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Momente für die Ewigkeit – Highlights der Open

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18. Jul 2015
Miguel macht auf Wall-E - der Spanier hat sich mit diesem Schlag verewigt. (Foto: Getty)
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Von Lee Trevino bis Tiger Woods – einige Momente der Open Championship werden niemals vergessen. Ein Videorückblick.

Es ist das älteste Major im Golf: Die 145. Open Championship steht vor der Tür, zum ersten Mal ausgetragen im Jahr 1860. Seit 1873 gibt es den Claret Jug als Trophäe, Tom Kidd nahm sie in jenem Jahr als Erster in Empfang. Doch der erste Name darauf lautet „Tom Morris Junior“, der den noch nicht fertiggestellten Pokal bereits im Vorjahr hätte bekommen sollen. Tradition, die lebt. Geschichte, die seit 156 Jahren an jedem dritten Freitag im Juli fortgeschrieben wird. Und dass es dabei schon unvergessene Momente gab, ist wenig verwunderlich. Ob Tiger Woods 2006 oder Lee Trevino 1972 – wir wollen zurückschauen auf monumentale Momente nicht nur der Open-Championship- sondern auch der Golfgeschichte.

Miguel Angel Jimenez – Gegen die Wand

Am Ende wurde Miguel Angel Jimenez geteilter 27ter, seinen Schlag an der 17 in St. Andrews wird aber so schnell keiner vergessen. Ganz in gelb ging der Spanier auf den heiligen Rasen, doch der Annäherungsschlag am vorletzten Loch ließ ihm keine andere Möglichkeit – es musste ein Trickshot werden. Die meisten von uns hätten den Ball nicht mal ohne Mauer aufs Grün bekommen. Miguel Angel Jimenez macht’s spektakulär!


Schließt sich der Kreis für Justin Rose?

Man könnte meinen, mit 17 Jahren bei The Open Championship dabei zu sein, sollte Ehre genug sein. Wer es dann auch noch schafft, gutes Golf zu zeigen, dem gebührt ganz besonderer Respekt. Was aber ein zurückhaltender Engländer 1998 für ein finales Loch hinlegte sprengt fast die Grenzen des Möglichen.  Als 17-jähriger Amateur war spätestens nach dem Schlag auf der 18 in Royal Birkdale klar: Der Junge wird Profi!

The Open Championship – Das Duell in der Sonne

Es ging als eines der größten Duelle der Geschichte in die Annalen ein: Tom Watson und Jack Nicklaus, Nase an Nase bis aufs letzte Loch. Schon in der dritten Runde der Open Championship 1977 waren die beiden gemeinsam über 18 Löcher in Turnberry gegangen, beide spielten die 65 und gingen als Führungsduo in den letzten Tag. Es war ein Kampf auf Augenhöhe, erst ging Nicklaus in Front, dann lochte Watson drei von vier Löchern zum Birdie und lag zwei Schläge vor dem goldenen Bären. Am letzten Loch sollte sich entscheiden, wer dieses epische Ringen gewinnt – mit dem besseren Ende für Tom Watson, der sich damit seine zweite British Open und seinen dritten Major-Titel sicherte.

Vom „Tal der Sünde“ in den Golf-Olymp

Es gibt eine Reihe von Elemten auf dem Old Course in St. Andrews, die den eigentlich so simpel strukturierten Golfplatz plötzlich zu einem Monster werden lassen – das Valley of Sin gehört zweifelsohne dazu. Die große, tiefe Mulde vor dem letzten Loch in St. Andrews hat seinen Namen aus einer Zeit, in der es bei zeitweiligem Wasser noch kein straffreies Droppen gab – es hieß: Spielen wie er liegt oder Strafschlag. Diese Entscheidung mussten viele Spieler treffen, Costantino Rocca zu seinem Glück nicht. Er nahm 1995 ganz trocken den Putter.

Wie steil es wirklich hoch geht zum Loch, sieht man in der Einstellung deutlich, wo der Italiener überwältigt von seiner Freude auf dem Grün liegt. Mit diesem spektakulären Putt erzwang er ein Stechen gegen den späteren Sieger John Daly. Rocca stand zweimal in seiner Karriere im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Zwei Jahre nach dem Sieg bei The Open Championship ging er in Augusta mit Tiger Woods auf die Finalrunde – er hatte einen Logenplatz für den ersten Majorsieg der Legende, der bekanntlich mit zwölf Schlägen Vorsprung bei -18 ein historischer war.

Lee Trevino holt sich seinen zweiten Open-Titel in Folge

Er war einer der größten Sprücheklopfer des Sports, noch heute sind Zitate aus dem Munde Lee Trevinos nahezu in jeder Golfrunde anzutreffen. Was ihn von den meisten anderen Schwätzern auf 18 Löchern unterschied? Große Klappe, Großes dahinter. Trevino war das Kind mexikanischer Einwanderer und wurde von seinem Großvater aufgezogen.

Ab seinem fünften Lebensjahr arbeitete er auf den Baumwollfeldern im Süden der USA, mit acht Jahren schenkte ihm sein Großvater seinen ersten Golfschläger. Etwas mehr als 20 Jahre danach gewann Lee Trevino mit der US Open 1968 seinen ersten von sechs Major-Titeln. Der Chip aus dem Rough an der 17 1972 ebnete den Weg für den zweiten Sieg bei The Open Championship in Folge. 1974, nach einem weiteren Major, wurde er von einem Blitz getroffen und erlitt schwere Verletzungen – doch mit dem Herz eines Kriegers kämpfte sich Trevino zurück und gewann 1984, im Alter von 44 Jahren, noch einmal die PGA Championship.

Tiger Woods 2006 in Hoylake

Es wohl ein ganz besonderer Sieg in der erfolgreichen Karriere von Tiger Woods. Zwei Monate zuvor, im Mai 2006, war sein Vater Earl verstorben, und im Juli erspielte sich sein Sohn den elften Major-Titel bei der Open Championship. Woods beeindruckte in jenem Jahr mit seinem Match-Plan und der konsequenten Umsetzung dessen. Er traf über die vier Tage auf dem Royal Liverpool, der auch 2014 Austragungsort der British Open ist, nur dreimal einen Bunker. Er benutzte so gut wie nie seinen Driver und vermied strikt jedes Risiko. Vollkommen verdient erspielte er sich 2006 den Claret Jug – und noch alle (!) sechs (!) nachfolgenden Turniere in der PGA-Tour-Saison 2006.

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Royal Liverpool - Der Austragungsort der British Open in Bildern

Oliver Felden

Oliver Felden - Freier Autor für Golf Post

Während seines Studiums der Sportwissenschaft und Germanistik kam er über das Crossgolfen auf die gemähten Wiesen der Republik. Seine Waffen sind die kurzen Eisen, doch der Putter bringt ihn noch viel zu oft auf den Boden der Tatsachen zurück. Seine Abschlussarbeit hatte den Titel: "Golf in der Schule - Bildungspotenziale und Grenzen".
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