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Lucas Kuhl
PGA Coach & Trainingsexperte bei Golf Post

Lucas Kuhl hat mit 8 Jahren das erste Mal die Golfschläger in die Hand genommen und die Faszination des Sports zieht ihn bis heute in seinen Bann. Als PGA Professional in der Schwedischen Golfakademie (Golfanlage Clostermannshof) lebt er dafür, sein Wissen und seine Faszination an seine Schüler - ob groß oder klein - weiterzugeben. Besonders treibt ihn die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen an, um alterspazifisch individuell auf deren Fähigkeiten und Bedürfnisse einzugehen und seine Schützlinge auch an den Leistungssport heranzuführen. Sie finden Lucas Kuhl auch unter www.lucaskuhl.de

„Mein Kind wird mal ein Großer“ – Wie Eltern Talent in Desinteresse verwandeln

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11. Aug 2016
Die Förderung von Talent ist für alle Beteiligten eine Gratwanderung. (Foto: Getty)
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„Mein Kind ist ein Talent“, hat Lucas Kuhl schon oft gehört. Aber was ist Talent und wem dient es?

Im Kinder– und Jugendbereich wird insbesondere von Eltern gerne über Talent gesprochen. Zu oft ohne zu wissen, wovon hier wirklich die Rede ist. So musste ich in meiner Laufbahn schon häufiger feststellen, dass in vielen Fällen eher der Wunsch der Vater des Gedankens ist und man sein Kind einfach Kraft eigener Entscheidung und nach eigenen Maßstäben zu selbigem erklärt. Es ist überhaupt nichts Verwerfliches daran, stolz auf sein Kind zu sein und ihm das auch mit auf seine Reise zu geben. Jedoch gibt es Unterschiede zwischen tatsächlichem und herbeigesehntem Talent.

Aber gehen wir ein Stück zurück und versuchen, die Begrifflichkeit besser greifbar zu machen. So sagt die Lehre, dass mit Talent oder Begabung eine besondere Leistungsvoraussetzung einer Person auf einem bestimmten Gebiet bezeichnet wird. Bei dieser Leistungsvoraussetzung handelt es sich üblicherweise um eine oder mehrere überdurchschnittliche Fähigkeiten.


Talent ist eine besondere Voraussetzung

Für viele Eltern ist mitunter das Kind aber schon dann ein Talent, wenn es ein paar Bälle trifft und diese in eine „ungefähr“ anvisierte Richtung fliegen. Natürlich ist dies für alle beteiligten schön, aber reicht das alleine aus?
Erneut: Golf ist ein toller Sport und ich arbeite mit jedem Kind auf der Anlage gerne, was Interesse an unserem Sport zeigt. Aber wir sollten immer darauf achten, in welchem Bereich wir uns befinden, wohin das Kind will und wohin die Eltern mit dem Kind wollen.

Die Aussage ‚Mein Kind hat Talent, wird später mal ein Großer und verdient damit sein Geld‘, hören wir als Trainer oft.

Talent allein ist nicht genug

Jeder fängt klein an und kämpft sich dann mit vielen Hindernissen auf sein nächstes Level. Seit zwei Jahren habe ich das Glück auf internationalen Turnieren mit einem meiner jugendlichen Schützlinge unterwegs sein zu dürfen. Alle Kinder, die dort spielen, bringen die Voraussetzungen für einen sehr guten Golfer mit, doch nur die wenigsten werden den Sprung zu den Profis schaffen. Denn neben tatsächlichem Talent braucht es noch weitere Grundbausteine wie z.B.: Selbstdisziplin, Trainingsfleiß, Motivation, Technikaffinität. Auf ein paar Bausteine möchte ich näher eingehen:

Technik ist ein großer Bestandteilteil meiner Arbeit (auch schon in jungen Jahren), denn die Technik ist die Basis allen Handelns, um später variabel und dennoch konstant zu bleiben. Hier gibt es durchaus die verschiedensten Trainingsansätze, welche für das jeweilige Kind richtig gewählt werden müssen. Techniktraining, um den Schwung von Anfang an in die richtige Richtung zu trainieren vs. erstmal die Grundbausteine stärken oder mehr spielerisch an verschiedene Themen ran gehen. Wichtig ist herauszufinden, wie ihr Kind lernt und welche Art des Trainings von Vorteil ist.

Am schwersten für Kinder in jungem Alter ist die Selbstdisziplin. Jeder kennt das: Sich auf die Range zu stellen und Bälle zu schlagen ist mühsam und langweilig. Hier gilt es für uns als Trainer verschiedenste Anreize zu schaffen, damit die Kinder außerhalb des regelmäßigen Trainings Lust zum Üben haben und auf die Anlage kommen. Aber wir können nur Anreize schaffen, die zugehörige Motivation sich darauf einzulassen und tatsächlich etwas zu tun, kann nur vom Kind kommen.

Förderung kann zur Belastung werden

Zu unserm Sport gehört es insbesondere, mit den Höhen und Tiefen fertig zu werden und zu lernen, mit Niederlagen umzugehen – manchmal noch mehr für die Eltern. Auch, wenn Ihr Kind nicht alle Turniere gewinnt, kann es ein Talent sein.

Achtung liebe Eltern: Die Übermotivation kann auch ins Negative kippen. Da liegen die Wunschvorstellungen von Kind und Eltern oft so weit auseinander, wie ich es auf den erwähnten internationalen Turnieren immer wieder sehe. Eltern versuchen alles aus ihren Kindern herauszuholen, um die eventuell vorhandene Begabung weiterzuentwickeln. Dabei sollte das Kind hier gerne und ohne zusätzlichen Druck auf die Runden gehen, da allein eine Qualifikation für ein solches Turnier schon eine fantastische Leistung ist.
Aber die Erwartungen beider Parteien sind leider häufig unterschiedlich hoch gesteckt, damit zu weit voneinander entfernt und führen oft zur Demotivation.

Für uns als Trainer ist es wichtig, die Entwicklung Ihres Kindes in allen sportrelevanten Bereichen mit zu stärken und weiterzuentwickeln. Aber für den Erfolg braucht es mehr als nur Talent. Manchmal sollten wir einen Schritt zurück machen und einfach nur genießen, was die Kinder zeigen.

Kontaktformular Lucas Kuhl

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Lucas Kuhl - PGA Coach & Trainingsexperte bei Golf Post

Lucas Kuhl hat mit 8 Jahren das erste Mal die Golfschläger in die Hand genommen und die Faszination des Sports zieht ihn bis heute in seinen Bann. Als PGA Professional in der Schwedischen Golfakademie (Golfanlage Clostermannshof) lebt er dafür, sein Wissen und seine Faszination an seine Schüler - ob groß oder klein - weiterzugeben. Besonders treibt ihn die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen an, um alterspazifisch individuell auf deren Fähigkeiten und Bedürfnisse einzugehen und seine Schützlinge auch an den Leistungssport heranzuführen. Sie finden Lucas Kuhl auch unter www.lucaskuhl.de

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