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WAGC 2015: Einmal eine Woche Golf-Profi sein

300 Golfer aus 40 Nationen, drei Turniertage ausgespielt auf internationalen Top-Golfplätzen. Die WAGC 2015 im Rückblick.

Zum Weltfinale der Wolrd Amateur Golfers Championship kamen die Teilnehmer aus 40 Nationen in der Türkei zusammen.
Zum Weltfinale der Wolrd Amateur Golfers Championship kamen die Teilnehmer aus 40 Nationen in der Türkei zusammen. (Foto: Janek Weiss)

Nach 2005 gastierte die World Amateur Golfers Championship vom 28. November bis zum 05. Dezember 2015 zum zweiten Mal an der türkischen Riviera. Insgesamt war es sogar bereits die 21. Auflage der World Finals. 22 Grad und strahlender Sonnenschein boten hierfür perfekte Golfbedingungen.

Glanz, Gloria und ein wenig Links

Gespielt und trainiert wurde auf den Plätzen, des Gloria Golf Clubs. Der Gloria Old Course (Par-72) war 1997 der erste Golfplatz überhaupt in der Touristenhochburg etwa 30 Kilometer östlich von Antalya. Seit 2005 verfügt die Anlage mit dem New Course (ebenfalls Par-72) über einen weiteren Championship-Platz. Beide Kurse werden von langen Pinien-Alleen und großen Wasserhindernissen teilweise inklusive Inselgrüns geprägt. Der dritte Kurs in der Rotation: der Lykia Links – regelmäßig vom „GolfDigest“-Magazin unter die 100 besten Plätze weltweit gewählt.

Gespielt wurde nach Stableford, in fünf Handicap-Gruppen zwischen 5 und 25 sowie (National-) Teams á fünf Golfer. Abgerechnet wurde im Team, zusätzlich ging aus jeder Leistungsgruppe ein Einzelsieger hervor. Der Turnierdirektor David Clare, ehemaliger Profi auf der European Tour, versprach „beste Bedingungen“.

Abschluss-Gala und der Sven Tumba Ehrenpreis

Beste Bedingungen boten nicht nur die sattgrünen Fairways und höllisch schnellen Grüns – die ganze Organisation versprühte Tour-Event-Atmosphäre. Unterbringung im Gloria Serenity Ressort, Transfers zu den Spielorten, Caddie-Betreuung und am letzten Abend eine rauschende Abschlussgala – für alles wurde gesorgt. In der Lobby des Hotels konnten die Teilnehmer sogar im Livescoring verfolgen, wie ihre aktuelle Platzierung ist.

Multi-Kulti war bei der World Amateur Golfers Championship angesagt.

Multi-Kulti war bei der World Amateur Golfers Championship angesagt. (Foto: Janek Weiss)

Trotz Wettkampfes war die Atmosphäre eher von einem freundschaftlichen Miteinander der Nationen geprägt – fast wie eine Klassenfahrtstimmung. Dass die Russen ob der politischen Lage nicht antreten konnten, blieb eine Randnotiz. Ganz im Sinne des verstorbenen Initiators Sven Tumba. Schwedens Eishockey-Spieler des Jahrhunderts und in seinem späten Leben Scratch-Golfer hatte das Turnier 1995 unter dem Motto „Sport Promotes Friendship an Business“, gegründet. Auf der Gala fasste seine Witwe dies mit den Worten „Love, Peace and Hugs“ zusammen, gefolgt von warmem Applaus und wohligem Raunen der Angereisten.

So ging der Abend dahin. Auf einer Leinwand wurden die Tops und Flops gezeigt – heiteres Gelächter für „Schanks“ und schräge Schwünge und anerkennendes Gemurmel für Torpedo-Drives und geniale Annäherungen. Es wurde auf Shirts unterschrieben, Nummern ausgetauscht und sich ordentlich zu geprostet. Besonderer Applaus brandete auf, als die „Sven Tumba Spirit Trophy“ für „Sportmanship“ verliehen wurde. Der ging an Italien – Das kennt man von anderen Sportarten so auch nicht.

World Amateur Golfers Championship: Jeder kann teilnehmen

Wer einmal selbst bei der World Amateur Golfers Championship mitspielen möchte, registriert sich einfach beim WAGC-Landesverband, muss dann noch die nationalen Qualifikationsturniere meistern, findet sich 2016 möglicherweise im Starterfeld des World-Finals wieder und spielt dann vielleicht in Doral oder Südafrika – näher kommt der gemeine Wochenend-Golfer einer Profi-Erfahrung wohl kaum. Nichts für ungut, liebes heimatliches Wochenend-Turnier.

Der Chronisten-Pflicht halber: Das Team aus Malaysia gewann. Bei den Einzelsiegern trugen sich dazu mit Boris Malik (16-20) ein Slowene, der Indonesier Muhammad Rifgl Alam (0-5) sowie der Vietnamese Nhu Nguyen Nguyen (21-25) in die Siegerliste ein.

Wie schrieb der Turnier-Patron Arnold Palmer - japp, genau der Arnold Palmer - in der persönlichen Widmung an die Teilnehmer? „Wer sich für das Weltfinale qualifiziert hat, ist bereits ein Gewinner!“ Word! Und ich fange an zu trainieren…

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