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Siem vs. Kaymer – Wer hat die größeren Chancen auf den Titel

20. Jun 2012
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Für die beiden besten Golfer Deutschlands ist die BMW International Open ein Heimspiel. Welcher der beiden wird besser abschneiden? 

Eine klasse Auslosung der Abschlagzeiten für deutsche Fans: Martin Kaymer und Marcel Siem schlagen am Donnerstag (8:10 Uhr) und am Freitag (13:10 Uhr) bei der BMW International Open zusammen ab. Der dritte Mann im Flight ist der Titelverteidiger Pablo Larrazábal. Wer schneidet in diesem Flight und insgesamt bei dem Turnier besser ab – Martin Kaymer oder Marcel Siem?

Marcel Siem: Bislang beste Saison der Karriere

Siem spielt seit 2002 auf der European Tour, allerdings konnte er in diesem Zeitraum erst einen Turniersieg auf der European Tour einfahren – die Dunhill Championship 2004. Siem hat in der Saison 2012 bislang 11 Turniere gespielt, schaffte es dabei drei Mal in die Top 10, davon zweimal sogar in die Top 5. Insgesamt kam Siem bei 10 von 11 Teilnahmen ins Geld, sein 2012 gewonnenes Preisgeld beträgt 493.220 Euro.


Marcel Siem spielt dieses Jahr ohne Zweifel eine hervorragende Saison und hat zum jetzigen Zeitpunkt schon mehr verdient, als in einer kompletten Saison der letzten fünf Jahre. Keine Frage, der laut Weltrangliste zweitbeste deutsche Profi hat in der Vorbereitung auf die Saison einiges richtig gemacht.

Martin Kaymer: Noch ohne große Erfolge in 2012

Martin Kaymer spielt seit 2007 auf der European Tour und hat schon oft seine Gewinnerqualitäten gezeigt: Schon 10 European Tour Siege (1 Major) stehen für den Mettmanner auf dem Konto – drei davon gewann Kaymer im Playoff. In der laufenden Saison 2012 hat Kaymer an 10 Turnieren teilgenommen, drei Mal beendete er das Turnier unter den Top 10. Sein 2012 gewonnenes Preisgeld liegt bei 495.062 Euro. Mit einer viel diskutierten Schwungumstellung gelang Kaymer allerdings noch kein Sieg in der Saison 2012.

Allerdings hat der Majorsieger in aktuellen Interviews immer wieder betont, dass er sich gut fühlt und überzeugt von seiner Umstellung sei. Laut Kaymer hat sich sein Schlagrepertoire verbessert und das kann in vielen Situationen ein großer Vorteil für ihn werden. Kaymer hat in den letzten Turnieren eine klare ansteigende Form gezeigt und letztes Wochenende eine sehr gute US Open gespielt (T15).

Saison 2012 – Wer ist besser?

Betrachtet man nur die Turniere, an denen beide teilgenommen haben (5), liegen die Vorteile bei Siem. Drei Mal war Marcel am Ende besser platziert als Kaymer. Die golfspezifischen Statistiken lassen kaum Vorteile erkennen. Die durchschnittlichen Weiten der Drives beider deutschen Golfgrößen liegen beispielsweise sehr nah beieinander:  298 Yards (Siem) und 295,7 Yards (Kaymer). Die einzigen nennenswerten Unterschiede liegen in den getroffenen Fairways pro Runde (51,7% für Siem und 59,7% für Kaymer). Wobei man hier aufpassen muss: Siem spielt oft sehr aggressiv und kürzt gerne, wenn auch risikoreich, ab. Die Puttstatistik spricht leicht für Kaymer und die durchschnittlichen Rundenscores favorisieren eher Siem.

Vergleich Marcel Siem vs. Martin Kaymer

Stand: 20.06.2012 Marcel Siem MartinKaymer
Gespielte Turniere 11 10
Geschaffte Cuts 10 9
Top-10 Platzierungen 3 3
Top-5 Platzierungen 2 0
Turniersiege 2012 0 0
Driving Distance 298 Yards (35. der European Tour) 295,7 Yards (49.)
Rundendurchschnitt 70.61 (15.) 71.07 (35.)
Putts pro Runde 29.7 (77.) 29.1 (29.)
Preisgeld € 493.220 € 495.062
Weltrangliste 121. 13.

Beim Heranziehen der Statistik liegt ein gravierendes Problem auf der Hand: Beide Spieler haben an völlig unterschiedlichen Turnieren teilgenommen. Es ist ein erheblicher Unterschied, ob das Turnier US Open oder Avantha Masters heißt. Die zwei Golfprofis stammen aus der unmittelbaren Nähe von Pulheim-Stommeln, von Mettmann aus braucht man ca. 40 Minuten bis zum Gut Lärchenhof. Sie haben beide schon etliche Male auf dem Platz des Guts Lärchenhof gespielt, das kann ein großer Vorteil gegenüber der Konkurrenz sein.

Fazit: Ein Sieg beim „Heimspiel“ wäre für beide Golfprofis ein Traum – die Chancen stehen für beide sehr gut, aufgrund seiner Erfahrungen mit Turniersiegen sehe ich leichte Vorteile bei Kaymer.

 

Matthias Kiesinger

Matthias Kiesinger - Freier Autor für Golf Post

Matthias ist diplomierter Sportwissenschaftler. Er hat Schwächen bei Annäherungen, dafür kommt das Eisen 3 (teilweise) überraschend gut. Mit Bogey-Handicap ist noch viel Luft nach oben. Ziel: Single Handicap und einmal im Leben eine Par-Runde. Sein Golfvorbild ist Ivan Lendl.
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