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Vor 80 Jahren: „Shot heard ‚round the world“ beim Masters

08. Apr 2015
Gene Sarazen im Jahr seines Masters-Triumphes 1935. (Foto: Getty)
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Heute feiert das legendäre erste Albatros beim Masters, dem Gene Sarazen seinen Titel zu verdanken hatte, sein 80-jähriges Jubiläum.

Es ist Jahrestag! Der legendäre Schlag jährt sich an diesem Mittwoch, der als „Shot heard ‚round the world“ vor genau 80 Jahren beim heute bedeutendsten Major des Jahres Furore machte. Beim Masters 1935 lochte Gene Sarazen zum ersten Albatros in der Geschichte des Turniers.

Vom Caddie zum Majorsieger

Damals war Sarazen bereits eine etablierte Größe im Golfsport. Der in Harrison, im US-Bundesstaat New York geborene Amerikaner, hatte die Schule nach der sechsten Klasse verlassen und von da an einen Job als Caddie im nahen Apawamis Club, wo er 1911 hatte beobachtete können, wie Harold Hilton die U.S. Amateur gewann. Elf Jahre später hatte er selbst die U.S. Open nach einer 68er Schlussrunde gewonnen, die die erste Runde von unter 70 Schlägen zum Sieg markierte. Insgesamt hatte er im Jahr 1935 bereits sechs Majorsiege auf seinem Konto, inklusive eines historischen Doppelsieges bei U.S. Open und British Open. Bei Letzterer hatte er seine neueste Erfindung, das Sand Wedge, ausprobiert und sich damit den Turniersieg geholt.


Das Masters 1935: Sarazen holt Karriere-Grand-Slam

Das Masters 1935 sollte schließlich seinen Karriere-Grand-Slam komplettieren und ihn zu einem von nur fünf Spielern machen, denen dieses Kunststück bis zum heutigen Tag gelang. Im damaligen 64-köpfigen Teilnehmerfeld waren viele große Namen seiner Zeit vertreten. Der Finaltag begann mit Chris Wood in Führung bei 209 Schlägen. Hinter ihm folgte Olin Dutra mit 210 Schlägen, dann Henry Picard mit 211 und schließlich Sarazen bei 212 Schlägen – drei Schläge hinter dem Führenden.

Ein Wettrennen um den Sieg

Der führende Wood beendet seine Runde mit 73 und somit das Turnier mit 282 Schlägen. Sarazen vernahm den Tumult, den Woods finales Birdie unter den Zuschauern am 18. Grün verursacht hatte, als er selbst an der 14 gerade seinen Teeshot im Rough versenkt hatte und mit zwei Schlägen Abstand hinter der Spitze lag. Um jetzt noch an Wood heranzukommen und sich eine Chance aufs Playoff zu erspielen, brauchte Sarazen drei Birdies auf den letzten vier Löchern – eine enorme Herausforderung.

Reporter O.B. Keeler von „The American Golfer“ gab die folgende Konversation zwischen Sarazen und seinem Freund und Flightpartner Walter Hagen wieder. „Naja, Gene, es sieht aus, als wäre es vorbei“, sagte Hagen, worauf Sarazen geantwortet haben soll: „Oh, ich weiß nicht. Vielleicht gehen sie von irgendwo rein.“ Die Vorhersage der Golfikone sollte eintreffen! Gene Sarazen erzielte noch ein Par auf der 14, bevor er weiterzog, um dem Masters einen historischen Moment zu bescheren.

Drei weitere Legenden sehen zu

Bei Golf Channel wird die Situation rund um den sensationellen Schlag Sarazens folgendermaßen beschrieben:

„Nach einem gelungenen Drive von etwa 242 Metern auf die rechten Seite des Fairways hatte Sarazen noch etwa 210 Meter bis zum nassen Grün zu überbrücken. Just zu diesem Zeitpunkt kam Bobby Jones vom Clubhaus aus an den Ort des Geschehens spaziert, wohl um zu sehen, ob es Sarazen noch gelingen würde, den Führenden einzuholen und der Ball von Byron Nelson, der gerade das benachbarte 17. Loch spielte, kam in der Nähe von Sarazens Ball zum Liegen.
So kam es, dass mit Bobby Jones, Byron Nelson, Walter Hagen und natürlich Gene Sarazen selbst vier spätere „Hall-of-Famer“ diesen einzigartigen Moment mitverfolgten. Sie alle sahen zu, wie Sarazens mit dem Holz 4 abgefeuerter Ball „einmal, zweimal aufsprang – und in ein geschmeidiges Rollen verfiel, während das Murmeln von der großen Tribüne an Lautstärke zunahm – und dann der Tornado losbrach“, so beschrieb Keeler es damals.

Sarazen hatte mit seinem Holz 4, das damals noch „Spoon“, also Löffel, genannt wurde, nur zwei Schläge für das Par 5 gebraucht und über 215 Meter ein Albatros versenkt. So hatte er die drei Schläge, die er zu Wood im Rückstand war, mit einem einzigen Schlag aufgeholt.

Update: In einer früheren Version des Artikels war der Link zur Originalquelle Golf Channel nicht vorhanden. Wir bitten, dies zu entschuldigen.

Erster Karriere-Grand-Slam der Golfgeschichte

So kam es, dass bereits bei der zweiten Austragung des Masters der erste Albatros in der Geschichte des Turniers fiel – bis zum heutigen Tag sind erst drei weitere gespielt worden. Der Schlag brachte Sarazen ins 36-Loch-Playoff mit Wood am nächsten Tag, das Sarazen mit fünf Schlägen Vorsprung für sich entschied. Damit holte sich Sarazen seinen einzigen Masters-Titel und machte den ersten Karriere-Grand-Slam der Golfgeschichte perfekt. Damals wie heute ist der „Shot heard ‚round the world“ einer der geschichtsträchtigsten Golfschläge, die jemals gespielt wurden.


I bet you! Kuriose Wetten und Quoten zum Masters

Jacqueline Sauer

Jacqueline Sauer - Freie Autorin für Golf Post

Jacqueline mischt bei den redaktionsinterenen Tippspielen ganz vorne mit. Kein Wunder: Die großen und kleinen Namen des Golfs hat sie ständig im Auge, damit der nächste Tipp stets ein sicherer Treffer wird.

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