European Tour: Jon Rahm siegt und tritt in Seves Fußstapfen
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European Tour: Jon Rahm siegt und tritt in Seves Fußstapfen

Jon Rahm gewinnt die DP World Tour Championship und das Race to Dubai 2019 in einem packenden Saisonfinale der European Tour.

Jon Rahm gewinnt Die DP World Tour Championship und das Race to Dubai der European Tour 2019. (Foto: Getty)
Jon Rahm gewinnt Die DP World Tour Championship und das Race to Dubai der European Tour 2019. (Foto: Getty)

Jon Rahm ist der Champion der European Tour 2019. Mit einem großen Sieg bei der DP World Tour Championship tritt er in die Fußstapfen von Severiano Ballesteros als zweiter spanischer Golfer, der die Saisonwertung der European Tour gewinnt. Tommy Fleetwood belegt bei der DP World Tour Championship sowie im Race to Dubai den zweiten Platz, für Bernd Wiesberger wird es nach einer großartigen Saison, aber nur einem 28. Rang beim Saisonfinale, der dritte Platz im Race to Dubai.

Jon Rahm gewinnt die European Tour Saison 2019

Jon Rahm startete in geteilter Führung in die finale Runde, aber schnell ergab sich der Eindruck, der Spanier wollte einen Durchmarsch hinlegen. Nach sieben Löchern lag er fünf Schläge unter Par und hatte einen Vorsprung von sechs Schlägen auf Mike Lorenzo-Vera. Doch zwei Bogeys brachten "Rahmbo" aus dem Tritt und eine schwache Phase zwischen den Löchern 8 und 15 bedeutete ein kontinuierliches Schrumpfen seines Vorsprungs. Nicht nur Lorenzo-Vera kam ihm auf der Jagd nach seinem ersten Turniersieg wieder näher, auch Tommy Fleetwood, die Augen auf den Gesamtsieg gerichtet, holte mit fünf Birdies auf den letzten sieben Löchern zu Rahm auf und teilte schlussendlich sogar die Führung mit dem Spanier, während dieser noch seine letzten Löcher spielte.

Somit benötigte Rahm ein Birdie zum Sieg von gleich zwei Titeln und insgesamt fünf Millionen Dollar Preisgeld, die Rekordsumme von drei Millionen Dollar für den Sieg der DP World Tour Championship und ein Bonus von zwei Millionen Dollar für den Gesamtsieg der Saison, ansonsten hätter er ein Playoff gegen Tommy Fleetwood riskieren müssen. Rahm lieferte ab wie es sich für einen European-Tour-Champion gehört, musste Tommy Fleetwood im Interview eingestehen.

"Ich wusste, dass ich eine 4, eine 3 und eine 4 brauche, um das Turnier zu gewinnen", sagte Rahm über die kritische Phase des Turniers. Dabei fühlte er sich an Jack Nicklaus erinnert, der vor dem Sieg der Open Championship in Muirfield ähnlich gerechnet habe.

"Wie oft träumt man davon, mit einem Birdie ein Turnier zu gewinnen", fragte sich der Spanier. Er habe die Chance gehabt, diesen Traum wahr zu machen. "Ich musste nie nach einer solchen Führung so um den Sieg kämpfen, umso froher bin ich, dass es hier so funktioniert hat." Rahm betonte aber auch, welch wichtige Rolle Pausen bei seinem Erfolg gespielt hatten. Seit seinem Sieg bei der Open de Espana hatte Rahm sechs Wochen lang pausiert und war erst für die DP World Tour Championship ins Turniergeschehen zurückgekehrt. Zusätzlich wird er für seine Leistung durch den dritten Platz in der Weltrangliste belohnt.

Bernd Wiesberger wird Dritter im Race to Dubai

Es war nicht die Woche, die wir uns von Bernd Wiesberger erhofft hatten. Zwar startete er als Führender des Race to Dubai in die DP World Tour Championship der European Tour, brachte beim großen Saisonfinale allerdings nur durchschnittliche Leistungen auf den Platz, so auch in der letzte Runde. Even Par, dazu eine schwache Phase nach dem Wechsel auf die Back Nine mit einem Doppelbogey und einem Bogey, stand schlussendlich auf seiner Scorekarte, aber auch davor schon fehlte das Feuerwerk, das ihm in dieser Saison gleich zwei Rolex-Series-Siege einbrachte.



Auch wenn es in diesem Moment bitter erscheint, dass Wiesberger seine Chancen auf den Gesamtsieg der European Tour nicht verwirklichen konnte, ist nicht zu vergessen, dass der Österreicher nichtsdestotrotz eine fantastische Saison gespielt hat, so kurz nachdem er sich von einer langen Verletzungspause im vergangenen Jahr erholte. Als Dritter im Race to Dubai erhält er für diese Mühen immerhin zusätzliche 700.000 Dollar aus dem Race to Dubai Bonus Pool.


Sein Landsmann Matthias Schwab konnte mit einer 73er Runde zwar ebenfalls nicht mehr viel reißen, ein Eagle zum Abschluss und ein Platz in den Top 20 beim Saisonfinale bildeten aber trotzdem einen guten Abschluss für den 24-Jährigen.

Rookie of the Year: Robert MacIntyre

Robert MacIntyre sicherte sich mit einem 14. Rang in Dubai den Titel des Rookie des Jahres. Er 23-jährige Schotte erobert in seiner ersten Saison auf der European Tour den elften Rang im Race to Dubai. Sieben Mal spielte er sich in die Top 10 und auch wenn der erste Turniersieg noch auf sich warten lässt, war MacIntyre schon sehr nah dran in seinem ersten Jahr: Drei Mal landete er auf dem zweiten oder geteilten zweiten Platz. Er hatte es in dieser Saison bereits bis auf Platz 69 in der Weltrangliste geschafft und könnte, wenn er seinen Aufwärtstrend weiter fortsetzen kann, Phil Mickelson, derzeit Rang 54, als bester linkshändiger Golfer überholen.