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Stenson und Kjeldsen: Zwei Skandinavier jagen Phil Mickelson

16. Jul 2016
Wie lange lacht Phil Mickelson noch? "Lefty" führt die British Open an, wird allerdings von zwei Skandinaviern gejagt. (Foto: Getty)
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Allerlei von der Open: „Lefty“ hat was am Hut, besseres Wetter am „Moving Day“, ein hämischer Bunker und ein besonderes Jubiläum.

Noch nie hat ein Skandinavier ein Major gewonnen: Doch Henrik Stenson und Søren Kjeldsen haben sich zum „Moving Day“ der 145. Open Championship in Schlagdistanz gebracht. Beiden gleich ist, dass sie allmählich die Uhr ticken hören. „Es war mein Ziel, mich in Reichweite zu bringen“, sagte Stenson über seine 65er Runde (-6), die den Schweden mit insgesamt -9 bis auf einen Schlag an Phil Mickelson heranbrachte. „Ich bin jetzt 40 und kann diese Turniere nicht ewig spielen, habe vielleicht noch 12 oder 15 aussichtsreiche Versuche vor mir.“ Das Alter beschäftigt auch Sören Kjeldsen: „Die Leute werden 40 und dann geht‘s abwärts. Ich habe hart dagegen angekämpft.“ Der 41-jährige Däne erlebt in der Tat gerade eine Art zweiten Frühling, gewann 2015 die Irish Open, wurde heuer geteilter Siebter beim Masters und geht nach seiner 68, der einzigen bogeyfreien Runde des Freitags, mit sieben unter Par ins Open-Wochenende.

Spitzenreiter Mickelson sieht das alles entspannt. Er verspüre keinen übergroßen Druck, sagte der 46-Jährige, da er den „Claret Jug“ bereits 2013 gewonnen habe: „Außerdem spiele ich hier gerade so gut Golf wie nicht allzu oft in den vergangenen zehn Jahren!“


„Lefty“ trotzt dem Wetter

Wetterprofi: Phil Mickelson ist ein alter Fuchs, nicht nur am Schläger, auch beim Kampf mit den Elementen. Gestern spielte der fünffache Majorsieger die nass-kalt-stürmische zweite Runde beidseitig mit Regenhandschuhen – und einer seitlichen Falte an der Kappe, die mit einem Dokumenten-Clip fixiert war. „Einfach nur, damit sie hält und nicht wegfliegen kann“, sagte „Lefty“: „Ich weiß, dass es schrecklich aussieht.“ Viel Resonanz erntete auch Billy Horschel, als er auf der 18 seine Kappe verkehrt herum aufsetzte, weil ihn das vom Schirm tropfende Wasser störte. In den sozialen Medien gab‘s Applaus, doch gleichsam Kritik für eine angebliche Respektlosigkeit.

Stenson ist jetzt Mitfavorit

Wechselspiel: Mit seiner 73er Runde hat sich Martin Kaymer wieder aus dem Kreis der Open-Favoriten geschossen, rangiert nur noch bei 40:1. Neuer „Liebling“ der Buchmacher neben Spitzenreiter Phil Mickelson ist Henrik Stenson, beide haben eine Quote von 9:4. Es folgen Søren Kjeldsen (12:1) sowie Titelverteidiger Zach Johnson und Sergio Garcia (beide 15:1). Rory McIlroy und Dustin Johnson bringen es nur noch auf 20:1.

Ein Bunker twittert

Eigenleben: „Coffin“ ist der Star unter den fünf Bunkern rund um die berühmt-berüchtigte Par-3-Acht „Postage Stamp“ und hat sogar einen Twitter-Account. Unter „twitter.com/TroonCoffinTrap“ kriegt jeder sein Fett weg, der im sandigen „Sarg“ (Coffin) auf der linken Seite des Grüns landet.

Die Acht auf Strickers „blasser“ Scorekarte

Verrückte Runde: So‘ne Scorekarte sieht man auch selten. Steve Stricker, Veteran und Golfer im halben Ruhestand, fabrizierte am Freitag auf Royal Troon 17 Pars, unter den ekligen Bedingungen aller Ehren wert. Doch inmitten der blassgrauen Zahlen des TV-Ergebnisdiensts ragte eine einsame blaue Acht hervor, das Vierfach-Bogey, der „Schneemann“ auf der 15 nach zwei Schlägen ins „Gemüse“. Mit Even Par fürs Turnier rutschte der 49-jährige Amerikaner dennoch ungefährdet ins Wochenende.

Das Wetter und die Ergebnisse

Wetterfühlig: So faszinierend eine Open Championship auf den klassischen britischen Linkskursen ist, so nervig kann sein, dass die ständig wechselnden Wetterlagen stets Spieler benachteiligen. Bestes Beispiel ist der Freitag in Troon, an dem die „Vormittagsspieler“ das Leaderboard bevölkerten, während nachmittags der Wind mit Böen von fast 50 km/h den heftigen Regen „aufmischte“ und die Ergebnisse drückte, jedoch immerhin die Cutlinie auf +4 absenkte. Jordan Spieth, Bubba Watson oder Danny Willett dürften dankbar sein. Heute wird‘s wieder weniger eklig: Bewölkt bei maximal 15 Grad, Wind mit bis zu 30 km/h, Regenrisiko bei 30 Prozent.

„Einsamer“ Shane Lowry

Katerstimmung: Shane Lowry hatte sich so sehr auf den Flight mit Jordan Spieth und Justin Rose gefreut („Genau dort will ich sein, bei den besten Spielern“), doch am Ende seines diesjährigen Open-Auftritts klang es eher nach Katzenjammer: Er habe sich „noch nie so einsam auf einem Golfplatz gefühlt, wie auf der harten Back Nine von Royal Troon“, sagte der mit +7 am Cut gescheiterte Ire.

Im Open-Wochenende ein Jahr nach Krebs-OP

Besonderes Jubiläum: Am 15. Juli 2015 wurde Matthew Southgate operiert, nachdem beim Engländer Hodenkrebs diagnostiziert worden war. Auf den Tag ein Jahr später erzählte der 27-jährige Qualifikant gestern, wie „absolut begeistert“ er ist, diese Open spielen zu können und sogar den Cut überstanden zu haben. Bei der Irish Open im Mai war Southgate schon Vierter geworden, jetzt will er das Wochenende von Royal Troon mit Familie und Freunden „einfach nur genießen“.

„Heiße Bilder“ von der Range

Für Golf entbrannt: Eine der beiden beweglichen Kameras, die das Geschehen auf Royal Troon aus besonderen Perspektiven vermitteln sollen, nämlich die an der Driving Range, hat gestern ihren Dienst quittiert. Aus einem der Motoren, die das Gerät entlang gespannter Drähte mitlaufen lässt, schlugen plötzlich Flammen. Die Kamera an der „Postage-Stamp“-Acht ist aber noch in Betrieb.

Wow! Range cam goes on fire at #TheOpen.

Ein von Golfcentral Daily (@golfcentraldaily) gepostetes Video am 15. Jul 2016 um 7:10 Uhr

Michael F. Basche

Michael F. Basche - Freier Autor für Golf Post

Als Journalist, Golfbetriebsmanager und notorischer Zu-Kurz-Putter ist Michael F. Basche auf vielfache Weise dem Golf verfallen. Nach Jahren als Tageszeitungs-Sportredakteur und im PR- und Marketinggeschäft berät er heute u. a. Golfclubs in Fragen der Corporate Identity. Und widmet sich schreibend den vielfältigen Facetten des Großartigsten aller Spiele.
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