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Titleist-Schlägerchef Steve Pelisek im Golf Post Interview

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14. Sep 2016
Im Rahmen des Medien-Launches des Titleist 917D Drivers traf unser Redakteur den Chef der Schlägersparte von Titleist, Steve Pelisek zum Interview. (Foto: Golf Post)
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Im GC Hofgut Georgenthal stand uns der „President Titleist Golf Clubs“ Steve Pelisek Rede und Antwort. Neben dem neuen 917D Driver stand die Zukunft im Fokus.

Anfang August hatten die Equipment-Spezialisten von Titleist zum Medien-Launch der neuen 917D Driver und 917F Fairwayhölzer in das Hofgut Georgenthal eingeladen. Neben ausführlichen Test und Analysen der neuen Schläger und einer Runde auf dem Platz des GC Georgenthal, hatten wir die Möglichkeit, den Chef der Titleist Schlägersparte, Steve Pelisek zu einem ausführlichen Interview zu treffen. Pelisek war hierzu extra aus den USA angereist und stand uns Rede und Antwort. Neben dem neuen 917D Driver drehte sich unser Gespräch um die Entwicklungen auf dem Equipment-Markt und die Zukunft von Titleist. Das ausführliche Interview finden Sie hier.

Golf Post: Guten Tag Herr Pelisek, vielen Dank für ihre Zeit und die Möglichkeit, Sie hier in Deutschland zu treffen.


Steve Pelisek: Es ist schön mal wieder nach Deutschland zu kommen und die hiesigen Medienvertreter, Retailer und Partner von Titleist zu treffen und sich mit Ihnen allen auszutauschen. Sie sind eine große Hilfe und tragen zu unserem Erfolg in Deutschland zu einem wichtigen Teil bei.

Golf Post: Vielen Dank. Kommen wir jedoch direkt zur Sache und stürzen uns auf die neuen 917D Driver. Was auffällt, ist das puristische Design. Im Gegensatz zu den ganzen aerodynamischen Einflüssen bei Callaway (Zusammenarbeit mit Boeing), Ping oder TaylorMade verzichten Sie bei Titleist vollkommen auf solche optischen Elemente auf und unter dem Schlägerkopf. Woran liegt das und was sagen Sie zu dieser Entwicklung?

Steve Pelisek: Wir bei Titleist glauben, dass diese ganzen aerodynamischen Elemente und Spielereien die Performance des Schlägers nicht signifikant verbessern. Darüber hinaus wollen wir schlichtweg Technologie in unseren Schlägern verbauen, von der wir wissen, dass sie auf jeden Fall funktioniert und den Schläger im Vergleich zu seinem Vorgängermodell auch wirklich besser macht. Das ist schließlich unser Anspruch. Wir wollen den Golfern etwas bieten, dass sie zu besseren Spielern macht und unsere Zielgruppe wünscht sich einen Schläger, der perfekt aussieht, der sich gut anfühlt und gut klingt und dem Titleist-Anspruch genügt bzw. diesen übertrifft, was uns beim neuen 917D Driver definitiv gelungen ist. Dementsprechend müssen unsere Designer teilweise sogar Technologie im Schläger „verstehen“, damit diese den Spieler nicht optisch erschlägt. Zum puristischen Design bleibt mir nur zu sagen, dass wir eigentlich gar keinen optischen Plan hatten, sondern in vorderster Front die Performance des Schlägers weiter verbessern wollten. Am Ende ist dann ein älteres und klassischeres Design herausgekommen, dass jedoch erstens sehr gut aussieht und zweitens auch bereits großen Zuspruch bei unseren Torspielern gefunden hat.

Golf Post: Gehen wir etwas mehr ins technische Detail. Mit dem ARC 2.0 soll mehr Ballgeschwindigkeit und eine höhere Fehlerverzeihung ermöglicht werden. Wie müssen wir uns diesen „Active Recoil Channel“ genau vorstellen?

Steve Pelisek: Sie müssen sich den Schlägerkopf als ein Weinglas vorstellen. Oben ist wesentlich dünner, weicher und brüchiger als unten am Bauch. Dies nun auf einen Driver-Schlägerkopf übertragen, bedeutet folgendes: Vorne ist das Material wesentlich dünner und nachgiebiger als hinten. Es drückt dementsprechend auch beim Kontakt mit dem Ball nach hinten und verformt sich in Richtung des dickeren, stabileren Teils des Schlägerkopfs. Diese Stabilität und Stärke im hinteren Teil katapultiert die Kraft wieder zurück Richtung Schlagfläche. Der ARC 2.0 greift in genau diesem Moment und wirkt wie ein Trampolin. Es verstärkt die zurückfließende Energie und verleiht dem Ball damit wesentlich mehr Geschwindigkeit. Dank des Kanals kann der komplette Schlägerkopf also zusammenarbeiten und sorgt für einen nur minimalen Energieverlust.

Golf Post: Sie haben auch „endlich“ den Sound verbessert und präsentieren dies, indem Sie die Tester mit Kopfhörern und Ohrstöpsel mehrere verschiedene Driver schlagen lassen. Was ist die Idee dahinter und warum war der Sound so wichtig?

Steve Pelisek: Der Sound war schlichtweg wichtig, weil uns die Tourspieler dort ein nicht so gutes Feedback in den vergangenen Jahren gegeben haben. Dies war für uns damit die wichtigste Baustelle, die wir nun endlich beheben konnten. Der Soundtest gründete derweil auf der Tatsache, dass die meisten Golfer Gefühl mit Gehörtem verwechseln. Wir haben so viele Spieler schon sagen hören: „Der hat sich aber gut angefühlt“ und dabei meinten sie meist den Klang bzw. das Soundfeedback. Dementsprechend wollten wir diesen Unterschied einfach einmal klar machen, indem wir den Testern ihr Gehör genommen haben und sie drei bis vier unterschiedliche Modelle haben durchspielen lassen. Im Endeffekt konnten wir so ein Feedback zum Sound und zum Gefühl bekommen und wissen nun, dass unser neuer 917D Driver mit das Beste ist, was es auf dem Markt gibt. Daher geht mein persönlicher Dank auch an die knapp 50 Entwickler, die am neuen Driver gearbeitet haben und besonders an unsere Akkustikingenieure, die den Großteil des Entwicklungsprozesses begleitet haben.

Golf Post: Blicken wir nun einmal auf das Tagesgeschäft. Vor kurzem hat Nike seinen Ausstieg aus dem Golfschlägersegment bekanntgegeben und folgt damit dem Beispiel von Adidas. Die vielen Spieler, unter anderem Rory McIlroy und Tiger Woods, die nun ohne Schläger-Ausrüster dastehen, müssen irgendwo unterkommen. Wird sich Titleist intensiv um diese bemühen und mit großen Verträgen locken?

Steve Pelisek: Wir haben für uns das Bewusstsein, dass wir die besten Technologien, die besten Schläger und die beste Performance anbieten. Demnach wissen wir auch, dass die Spieler auf den Touren, die das beste Equipment haben wollen, zu uns kommen. Ergo bemühen wir uns nicht aktiv um Spieler. Es ist einfach so, dass wir mit unserem Pro V1x und allgemein unseren Bällen die Nummer eins auf der Tour sind und das auch auf lange Sicht so bleiben wird. Dieses Ziel verfolgen wir mit unseren Schlägern jedoch nicht, da wir weiterhin schlichtweg die besten Schläger herstellen wollen und diese immer weiter verbessern wollen. Marktanteile und Volumen sind einfach nicht unser Ziel, denn unsere Philosophie lautet: „Wir wollen nicht die Größten sein, sondern die Besten.“ (Anm. d. Red.: Zur Frage nach dem neuen Schlägerbauer PXG wollte sich Steve Pelisek lieber nicht äußern und gab schmunzelnd zu Protokoll, dass er sie nicht für ernsthafte Konkurrenz hält.)

Golf Post: Zu guter letzt, was dürfen wir in den nächsten Jahren von Titleist erwarten?

Steve Pelisek: (lacht freudig) Wir haben tonnenweise Ideen und Möglichkeiten in der Pipeline und den Köpfen unserer Entwickler und warten nur darauf dies alles rauszulassen und umzusetzen. Nichtsdestotrotz werden wir unserem Zwei-Jahres-Rhytmus treu bleiben und in dieser Taktung die neuen Modelle der jeweiligen Serien präsentieren. Anders ginge es auch gar nicht, da unsere Entwicklungsprozesse nicht nur zwei Jahre andauern, sondern meist vier bis fünf Jahre in Anspruch nehmen. Außerdem haben wir einen Ruf zu verteidigen und wollen unserer Zielgruppe, den „dedicated golfers“, weiterhin nur das beste Equipment anbieten, dass immer wieder mit neuen Technologien und Vorteilen zu überzeugen weiß.

Golf Post: Das klingt nach einem klaren Plan und nach weiterhin rosigen Zeiten für Titleist?

Steve Pelisek: Das sehe ich genauso. Wir haben darüber hinaus den Luxus, dass wir uns ausschließlich auf uns selbst konzentrieren und tun können was uns richtig erscheint. Somit zählt nur die Performance und die Qualität unserer Produkte, die wir immer weiter verbessern wollen und werden. Wir haben schließlich eine Verantwortung gegenüber unseren Spielern und eine klare Philosophie, die wir erfüllen wollen und solange der Ball über die Plätze dieser Welt rollt, werden wir mit dieser Philosophie auch Erfolg haben.

Vielen Dank und weiterhin viel Erfolg, Herr Pelisek!

Eindrücke vom offiziellen Titleist PGA-Tour-Launch

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Robin Bulitz

Robin Bulitz - Redakteur bei Golf Post

Robin ist im Alter von 22 Jahren aktiv zum Golfsport gekommen und seitdem Feuer und Flamme. Durch seine sportlichen Erfahrungen im Handball und Tennis konnte er sich schnell mit der kleinen, weißen Kugel arrangieren und kratzt inzwischen am Single-Handicap. Ab Februar 2016 zunächst als Werkstudent, mischt Robin seit August im Tagesgeschäft mit und testet besonders das umfangreiche Equipment auf Herz und Nieren.

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