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Publikumsliebling: Wird Finale zum großen Tag für Jason Day?

21. Jun 2015
Jason Day kämpft mit seinem Kreislauf, wird aber zunehmend zum Publikumsliebling der US Open. (Foto: Getty)
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Allerlei von der US Open: Reed hadert mit sich, Mickelson muss nächste Enttäuschung verkraften, Woods-Outfit wird zum Ladenhüter.

Everybody‘s Darling: Die Fans bei der 115. US Open haben einen neuen Favoriten. Und es ist nicht der „Golden Boy“ Jordan Spieth. Als Jason Day seine dritte Runde auf dem 18. Grün mit einem Birdie zur geteilten Führung abschloss, da erhob sich das Publikum auf der Tribüne und bedachte den  27-Jährigen mit stehenden Ovationen. Verdientermaßen! Der Australier hatte sich über den Platz geschleppt, erneut von Schwindelanfällen und Unwohlsein geplagt, war mehrfach in die Knie gegangen, aber nicht umgekippt, wie am Freitag: „Ich wollte den Tag nur irgendwie überstehen und einfach sehen, wie es läuft.“ Es lief glänzend: Day wiederholte die 68er-Auftaktrunde und hat nun seinen ersten Majortitel im Visier, nachdem er 2011 und 2013 jeweils Zweiter war. Es wäre der dritte US-Open-Triumph eines Spielers von „Down Under“ nach David Graham 1981 und Geoff Ogilvy 2006.

Erstmals seit 1973 ein Quartett an der Spitze

Zur Einstimmung aufs Finale ein bisschen was aus der Abteilung Statistik: Der Durchschnittsscore des Felds liegt mittlerweile bei 73,85 Schlägen. Erstmals seit 1973 geht wieder ein schlaggleiches Quartett in die Schlussrunde. Während Dustin Johnson am „Moving Day“ 14 von 14 Fairways traf, musste Jordan Spieth mit seiner 71 die erste Majorrunde der Saison über Par einstecken. Bei den „Greens in Regulation“ ist Branden Grace mit 40 der Spitzenreiter der „Viererbande“.


Patrick Reed: „Der Platz hat mich besiegt“

Selbstkritik: „Die Art wie ich gespielt habe, war inakzeptabel“, lautete das Drittrunden-Fazit von Patrick Reed, der sich am „Moving Day“ eine 76, die schlechteste Runde unter den Top 25 auf dem Leaderboard, leistete und damit als nunmehr geteilter Neunter (+1) wohl auch die Chance auf seinen ersten Majortitel vertan hat. „Es war furchtbar und auch lächerlich, so hätte ich auch linkshändig spielen können. Und zudem hat der Platz mich besiegt.“

„Lefty“ scheitert auch im 25. Versuch

Tragisch: Phil Mickelson kann offenbar keine US Open gewinnen. Auch „Leftys“ 25. Anlauf wird nach neun Bogeys und einer 77er-Samstagsrunde im Nirgendwo des Felds enden. Der fünffache Majorsieger, dem nur die „Offene Amerikanische“ zum Karriere-Grand-Slam fehlt, hat vor dem Finale zehn über Par auf dem Konto. Glück im Unglück ist vielleicht, dass es allerdings auch keine neue Nahrung für Mickelsons Erster-Verlierer-Trauma von sechs zweiten Plätzen gibt.

Rauch über dem Chambers Bay Golf Club.

Rauch über dem Chambers Bay Golf Club. (Foto: Getty)

Hafenbrand zerstört Boot von US-Open-„Regisseur“

Rauchzeichen: Eine dicke schwarze Qualmwolke im Norden von Chambers Bay irritierte am Drittrunden-Nachmittag Spieler wie Zuschauer. Wie sich herausstellte, war in einem Hafen der nahegelegenen Stadt Tacoma ein Brand ausgebrochen, dem ein Bootshaus und 30 Boote zum Opfer fielen, darunter auch das von USGA-Direktor und US-Open-„Regisseur“ Mike Davis, nur 4,5 Meter lang, aber „mein Baby“. Verletzt wurde niemand, der Sachschaden liegt bei vier Millionen US-Dollar.

Tiger Woods‘ Krise ist geschäftsschädigend

Ladenhüter: Die sportliche Krise von Tiger Woods schlägt sich längst auch in den Kassen der Sportartikel- und Merchandising-Händler nieder, der Umsatz mit Logo-Ware des Superstars verzeichnet drastische Einbußen. „DiscountGolfWorld.com“ beispielsweise verkaufte früher an jedem Majortag rund 500 von Woods‘ Nike-Hemden. Am Freitag „waren es vielleicht 50“, sagt Besitzer Dennis Boudreau. „Es gibt immer noch Nachfrage, aber wir sind im Vergleich zu Tigers Hoch-Zeiten mittlerweile auf ein Zehntel des Geschäfts geschrumpft.“

Gary Player: „Golf ist in großen Schwierigkeiten“

Gebetsmühlenartig: Altmeister Gary Player feiert in Chambers Bay den 50. Jahrestag seines Karriere-Grand-Slams, den er mit dem Gewinn der US Open 1965 in Bellerive/Missouri perfekt gemacht hat. Die Interviews zum Jubiläum aber nutzt Player zuvorderst, um sein „Dreht den Ball zurück“-Mantra in Sachen Materialexplosion unter die Leute zu bringen. Hier ein paar Auszüge: „Das Missmanagement mit dem Golfball beschädigt das Spiel, vor allem das Herz des Spiels, das Amateur-Golf.“ Der Spass am Golf gehe verloren: „Sie machen die Plätze länger, pflanzen Bunker vor die Grüns und konstruieren verrückt gewellte Grüns, um die Plätze gegen den modernen Golfball zu verteidigen. Die Mitglieder hassen das, die gespielten Runden sinken, irgendwann verlassen sie den Club.“ Ergo: „Lass den Platz für die Amateure wie er ist, dreh den Ball für die Profis um 50 Yards zurück, und dann müssen nicht Hunderte von Millionen Dollar verschwendet werden, um Kurse zu verlängern, was nur die Betriebskosten erhöht und weniger Leute zum Spielen bringt. Golf ist damit in großen Schwierigkeiten.“

Putten mit Jordan Spieth

Auf und ab: Mit zwei Eagle-Chancen, die als Drei-Putt endeten, hat sich Major-Champion Jordan Spieth seine dritte Runde „versaut“. Vielleicht hätte er sich dabei einfach an dieses Video-Shooting erinnern sollen:

Michael F. Basche

Michael F. Basche - Freier Autor für Golf Post

Als Journalist, Golfbetriebsmanager und notorischer Zu-Kurz-Putter ist Michael F. Basche auf vielfache Weise dem Golf verfallen. Nach Jahren als Tageszeitungs-Sportredakteur und im PR- und Marketinggeschäft berät er heute u. a. Golfclubs in Fragen der Corporate Identity. Und widmet sich schreibend den vielfältigen Facetten des Großartigsten aller Spiele.
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