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Tiger Woods: Der Rücken hält, das Schwungtempo ist wieder da

09. Dez 2014
Tiger Woods war nach seinem Comeback trotz des letzten Platzes zufrieden. (Foto: Getty)
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„Vier Tage schmerzfrei“ – zufriedene Comeback-Bilanz trotz der roten Laterne. Neuer Werbevertrag versüßt Feiertage.

Lindsey Vonn hat‘s besser gemacht als ihr Tiger: Während Woods bei seinem Comeback auf der Turnierbühne vor allem über sein kurzes Spiel stolperte, fand sich die US-Ski-Heroine im kanadischen Lake Luise auf ihren langen Brettern sofort zurecht. Nach zwei Eingriffen am Knie und 22-monatiger Abstinenz krönte sie die Rückkehr in den alpinen Weltcup mit dem 60. Abfahrtssieg ihrer Karriere. „Tiger war auf dem Weg zurück eine große Inspiration“, lobte Vonn. Der Lebensgefährte gratuliert artig per Twitter: „Ich habe teilgenommen und ,Linds‘ hat gewonnen!“

„Genau das Richtige für meinen Körper“

Von einem ähnlich erfolgreichen Einstand war Woods bei seiner eigenen Hero World Challenge im Isleworth Golf Club zu Windermere/Florida in der Tat meilenweit entfernt. Dennoch war der bald 39-Jährige, den zwischendurch auch noch 39 Grad Fieber und Übelkeit plagten, mit seinem ersten Auftritt nach all den Rückenproblemen, nach Turniereinbrüchen und Bandscheiben-OP sowie nach letztlich viermonatiger Pause nicht unzufrieden. „Ich habe vier Tage durchgespielt, habe den Ball so hart geschlagen wie ich wollte – und hatte keine Schmerzen“, bilanzierte der Gastgeber mit immer noch brüchiger Stimme. „Die Art, wie ich diese Woche meine Drives geschlagen habe, ist genau das Richtige für meinen Körper. Ich habe mein Schwungtempo zurück.“

Das findet sogar den Beifall des gerne Seitenhiebe austeilenden Hank Haney: „Einige seiner Drives waren die besten der vergangenen fünf Jahre.“ Und: „Er ist wieder in der Spur“, twitterte Woods‘ Ex-Coach. Dann kam doch noch eine Spitze, ganz eindeutig in Richtung Sean Foley, dem Trainer zwischen Haney und Chris Como: „Er [Woods] hat die vergangenen fünf Jahre verschwendet!“

Jetzt muss nur noch das kurze Spiel wieder passen. Die US-Medien schrieben angesichts der miserablen Tiger-Chips gar von einem Yips des Superstars. Woods stellt sich auf „harte Arbeit“ ein: „Offensichtlich ist da einiges zu tun.“

Größter Sponsoren-Deal seit dem Skandal

Auch da baut er ganz auf den neuen Mann an seiner Seite. Chris Como, der 37-Jährige Bio-Mechaniker aus dem Gleneagles Country Club nahe Dallas, bei dem der halbe Tag Unterricht bislang 1.500 Dollar kostete, ist indes weniger ein Schwungtrainer, denn ein Schwungberater. „Ich bin ein großer Chris-Como-Fan“, sagte dieser Tage Brad Faxon: „Er weiß mehr über den Golfschwung, als du dir überhaupt vorstellen kannst.“ Tiger Woods war nach eigenen Worten „sehr überrascht und erfreut darüber, wie mein Schwung seiner Meinung nach aussehen sollte. Wir stimmen völlig überein.“

Bei solchen Voraussetzungen dürfte das Duo auch die Wedges in den Griff kriegen, bis der Tiger über Weihnachten pausiert. Die Feiertage versüßt er sich übrigens mit einem neuen Werbevertrag. Die „Hero MotoCorp“, Indiens größter Produzent von Zweirädern sowie Sponsor von Woods‘ „World-Challenge“-Turnier, zahlt dem Superstar als ihrem neuen Markenbotschafter fürderhin rund acht Millionen Dollar jährlich. Es ist die bislang größte Kooperation zwischen einem indischen Unternehmen und einem internationalen Sportstar und gleichzeitig Tigers größter Deal seit den skandalbedingten Sponsoren-Verlusten.

Rory McIlroy: „Golf ist besser mit Tiger!“

Auf einem anderen Feld ist Woods derzeit freilich nicht mehr erste Wahl. Die Buchmacher haben ihn bei seiner Jagd nach dem Major-Rekord von Jack Nicklaus quasi abgeschrieben und trauen viel eher Rory McIlroy zu, die 18 Erfolge des „Goldenen Bären“ zu erreichen oder gar zu übertrumpfen. Beim Wettbüro William Hill beispielsweise steht die Quote für „Rors“ aktuell bei 6:1. Woods würde momentan 8:1 zahlen. McIlroy selbst sind die Zahlen egal. Der Weltranglisten-Erste erwartet 2015 wieder ernsthafte Konkurrenz von Woods. Sowieso, sagt McIlroy, „ist Golf viel besser, wenn ein gesunder Tiger mitspielt“!

Was glauben Sie: Schafft Tiger es mit gesundem Rücken und neuem Trainer zurück an die Spitze?

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Michael F. Basche

Michael F. Basche - Freier Autor für Golf Post

Als Journalist, Golfbetriebsmanager und notorischer Zu-Kurz-Putter ist Michael F. Basche auf vielfache Weise dem Golf verfallen. Nach Jahren als Tageszeitungs-Sportredakteur und im PR- und Marketinggeschäft berät er heute u. a. Golfclubs in Fragen der Corporate Identity. Und widmet sich schreibend den vielfältigen Facetten des Großartigsten aller Spiele.
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