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Masters: So lange es in der Familie (Haas) bleibt

31. Mrz 2016
Bill Haas (l.), sein Vater Jay (r.) und zwei weitere Verwandte stehen wie keine andere Familie für die Tradition beim Masters. (Foto: Getty)
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Die Tradition steht beim Masters in Augusta häufig im Vordergrund. Eine Tradition die sich auch durch viele Stammbäume zieht.

Verwandte beim Masters. Da war doch was. Genau vor zwei Jahren wurde im Augusta National Geschichte geschrieben als Craig Stadler, der liebevoll seiner Statur wegen „The Walrus“ (das Walross) genannt wird, genauso am Turnier teilnahm, wie sein Sohn Kevin. Für Craig, der 1982 gewann, war schon nach zwei Runden Schluss, da er den Cut verpasste. Kevin allerdings landete auf dem geteilten 8. Rang.

Auch wenn dies das erste Mal war, dass Vater und Sohn gleichzeitig spielten, war es natürlich nicht das erste Mal, das Verwandte am Masters teilnahmen. Meist geschah dies allerdings nicht im gleichen Jahr, wobei es auch hier schon Ausnahmen gab, so zum Beispiel das italienische Brüderpaar Edoardo und Francesco Molinari, die 2010 und 2012 zusammenspielten.


Große Siege bedeuten große Fußstapfen

Das es oft gar nicht so einfach ist, in die Fußstapfen, vor allem in die eines erfolgreichen Vaters zu treten, beweist das Beispiel von Guy Boros. Während Vater Julius drei Majors gewann und noch immer mit 48 der älteste Major Gewinner ist (beim PGA Sieg 1968 in San Antonio), hat es Sohn Guy gar nicht so leicht. Wo der Vater insgesamt 25 Mal beim Masters aufteete und sieben mal die Top 10 schaffte und 1963 gar Dritter wurde, verpasste der Sohnemann dagegen 1997 bei seiner einzigen Teilnahme nach zwei 79er Runden den Cut.

Etwas besser ging es da dem Neffen vom siebenmaligen Major Gewinner Sam Snead. Der Altmeister, der gleich drei mal das Grüne Jackett überstreifen durfte und 44 mal am Masters teilnahm, kann recht stolz auf seinen Neffen JC Snead sein, der 1973 immerhin Zweiter wurde und insgesamt 11 Mal dabei war.

Familie Haas hat das Masters fest in der Hand

Wenn man allerdings von Familienbanden beim Masters spricht, ist die Familie Haas obenauf. Angefangen hat es mit Bob Goalby, der 1960 das erste seiner 27 Masters Turniere absolvierte. 1968 gewann er – allerdings nicht ganz ohne Kontroverse da Tommy Aaron, der mit Roberto DeVicenzo spielte, dem Argentinier am 17. Loch eine Vier aufschrieb, obwohl er eine Drei gespielt hatte. DeVicenzo unterschrieb seine Karte, die falsche Vier blieb und Goalby gewann mit einem Schlag Vorsprung.

1976 nahm Goalbys Neffe, Jay Haas erstmals am Masters teil. 24 weitere Teilnahmen folgten und 1995 wurde er Dritter. 1985 als Jay Fünfter wurde, spielte auch Bruder Jerry mit. Er teilte sich den 31. Platz und war immerhin der zweitbeste Amateur im Feld. Auch Goalby war am Start, verpasste allerdings mit 159 Schlägen den Cut und teilte sich ausgerechnet mit Tommy Aaron, der ihn 17 Jahre zuvor zum Sieg verholfen hatte, den letzten Platz.

Sieben Jahre später spielte ein weiteres Familienmitglied in Augusta National beim Masters mit. Jays Schwager Dillard Pruitt wurde bei seiner ersten Teilnahme gleich 13. Im folgenden Jahr verpasste er den Cut und ließ sich einige Jahre später wieder in den Amateur Status versetzen.

Bill Haas hält die Fahne weiterhin hoch

Dann gab es einige Jahre Stillstand bei der Masters Tradition der Familie Haas, bis 2010 Jays Sohn, Bill Haas das erste Mal teilnahm. Bill, der ein Jahr später die 10 Mio. Dollar als FedEx Cup-Sieger gewann, wurde bei seiner ersten Teilname 26. und hat seitdem in jedem Jahr den Cut geschafft und wird auch in diesem Jahr dabei sein.

Vor zwei Jahren führte er mit einer 68 nach der ersten Runde. Nach einer 78 in der zweiten, wurde er am Ende 20. „Wenn ich nochmals in solch einer Situation wäre, hätte ich sicherlich stärkere Nerven,“ sagte er kürzlich. Obwohl er noch keine Top 10 Platzierung erzielen konnte, ist das Masters sein Lieblings-Major. „Ich liebe den Platz und habe ein gutes Gefühl. Es ist natürlich etwas besonderes, weil ich meinen Vater hier spielen sehen konnte. Er war erfolgreich und hat fast gewonnen. Viele meiner Freunde und Verwandte sind vor Ort.“

Mit familiärer Unterstützung zu Bestleistungen

Auch Vater Jay lässt es sich meist nicht nehmen Bill zu begleiten. „Die letzten paar Jahre haben wir auch zusammen gewohnt und nach einer Runde besprechen wir sie. Er zeigt mir weniger die schlechten Schläge, als das er mich für die nächsten Runden motiviert. Das hilft sehr und ist einer der Gründe warum ich hier ganz gut abschneide.“

Auch von Großonkel Bob Goalby hat er sich einiges abgeschaut. „Da sind schon einige Perlen der Weisheit, die ich von ihm habe, ohne es jemals gemerkt zu haben dass ich sie bekomme. Manchmal wünschte ich mir die könnten einige Schläge für mich schlagen, denn die Beiden kannten sich im Augusta National aus.“

Da dies aber nicht möglich ist, wird er auch in diesem Jahr wieder auf sich selber angewiesen sein – zumindest was die Schläge angeht. Aber sonst kann er auf eine Familie mit großer Masters Tradition zählen.

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Peter Auf der Heyde

Peter Auf der Heyde - Freier Autor für Golf Post

Peter kommt aus dem Land der Major-Sieger: Gary Player, Ernie Els, Retief Goosen usw. Der Journalist kam relativ spät zum Golf, aber als er 2013 am Tag nach dem Masters in Augusta auf dem 16. Loch (von den Pro Tees!) ein Birdie spielte, wähnte er sich im Golf Paradies. Seitdem geht es leider bergab, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Über Handicap spricht man nicht, das hat man.

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