European Tour: Martin Kaymers große Schwäche
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European Tour: Martin Kaymers große Schwäche

Trotz bestem Green-in-Regulation-Wert der Tour: Die Statistik der European Tour verrät, weshalb sich Martin Kaymer mit dem Erfolg derzeit schwer tut.

European Tour: Wo liegt Martin Kaymers Schwäche? (Foto: Getty)
European Tour: Wo liegt Martin Kaymers Schwäche? (Foto: Getty)

Martin Kaymers Leistung der vergangenen Saison präsentierte sich ziemlich unkonstant. Auf gute Wochen, in denen er Luft an der Spitze schnupperte folgten verpasste Cuts und umgekehrt. Sein letzter Turniersieg, die US Open 2014, ist inzwischen über fünf Jahre her. Auf der Suche nach Gründen wenden wir uns den Statistiken der European Tour zu, die interessante Fakten über das Spiel von Martin Kaymer verraten und darauf hindeuten, wo die Probleme des Mettmanners liegen.

Martin Kaymer trifft die meisten Greens in Regulation

Diese Probleme liegen eindeutig nicht zwischen Abschlag und Grün. Mitt 77,55 Prozent traf Martin Kaymer sogar mehr Greens in Regulations als seine Mitspieler und führt die Statistik an. Dieser Wert hat sich für Kaymer in dieser Saison stark verbessert. Seit 2009 schwankt der Wert für den Mettmanner sonst gewöhnlich zwischen 68 und 72 Prozent - auch keine schlechte Leistung und immer noch besser als der Tourdurchschnitt, nur legte er 2019 noch einmal ordentlich zu. Kaymers Drives sind etwas länger als der Tourdurchschnitt, seine Genauigkeit entspricht genau dem Durchschnittswert des Feldes.

European Tour Statistik zeigt Probleme beim Putten

Auffällig ist aber besonders eine Statistik: die Putts pro Runde. Hier rangiert Martin Kaymer mit 30,64 Putts weit unter dem Durchschnitt der European Tour. Der liegt bei 29,51 Putts, bedeutet also, dass Martin Kaymer über einen Putt pro Runde mehr braucht als seine Kollegen. Die Statistik führt Rafa Cabrera-Bello an, der Spanier benötigte im Durchschnitt nur 27,651 Putts pro Runde. Es zeigt sich außerdem ein Unterschied bei den Putts, die Kaymer macht, wenn er das Green in Regulation getroffen hat und wenn nicht. Trifft er das Grün in Vorgabe, liegt er nur minimal schlechter als der Durchschnitt, mit 1,79 Putts pro Green in Regulation. Der Durchschnitt des Feldes liegt bei 1,78 Putts. Selbst wenn man mitrechnet, dass sich die Differenz über die gesamte Runde addiert, ergibt dies keinen so großen Unterschied. In dieser Statistik liegt Kaymer auch immerhin noch auf dem 114. Rang. Mit seinen 30,64 Putts insgesamt liegt er jedoch nur noch auf dem 185. Rang. Das deutet daraufhin, dass die größten Probleme auf dem Grün entstehen, wenn er es schon nicht in Vorgabe getroffen hat.

Die Zahlen sahen 2018 zwar ähnlich aus, aber die Werte waren nicht immer so drastisch. 2017 beispielsweise lag Kaymer mit 29,84 Schlägen nur 0,25 Schläge über dem Durchschnitt und 2015 entsprach er mit 29,74 Putts pro Runde sogar genau dem Tourdurchschnitt. Während Kaymer in den letzten Jahren auf den Grüns nicht gerade verzauberte, zeigte er zu besseren Zeiten, dass es auch anders geht. Von 2009 bis 2012 waren seine Puttwerte besonders gut, mit nur 28,66 Putts pro Runde war 2009 in dieser Hinsicht seine beste Saison. Damals belegte er den 5. Platz im Puttranking der European Tour.

Was wäre, wenn...

Insgesamt liegt Kaymers Durchschnittsscore mit 70,01 Schlägen knapp einen Schlag unter dem des Feldes. Hier belegt er den 22. Rang auf alle Spieler gesehen, kein schlechtes Ergebnis. Man stelle sich vor, was mit nur einem Putt weniger pro Runde möglich wäre -  und selbst dann wäre Kaymers Puttleistung noch schlechter als die des Tourdurchschnitts.

Martin Kaymers denkwürdigster Putt



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1 LESER-KOMMENTAR Geben Sie jetzt Ihre Meinung zu diesem Thema ab
  1. Thomas Lueders

    zu: Martin Kaymers große Schwäche

    Das Hauptproblem ist, dass Martin Kaymer viel zu wenige Turniere spielt, und seit Jahren immer wieder das Problem hat, in den letzten drei Wochen alles „herumreissen zu müssen!“ Das zweite Problem ist seine Selbstzufriedenheit! Egal wie schlecht er spielt – 72, 73 oder 75 Schläge – er ist als einziger immer der Meinung, „dass er ja alles richtig gemacht hat!“ Komisch – die 110 Spieler die in der Weltrangliste vor ihm stehen – sehen ihr eigenes Spiel alle viel, viel kritscher als er!

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