem er seine größten Erfolge feierte und damit zu Stensons Markenzeichen wurde. Von diesem trennte er sich jedoch vor einigen Monaten, alle Infos dazu gibt es hier:

Henrik Stenson und der Ryder Cup

Henrik Stenson und der Ryder Cup ist eine besondere Liebesbeziehung. Dreimal konnte der Schwede das prestigeträchtige Turnier mit Team Europa bereits gewinnen - 2006, bei seinem Debüt, lochte er sogar den entscheidenden Putt zum Sieg. Als mittlerweile 43-Jähriger stellt sich auch bei ihm die Kapitänsfrage. Für 2020 steht Padraig Harrington als Kapitän bereits fest, doch für die darauffolgenden Ryder Cups wird auch Stensons Name als Option für die Rolle als Kapitän ins Spiel gebracht.

"Ich würde es nicht ablehnen, wenn ich gefragt werde, aber gleichzeitig ist es nichts, wofür ich mich aktiv bewerben werde. Ich denke, ich habe genug geleistet, um Ryder-Cup-Kapitän zu werden, aber es gibt viele Kandidaten in meiner Altersklasse die ähnliches geleistet haben und nicht jeder von uns kann Kapitän werden", erklärte Stenson. Die anderen Namen, die neben Stenson als potentielle Ryder-Cup-Kapitäns-Kandidaten kursieren, sind unter anderem Justin Rose, Ian Poulter, Lee Westwood und Sergio Garcia.



Zusätzlich erklärt er, dass er noch eine Rechnung mit dem Ryder Cup offen hat: "Eine Sache, die ich beim Ryder Cup noch sehr gerne erreichen würde, ist ein Sieg auf fremden Boden. Ich habe bisher fünfmal am Ryder Cup teilgenommen, drei in Europa gewonnen und zwei in den USA verloren." Ob es dafür noch reicht, wird die Zukunft zeigen. An den Beispielen von Tiger Woods, Phil Mickelson und Bernhard Langer sieht man jedenfalls, dass man als Golfer auch im hohen Alter noch beeindruckende Erfolge feiern kann - wieso sollte sich nicht auch ein Henrik Stenon in diese Liste einreihen?