Der unzähmbare Tiger vor der Krönung
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Der unzähmbare Tiger vor der Krönung

Frau weg, Sponsorengelder gekürzt, Formtief: Woods hat Rückschläge erlebt. Jetzt kann er wieder die Nummer Eins der Welt werden.

Tiger Woods polarisiert wohl wie kaum ein anderer Sportler auf diesem Planeten. Mit 14 Major-Siegen in der Zeit von 1997 bis 2008 wurde er zur lebenden Golflegende und viele hielten ihn aufgrund seiner außerirdischen Leistungen schon für unantastbar.

Der Absturz

Doch im Dezember 2009 verkündete Woods nach Eheproblemen und privaten Entgleisungen seinen vorläufigen Rückzug aus dem Golfgeschäft. Nur zwanzig Wochen später folgte jedoch schon sein Comeback. Ein Neustart, der zunächst mehr als holprig verlief: Die erste Saison ohne Turniersieg sorgte zu Beginn des Jahres 2011 für den Verlust der Spitzenposition in der Weltrangliste. Damit nicht genug, rutschte der einstig gefeierte Weltstar durch zahlreiche Verletzungen und Formschwächen sogar bis auf Platz 52 ab.

Tiger Woods hat wieder allen Grund zur Freude. (Foto: Getty)

Der Wiederaufstieg

Die Leidenszeit des Tigers sollte jedoch ein Ende finden. Am 5. Dezember 2011 gelang ihm sein erster Turniererfolg seit über zwei Jahren. Es folgten weitere respektable Ergebnisse, gekrönt wurde sein Wiederaufstieg mit dem ersten PGA-Sieg seit 2009. Dieses Hoch hatte natürlich auch Auswirkungen auf die Weltrangliste. Aktuell ist Woods nach dem Triumph beim Memorial Tournament in Dublin/Ohio als Viertplatzierter auf dem besten Wege, sein Comeback zu vergolden. Denn mit einem guten Ergebnis bei der Open Championship könnte der 36-Jährige den Status als Nummer Eins der Golfwelt zurückerobern. "Das würde mich nicht überraschen", sagt Woods selbstsicher wie eh und je.

Die Aussicht

Unbeständigkeit und mangelnde Konstanz, aber vor allem seine durchwachsene Driving-Accuracy muss Woods für ein erfolgreiches Abschneiden bei der Open Championship abstellen. Denn die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht. Die ersten beiden Runden wird Tiger im hochkarätig besetzen Flight mit Sergio García und Justin Rose bestreiten. Vielleicht ist es für Tiger Woods ja ein gutes Omen, dass er 1995 auf dem traditionsreichen Royal Lytham-Kurs als einziger Amateur den Cut erreichte und kurz darauf zum Profi wurde.

Statistik hin oder her, was sind für Tiger Woods schon gute Erinnerungen? Am Ende bleibt sein Spiel – ob auf oder neben dem Platz – unberechenbar. Allen Tiger-Fans bleibt lediglich das Hoffen auf möglichst viele Zauberschläge ihres Idols und vielleicht den Wiederaufstieg des Tigers.

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