Der FedExCup und das Race to Dubai im Vergleich
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Der FedExCup und das Race to Dubai im Vergleich

Das finale Playoff im FedExCup steht an. Doch was ist in Amerika anders als beim Race to Dubai? Die wichtigsten Unterschiede.

Bill Haas gewann 2011 die Tour Championship und damit auch den FedExCup. (Foto: Getty)

Zu Beginn der Golfsaison hat jeder Profigolfer eine möglicherweise folgenschwere Entscheidung zu fällen. Er muss - sofern er sich in der vorherigen Saison die Spielberechtigung sichern konnte - entscheiden, ob er auf der  PGA Tour, der European Tour oder sogar auf beiden spielen möchte. Unabhängig vom Entschluss des Golfers bieten die PGA als auch die European Tour eine Wettkampfserie, in der es gilt, während der Saison eine möglichst hohe Anzahl an Punkten zu erspielen.

Die Finals zum Abschluss der Saison FedExCup und Race to Dubai

Die Begriffe FedExCup und Race to Dubai sind den wenigsten unbekannt, die sich schon einmal eingehend mit dem Thema Profigolf beschäftigt haben. Es handelt sich um die beiden berühmten Golfevents zum Ende der internationalen Golfsaison, denen die Spieler in höchster Erwartung entgegensehen - das Race to Dubai, das als Finalserie der European Tour gilt und der FedExCup, der von der US PGA ausgetragen wird. Hier einmal die wichtigsten Unterschiede zusammengefasst:

Beim FedExCup locken 10 Millionen Dollar Preisgeld bei der Race to Dubai nur knapp die hälfte.

Der FedExCup ist ein fester Bestandteil der PGA-Tour-Saison und in drei einzelne Komponenten aufgeteilt: Die FedExCup-Saison, die offiziell von Jahresanfang bis Mitte August stattfindet, die sich daran anschließenden vier Playoff-Events und die  abschließende PGA Tour Fall Series, die sich von September bis zum Jahresende zieht. Die Ergebnisse der Fall Series hatten bisher keine Relevanz für die Ermittlung des FedExCup-Siegers, denn entscheidend für den Sieg der Wettkampfserie war der Punktestand nach dem letzten Playoff-Event.

Für das Jahr 2013 sieht die PGA eine Änderung vor und verlegt die reguläre FedExCup-Saison, die traditionell von Januar bis Mitte September ging, auf Oktober bis August des darauffolgenden Jahres. Dadurch werden die Ergebnisse der bisher nicht relevanten Fall Series Turniere ab dem kommenden Jahr einen Einfluss auf die Rangliste des FedExCups haben. Somit wird sich der Stellenwert dieser Turniere für die Spieler ändern, denn  für jedes gespielte Turnier vergibt die PGA eine bestimmte Anzahl von FedExCup-Punkten, die am Ende der Saison aufaddiert werden, um den jährlichen FedExCup-Champion zu küren. Im letzten Jahr konnte sich der Amerikaner Bill Haas als Sieger feiern lassen und freute sich über das jährlich gleich hoch dotierte Preisgeld von 10 Millionen Dollar, das von FedEx gesponsort wird.

Die Rechtfertigung für die Höhe des Gewinns hängt mit dem eisernen Ziel der Veranstalter, die Attraktivität von Turnieren zu steigern und möglichst viele Profis zur Teilnahme am FedExCup zu bewegen, zusammen. Seit 2007, als der FedExCup zum ersten Mal als Saisonfinale in den PGA Kalender aufgenommen wurde, gibt es ein speziell entwickeltes Punktesysten das je nach Turnierklassifizierung eine unterschiedliche Menge an Punkten für den Sieger vorsieht. Der Gewinner eines regulären PGA Turniers beispielsweise erhält 500 Punkte auf sein FedEx-Cup-Konto gutgeschrieben und bei einem Sieg der ersten drei World Golf Championships noch einmal 50 Punkte mehr auf das FedEx. Die höchstmöglich zu gewinnende Punktezahl pro Turnier liegt bei 600 und wird bei einem Sieg eines Master Tournaments sowie bei der Belegung des ersten Rangs bei der The Players Championship, der U.S. Open Championship, der British Open und der PGA Championship vergeben.



Die Race to Dubai: Europa's wichtigstes Saisonfinale

Das Race to Dubai ist das europäische Pendant zum FedExCup. Im Jahr 2012 besteht die Wettkampfserie aus mindestens 46 Turnieren der European Tour, die in 25 verschiedenen Ländern stattfinden. Jeweils die 60 besten Spieler der Geldrangliste sind für das letzte und alles entscheidende Turnier, die Dubai World Championship (Das, Finale der Race to Dubai) spielberechtigt und sammeln dort Punkte um den ersten Platz im Race to Dubai.

Neben dem dotierten Preisgeld der Race to Dubai von 7,5 Millionen Euro, das vom Hauptsponsor der Race to Dubai Leisurecorp bereitgestellt wird, erhalten die Besten 15 Spieler des Race to Dubai zusätzlich eine Ausschüttung des Bonus-Preispools in Höhe von weiteren 7,5 Millionen Euro. Zusätzlich gibt es als weiteres Präsent für den Sieger des Race to Dubai die European Tourkarte mit einer Spielberechtigung für die nächsten 10 Jahre sowie die traditionelle Harry Vardon Trophäe.

Das erste Race to Dubai fand im Jahr 2009 statt, nachdem die European Tour Order of Merit von der neuen Bezeichnung für die Geldrangliste abgelöst wurde. Der damalige erste Sieger hieß Lee Westwood. Nachdem 2010 Martin Kaymer als Sieger des wichtigsten europäischen Turniers (Race to Dubai) hervorging, konnte sich im darauffolgenden Jahr der Engländer Luke Donald als Sieger der Race to Dubai feiern lassen.

FedExCup bietet mehr Anreize zur Teilnahme als die Race to Dubai

Der wesentliche Unterschied zum US PGA FedExCup ist, dass das Race to Dubai nicht im Playoff-Stil gespielt wird, sondern der Sieger nach der Anzahl der gespielten Turniere und der damit einhergehenden Summe von Punkten ermittelt wird. Desweiteren ist das dotierte Preisgeld der Sponsoren bei dem amerikanischen Äquivalent sehr viel höher angesetzt als bei der RAce to Dubai und schafft dadurch einen größeren Anreiz zur Teilnahme am FedExCup. Auch die Wahrscheinlichkeit für eine gute Platzierung in der Gesamtweltrangliste ist mit einer Teilnahme bei der PGA Tour deutlich größer, da größere Summen von Punkten an die Sieger verteilt werden.