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West Golf Gründer im Interview: „Ich kann mich auf meinem Platz nicht konzentrieren“

Seine 9-Loch-Anlage genießt einen ausgezeichneten Ruf. Das liegt nicht zuletzt an den vielen Ideen des Gründers Craig West.

Craig West hat West Golf gegründet und leitet die Anlage seit der Eröffnung 2009. (Foto: Golf Post)
Craig West hat West Golf gegründet und leitet die Anlage seit der Eröffnung 2009. (Foto: Golf Post)


West Golf - Ein Glück für Neueinsteiger

West Golf bietet in Troisdorf bei Köln ein etwas anderes Konzept. Viele Spieler beginnen hier mit dem Golfsport und dürfen dabei gleich den Nachbau eines der berühmtesten Löcher der Welt erleben. Verantwortlich für die 9-Loch-Anlage ist Craig West - er hat sie geplant, mitgestaltet und bauen lassen. Golf Post traf den Förderer des Golfsports in seinem vor wenigen Monaten eröffneten Clubhaus zum Interview.

Nach Deutschland verschlug es den in Südafrika geborenen und aufgewachsenen Craig West Mitte der 90er Jahre. Die politische Lage, so erinnert er sich, war unsicher und Golf bot ihm die Chance, seine Heimat zu verlassen. Dabei war es nicht das erste Mal, dass West sein Geburtsland seiner Leidenschaft wegen verließ: "Ich habe viele andere Sportarten sausen lassen, um nur Golf zu spielen. Dann bin ich mit einem Golfstipendium nach Amerika gegangen." Nach verschiedenen Stationen als Club-Pro roch er nach dem zweiten Masters-Triumph von Bernhard Langer seine Chance in Deutschland.

"Vor 20 Jahren haben viele nicht aus den richtigen Gründen Golf gespielt", blickt West heute zurück. Umso wichtiger ist es ihm nun, Neugolfern Freude am Sport zu vermitteln: "Wir legen viel Wert darauf, dass bei der Platzreife Spaß vermittel wird. Man bekommt sie aber natürlich nicht geschenkt, man muss einiges dafür tun! Man soll gerne hier hin kommen. Wenn man Spaß dabei hat, bleiben die Leute auch dabei. Dann geht es auch uns besser."

Neue Spiel- und Turnierformate

Damit dies gelingt, hat sich das Team von West Golf schon vor einigen Jahren neue Spiel- und Turnierformate ausgedacht, die es in der Anfangszeit, 2009, noch gar nicht oder nur selten gab. Turniere für hohe Handicapklassen, 6-Loch-Turniere oder ein Par-3-Shootout (mit Golf Post) unter Flutlicht, damit will West nicht nur seinen eigenen Golfplatz weiterbringen: "Mein Ziel ist es, viele Leute für diesen Sport zu begeistern. Wenn das, was wir hier machen, Resonanz bei anderen Clubs findet, und die dadurch in der Lage sind, noch mehr Golfer zu generieren, dann haben wir alle etwas davon."



Vor allem die Golfer bei West Golf haben etwas von der Kooperation "Golf Alliance", die 2017 ins dritte Jahr geht. Fünf Anlagen in Nordrhein-Westfalen haben sich zu dieser Partnerschaft zusammengeschlossen, die für alle Sinn macht: "Ich glaube der einzelne Spieler ist bereit, mehr zu bezahlen, um immer auf den Platz zu können. Es ist auch für Anfänger attraktiv, fünf Clubs spielen zu können. Das funktioniert sehr gut. Für uns Betreiber ergeben sich Synergien, ob beim Einkauf von Bällen, beim Personal oder beim Greenkeeping."

Der einzige Nachbau des TPC-Sawgrass-Inselgrüns

Ein Loch auf diesen fünf Anlagen sticht heraus - das neunte bei West Golf. Direkt vor der Terrasse des Clubhauses liegt der in Europa einzigartige, originalgetreue Nachbau des berühmten Inselgrüns der Bahn 17 im TPC Sawgrass. "Die Idee mit dem Inselgrün hatten wir schon länger", erinnert sich West. "Wir haben gesagt, wenn wir wirklich einen Golfplatz bauen, dann bauen wir das berühmteste Loch der Welt direkt vor dem Clubhaus nach." Unsicher waren sich West und sein Team, wie die Golfer reagieren würden, wenn sie zum dritten Mal vor der voll besetzten Terrasse droppen müssen. "Am Ende ist das positiv aufgenommen worden. Es lockert die Atmosphäre auf, wenn von der Terrasse geklatscht oder gebuht wird."

Obwohl West Golf in seiner jetzigen Form erst wenige Monate besteht, ist die Zukunftsplanung schon im Gange. Denn die umliegenden, freien Flächen sind schon für die Nutzung als Golfplatz ausgewiesen: "Eine Vergrößerung auf 18 Loch ist also möglich und wenn sich das Clubhaus etabliert hat, das ja erst einige Monate offen ist, sehen wir weiter." Bis dahin wird West weiter akribisch arbeiten und nur "ganz, ganz selten meinen eigenen Platz spielen. Ich kann mich kaum konzentrieren, weil ich immer schaue, was verbessert werden muss. Heute überlege ich eher, wie kann ich andere für Golf begeistern. Vor 20 Jahren habe ich neun Loch vor der Arbeit und neun Loch nach der Arbeit gespielt." Seine beinahe 700 Mitglieder sind froh darüber.

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