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Wer? Wie? Was? – Vieles neu macht das Race to Dubai

Drei Turniere, ein Race to Dubai! Wie funktioniert das Rennen um die Saisonwertung, wie der Endspurt? Wir klären auf.

27. Okt 2015
Das Race to Dubai beginnt in diesem Jahr mit der Turkish Airlines Open in Antalya. (Foto: Twitter.com/EuropeanTour)


Die WGC - HSBC Champions markiert den offiziellen Abschluss der regulären European-Tour-Saison 2016/2017. Mit dem Auftakt der Turkish Airlines Open in der türkischen Küstenstadt Antalya erwartet die Pros danach das große Finale in drei Akten - zunächst in der Türkei, dann in Südafrika, gefolgt vom Höhepunkt in Dubai, mit insgesamt 22,5 Millionen US-Dollar an Preisgeldern. Das Race to Dubai ist etwas Besonderes und auf den ersten Blick gar nicht mal so simpel. Wir beschreiben die Abläufe und erklären, wer sich am Ende über den Jackpot freuen darf.

100 Spieler behalten die Tourkarte

Bis zum letzten Turnier in Shanghai wurden die gewonnenen Preisgelder in Euro addiert und führen so zu einer Rangliste, in der derzeit Tommy Fleetwood nach Siegen bei der in Abu Dhabi und Frankreich vorne lag. Seine Menge an verdienten  Euro Preisgeld werden vor der Final Series - ebenso wie bei allen anderen Spielern unter den Top 100, die ihre Tourkarte behalten dürfen - eins zu eins in Punkte umgewandelt. Wichtig zu wissen: Die Anzahl der Spieler, deren Tourkarte sicher ist, hat sich in diesem Jahr um zehn verringert - alle außerhalb der vorderen 100 im Race to Dubai müssen ihr Glück zwecks Klassenerhalt nun in der Qualifying School versuchen.

Die Finalturniere des Race to Dubai

Turnier Teilnehmer Preisgeld in US-Dollar Punkte im Race to Dubai
Turkish Airlines Open 78 7.000.000  8.000.000
Nedbank Golf Challenge 78 7.500.000  8.000.000
DP World Tour Championship 60 8.000.000  8.000.000
Gesamt 22.500.000 24.000.000

Wer noch mehr Geld will, muss spielen

In jedem der vier Finalturniere werden in den kommenden Wochen jeweils acht Millionen weitere Punkte unter den Spielern verteilt - 1.333.330 Millionen alleine kassieren die Sieger in Antalya, China und Dubai. Die besten Golfer der Saison teilen sich dann nochmal zusätzlich zu den Preisgeldern einen separaten Jackpot. Dieser ist 2015 mit fünf Millionen US-Dollar bestückt. Zudem freuen sich die Spieler unter den Top 15, die an mindestens drei der vier Finalturniere teilgenommen haben, über einen Extra-Scheck. Wer also das Race to Dubai mit nur zwei Finalserien-Teilnahmen gewinnt, verdient zwar 1,25 Millionen US-Dollar extra, verzichtet aber auf 625.000 US-Dollar aus dem neuen Zusatz-Pool. Wenn der Sieger aber an mindestens drei Turnieren teilgenommen hat, verdient er insgesamt 1.875.000 US-Dollar zusätzlich.

Der Preisgeldpool für die Top-10

Rang Bonus in US-Dollar Zusatzbonus wenn mind. 3/4 gespielt Zusatzbonus in US-Dollar
1 1.250.000 50% 625.000
2 800.000 25% 200.000
3 530.000 25% 132.500
4 400.000 25% 100.000
5 350.000 25% 87.500
6 300.000 15% 45.000
7 250.000 15% 37.500
8 200.000 15% 30.000
9 170.000 15% 25.000
10 150.000 15% 22.500

Noch 2013 mussten die Spieler an mindestens zwei der drei ersten Turniere teilnehmen, um bei der DP World Tour Championship in den Vereinigten Arabischen Emiraten antreten zu dürfen. In der vergangenen Spielzeit war diese Regelung komplett weggefallen. Nun versucht man die Pros mit sanftem Druck und mehr Geld dazu zu bringen, bei möglichst vielen der Final-Events anzutreten. Das hindert aber zum Beispiel Martin Kaymer nicht daran, die Turkish Airlines Open auszulassen und erst beim zweiten Finalturnier einzusteigen.

Keiner kann sich sicher sein

Dabei ist aber Vorsicht geboten! Wer seinen Platz unter den Top-60 im Race to Dubai während der Finalserie verliert, darf in Dubai nicht mitspielen. Marcel Siem profitiert beispielsweise vom Fernbleiben einiger Spieler bei der Turkish Airlines Open. Ohne die Absagen hätte Siem in Antalya nicht antreten dürfen. Spielt er sich nun in die Top-60 und bleibt unter diesen, ist er beim Finale in Dubai dabei.

Für das zweite Finalturnier gilt wiederum eine weitere Sonderregel. Denn es ist nicht nur ein European-Tour-Event, sonder zugleich ein World-Golf-Championship-Turnier (WGC) und damit auch für die Spieler der PGA Tour offen. Bei WGCs sind die Zulassungsberechtigungen andere als bei den normalen Turnieren. Nur die besten 50 der Weltrangliste, die Majorsieger sowie die besten 30 des finalen FedExCup-Rankings 2015 und die besten 30 des Race to Dubai nehmen dort teil. Beim BMW Masters bleiben die Europäer dann wieder unter sich.

Spannung ist in diesem Jahr garantiert

Spannender als letztes Jahr dürfte das Race to Dubai allemal werden. Denn statt satter drei Millionen Punkte geht der Weltranglistendritte, Rory McIlroy, diesmal nur mit einem marginalen Vorteil von 271.214 Punkten ins Rennen. Bernd Wiesberger hat als derzeit Siebenter der Rangliste glänzende Aussichten, sich einen Teil des Bounsgeldes zu holen. Martin Kaymer auf Rang 15 wäre momentan der letzte, der etwas vom Zusatztopf abbekommt. Max Kieffer auf Rang 53 muss hingegen zusehen in der Türkei zu punkten, um seine Top-60-Platzierung zu sichern.

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Lars Kretzschmar

Lars Kretzschmar - ehemaliger Redakteur bei Golf Post

Lars ist Diplom-Sportwissenschaftler und sein großes Faible ist der Turniersport. Er schlägt sich für seine Leser gerne mal die Nächte um die Ohren, um die neusten Infos der PGA-, European- und LPGA-Tour liefern zu können. Sie finden Lars Kretzschmar auch unter Google+.

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