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Wenn der Tiger mit dem Phil: Wie die Major-Flights entstehen

06. Aug 2015
Gefühlt spielen Tiger und Phil ständig im selben Flight. Doch wer bestimmt eigentlich die Gruppen und Tee Times? (Foto: Getty)
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Gruppen werden zumeist im stillen Kämmerchen ausgeknobelt: Ein paar Traditionen und Rituale, dazu viel Willkür und schräge Späße.

Frage: Wie nennt man das, wenn kommende Woche vielleicht Tiger Woods und Phil Mickelson wieder gemeinsam die ersten beiden Runden der PGA Championship bestreiten? Antwort: Pure Willkür! Ja, zugegeben, ein Fest für die Fans und fraglos ein telegenes Arrangement. In erster Linie jedoch wäre es eine witzig gemeinte Schnapsidee der Turnier-Verantwortlichen, wenn sie erneut zwei Spieler in einen Flight sortieren, die wahrlich nicht als „Best Buddies“ bekannt sind und zudem trotz ihrer gemeinsam 19 Majorsiege nach 2013 keinen Blumentopf gewonnen haben.

Major-Gewinner anfangs gemeinsam

Aber was steckt denn nun wirklich hinter den Flight-Kompositionen bei Profi-Turnieren und vor allem bei Majors? Es gibt nahezu keine Regeln, gleichwohl ein paar Traditionen und etliche Rituale. Bei der PGA Championship werden grundsätzlich die Gewinner der vorigen drei Majors in einem Flight vereint, also Jordan Spieth (Masters, US Open) und Zach Johnson (British Open), dazu in Ermangelung eines dritten Jahres-Champions vielleicht Titelverteidiger Rory McIlroy, so der Nordire denn in Whistling Straits dabei sein sollte.


2002 wurde es schon so gehandhabt, als sich David Toms in Hazeltine zu Masters- und US-Open-Sieger Woods sowie Ernie Els als „Champion Golfer of the Year“ gesellte. Ansonsten packen sie bei der PGA den Vorjahressieger gerne mit einstigen Gewinnern in eine Gruppe. Wie 2011, als Martin Kaymer mit Y. E. Yang, seinem Vorgänger 2009, und Shaun Micheel, dem PGA Champion von 2003, spielte.

Stars verteilt oder in „Knallergruppen“ vereint

Beim Masters hingegen ist es üblich, dass der amtierende Inhaber des „Green Jackets“ seine ersten beiden Runden mit dem aktuellen US-Amateur-Champion bestreitet. Gleiches gilt für die US Open, weswegen in Chambers Bay der Südkoreaner Gunn Yang zwei Tage an der Seite von Titelverteidiger Kaymer (und McIlroy) antrat.

Ansonsten werden die Spielgruppen irgendwo hinter den Kulissen im stillen Kämmerchen ausgeknobelt, in Augusta von einem Mitgliederkomitee, ansonsten von Top-Offiziellen des Veranstalters. Oder es wird schlichtweg gelost. Aus verschiedenen Spieler-Kategorien (Tour-Sieger, Pros jenseits von OWGR-Platz 125 etc.). Das indes ist selten.

Zumeist geht‘s nach Weltrangliste, Spieltempo, Fan-Interesse, natürlich fließen TV- und Sponsoren-Interessen ein. Auch werden die Stars gleichmäßig über die (akzeptablen) Tee Times verteilt, um durchgängige Attraktivität fürs Fernsehen herzustellen und die Zuschauer über den Platz zu verstreuen. Es sei denn, man will bewusst eine „Knallergruppe“ schaffen, so wie beim Masters 2008 mit den „Young Guns“ McIlroy, Anthony Kim und Ryo Ishikawa oder bei der US Open 2012 mit den Publikums-Lieblingen Woods, Mickelson und Bubba Watson.

USGA-Spaßvögel kreieren „Sahnestückchen“-Flight

Es kursieren freilich immer wieder Gerüchte über bewusst kuriose, schräge, manchmal gar gehässige Kriterien für die Zusammenstellungen der Flights. Dass Dustin Johnson zu Beginn der British Open schon wieder auf Jordan Spieth traf, gegen den er wegen seines vermasselten Putts kurz zuvor die US Open verloren hatte, ist von vergleichsweise harmloser Natur. Ebenso die Konstellation der „Lebemänner“ John Daly und Miguel Ángel Jiménez mit dem gerade einer strammen Diät „entkommenen“ Jason Dufner. 2009 „bastelten“ die diesbezüglich notorischen Spaßvögel von der USGA eine „Sahnestückchen“-Gruppe, als sie das Frauenschwarm-Trio Sergio Garcia, Camilo Villegas und Adam Scott gemeinsam ins Rennen schickten.

Schon zum Standard der Turnierplanung allerdings soll die ziemlich vulgär benannte Gruppe gehören, in der besonders unbeliebte und entsprechend obszön bezeichnete Spieler vereint werden. Und der einstige USGA-Chef David Fay hat mal zugegeben, dass bei einer US Women‘s Open drei Proetten miteinander los geschickt wurden, von denen man wusste, dass jede gerade in therapeutischer Behandlung war.

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Michael F. Basche

Michael F. Basche - Freier Autor für Golf Post

Als Journalist, Golfbetriebsmanager und notorischer Zu-Kurz-Putter ist Michael F. Basche auf vielfache Weise dem Golf verfallen. Nach Jahren als Tageszeitungs-Sportredakteur und im PR- und Marketinggeschäft berät er heute u. a. Golfclubs in Fragen der Corporate Identity. Und widmet sich schreibend den vielfältigen Facetten des Großartigsten aller Spiele.
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