Bernd Wiesberger über mentale Blockaden und die Angst vor dem Driver
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Bernd Wiesberger über mentale Blockaden und die Angst vor dem Driver

Bernd Wiesberger erzählt im European Tour Player's Blog über die positiven Seiten seiner Verletzung, die mentalen Schwierigkeiten und seine Major-Hoffnungen für dieses Jahr.

Bernd Wiesberger schreibt im Blog der European Tour über seine Handgelenksverletzung. (Foto: Getty)
Bernd Wiesberger schreibt im Blog der European Tour über seine Handgelenksverletzung. (Foto: Getty)

Vor fast genau einem Jahr verletzte Bernd Wiesberger sich am Handgelenk und musste sich für sieben Monate vom Turniergeschehen verabschieden. Ende 2018 hatte er sein Comeback gegeben. Im European Tour Player's Blog erzählt der Österreicher, was diese Verletzung für ihn und sein Golfspiel bedeutete und wie seine Ziele für die kommenden Monate aussehen.

Bernd Wiesberger über seine Handgelenksverletzung

"Ich habe nie Probleme mit den Handgelenkt gehabt", berichtet Wiesberger. Dann sei bei einem Sponsoren-Event eine Woche nach der Volvo China Open 2018 nach einem Holz-3 auf einem Par-5 auf einmal der Schmerz gekommen. "Das war der letzte volle Schlag, den ich bis Oktober gemacht habe."

Damit war seine Saison gezwungenermaßen vorbei und auch die Hoffnungen, die der Österreicher sich auf einen Platz im europäischen Ryder-Cup-Team gemacht hatte, nachdem das Jahr 2017 für ihn insgesamt gut verlaufen sei. "Aber das Schwierigste an der Verletzung war, von den Turnieren zurückziehen zu müssen, für die man sein ganzes Leben lang gearbeitet hat - Die Open Championship, die US PGA Championship und die großen European-Tour-Turniere."

Die Verletzungspause habe für ihn aber nicht nur negative Seiten gehabt. Er betrachte seine Profikarriere jetzt aus einer anderen Perspektive. "Wenn alles zur täglichen Routine wird und so fest in deinem Leben verankert ist und dann wird es dir auf einmal entrissen, dann freust du dich darauf, es zurückzubekommen und kannst das Gefühl genießen, wieder spielen zu können." Trotzdem gebe es nur ein Ziel: es zurück in die großen Turniere zu schaffen. "Ich habe das Gefühl, da hinzugehören und mitkämpfen zu können."

Ryder Cup: "Ich habe mich in den Team-Raum geschlichen"

Auf den Ryder Cup in Paris musste Bernd Wiesberger allerdings nicht ganz verzichten. Als TV-Kommentator für Sky war er zum ersten Mal live beim Ryder Cup vor Ort. "Ich konnte ein paar Löcher mit den Jungs mitgehen und kannte das ganze Team. So konnte ich mich ab und zu mit in den Team-Raum schleichen, einfach nur, um mich mit den Jungs zu unterhalten." Und während es für ihn eine interessante Erfahrung gewesen sei zu sehen, wie die Medien bei so einem großen Event arbeiten, sei es auch ziemlich "stumpfsinnig" gewesen. "Ich habe nur das Spiel nach der Vormittagsrunde zusammengefasst, einen Ausblick auf die nächsten Matches gegeben und versucht zu erraten, wie die Nachmittagsbegegnungen ausgehen, oder die des nächsten Morgen. Es ist kein Vergleich dazu, auf dem Golfplatz zu stehen und zu spielen." Den nächsten Ryder Cup würde er lieber spielen, als ihn zu kommentieren.

Mentale Blockade möglichst schnell überwinden

Was sein Golf spiel betrifft, sei er noch nicht am Ende seiner Rehabilitationsphase angekommen, "aber jede Woche ist besser als die vergangene." Besonders betont Wiesberger die Schwierigkeit und gleichzeitige Wichtigkeit, die "mentale Blockade" nach der Verletzung so schnell wie möglich zu überwinden. "Du willst dich zurückhalten, weil du weißt, was beim letzten Mal passiert ist und bist etwas vorsichtig." Umso wichtiger sei es für ihn gewesen, den Driver zügig zurück in die Hand zu nehmen und so hart wie möglich zu schlagen, um die Blockade loszuwerden. Er habe lernen müssen, dass der Driver ihm "nicht mehr weh tun wird" und das Vertrauen in den Schläger zurückgewinnen müssen. Seine Schlägerkopfgeschwindigkeit sei von 115 Meilen pro Stunde auf 105 Meilen pro Stunde gesunken, aber auch darin mache er Fortschritte.



Eine ganz besondere Motivation, seinen Weg weiter zu gehen, erhielt er im April. "Ich habe den Glauben, gewinnen zu können im vergangenen Jahr nie verloren", schreibt Wiesberger. "So toll es war, Tiger bei seinem Masters-Sieg zuzusehen, ich hätte viel lieber selbst an diesem Sonntag gespielt! Es gab einem sehr viel Motivation, da rauszugehen und bei diesen Turnieren wieder dabei zu sein."

Durch seine Verletzung ist er aktuell auf den 384. Rang in der Weltrangliste zurückgefallen und damit für die Majorturniere derzeit nicht spielberechtigt. Sein Ziel sei es deshalb, zurück in die Top 50 der Welt zu kommen, um wieder bei den Major-Turnieren teilnehmen zu können. Mit guten Leistungen zur richtigen Zeit könne er sich aber auch auf anderem Wege möglicherweise schon in diesem Jahr für die US Open oder Open Championship qualifizieren, hofft er. "Wenn das erst 2020 so ist, ist das auch okay und einfach Teil des Prozesses. Ich muss einfach weiter gutes Golf spielen und den Weg weitergehen. Alles andere wird von selbst kommen und hoffentlich kann ich dann beim nächsten Ryder Cup selbst auf dem Platz stehen."



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