Ryder Cup Report

  • Ryder Cup Tag 3 – Die Singles-Paarungen

    2012-09-29 20.18.27
  • Die entscheidende Phase des Ryder Cups 2012 steht an – die Singles am Sonntag. Martin Kaymer spielt gegen Steve Stricker.

  •  Singles Europa USA
    18:03 Uhr (MEZ) Luke Donald Bubba Watson
    18:14 Uhr (MEZ) Ian Poulter Webb Simpson
    18:25 Uhr (MEZ) Rory McIlroy Keegan Bradley
    18:36 Uhr (MEZ) Justin Rose Phil Mickelson
    18:47 Uhr (MEZ) Paul Lawrie Brandt Snedeker
    18:58 Uhr (MEZ) Nicolas Colsaerts Dustin Johnson
    19:09 Uhr (MEZ) Graeme McDowell Zach Johnson
    19:20 Uhr (MEZ) Sergio Garcia Jim Furyk
    19:31 Uhr (MEZ) Peter Hanson Jason Dufner
    19:42 Uhr (MEZ) Lee Westwood Matt Kuchar
    19:53 Uhr (MEZ) Martin Kaymer Steve Stricker
    20:04 Uhr (MEZ) Francesco Molinari Tiger Woods

  • Die Tribünen sind schon voll, die Singles können losgehen

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  • Gleich starten die finalen Singles des 39. Ryder Cups. Die Zuschauer sind alle schon da und über die Anlage verteilt. Europa liegt noch 6:10 hinten.

  • Zwölf Amerikaner gegen zwölf Europäer heißt es in den Single-Matches am Sonntag. In der Aufstellung für den letzten Tag des Ryder Cups gibt es dabei keine Überraschung. Beide Captains schicken ihre zurzeit vermeintlich besten Spieler als erstes ins Rennen. Insbesondere die ersten vier Matches haben es in sich und werden entscheiden, ob Europa das Momentum noch einmal drehen und das Comeback starten kann.

    In Match 1 duellerien sich Longhitter Bubba Watson und der ungleich kürzere Luke Donald. Der europäische Ryder Cup Held Ian Poulter spielt in Match 2 gegen Webb Simpson. Das Pendant auf amerikanischer Seite, Keegan Bradley, spielt danach gegen den Weltranglistenersten Rory McIlroy und Phil Mickelson spielt im Match 4 gegen Justin Rose. Diese vier Matches sind entscheidend für das europäische Team. Wenn sie hier nicht punkten, ist die Mission Titelverteidigung quasi gescheitert.

  • Luke Donald und Bubba Watson sind gestartet – Go Europe!

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  • Luke Donald und Bubba Watson sind als erstes Single in die letzte Session des Ryder Cups 2012 gestartet – hohes Niveau von Anfang an.

  • Bubba Watson gibt mit einem guten Abschlag und einem Birdie-Putt gleich viel Druck an Luke Donald weiter, aber der hält stand und locht seinerseits das Birdie ein – gleichauf nach Loch 1.

  • Rory McIlroy beinahe zu spät am Tee

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  • Rory McIlroy muss von einer Polizei-Eskorte zum Platz gefahren werden, um noch rechtzeitig zu seiner Tee-Time zu kommen.

  • Rory McIlroy wäre beinnahe zu spät zum Tee gekommen. Der Nordire hatte sich beim Wecker-stellen in der Zeitzone vertan und sich statt an der Chicagoer Zeit an der New Yorker Zeit orientiert, nach der er erst eine Stunde später hätte aufteen müssen. Der Irrtum fiel ihm gerade noch rechtzeitig auf Mithilfe der Polizei, die ihm auf dem Weg zum Platz mit einer Eskorte freie Fahrt verschaffte, kommt McIlroy 10 Minuten vor Tee Time an.

    Einschlagen? Fehlanzeige. Ein paar Probe-Putts müssen reichen und dann geht’s los. Den ersten Abschlag – seinen ersten richtigen Schwung für heute – setzt er leicht neben das Fairway. Aber wie es sich für einen Weltranglistenersten gehört, lässt er sich nicht aus dem Konzept bringen, spielt das Loch 1 trotzdem Par und zieht mit dem eingespielten Keegan Bradley gleich. An Loch 4 geht er gar mit einem Birdie in Führung.

    Das Adrenalin, das McIlroy jetzt im Blut hat, sollte reichen, die Welt zu erobern.

  • Wie geht es eigentlich den Pros am Abschlag?

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  • Zitternde Knie, Hände, Adrenalin und smalltalkende Schiedsrichter – einige Pros erzählen amüsante First-Tee-Storys.

  • Paul Lawrie, der gleich aufteet, hat einmal erzählt, dass ihm beim Ryder Cup 1999, als er mit Colin Montgomery gegen Davis Duval und Phil Mickelson spielte, völlig die Luft wegblieb:

    „Wenn man da steht, glauben Sie mir, ist das kein Vergnügen“.

    Was es für ihn besonders hart machte, war der Schiedsrichter, der anfing mit den beiden Pros zu smalltalken, als Lawrie sich einfach nur konzentrieren wollte.

    Der Schiedsrichter erzählte Colin Montgomery, dass er wie ‚Monty‘ und Lawrie auch „Scotch“ (schottisch) sei, und zeigte ihm Fotos von seinen Enkeln. Und Monty? Der fing an mit ihm rumzualbern, bis er mit dem Schiedsrichter in einen Streit darüber ausbrach, ob es „Scotch“ oder „Scottish“ heißt. Montgomery sagte dann abschließend: „I’m not Scotch. Scotch is a drink. I’m Scottish“ – und das alles direkt neben dem Tee und Sekunden vor dem Abschlag seines Partners Paul Lawrie. Der traf das Fairway dann mit einem Paradeschlag, aber Colin Montgomery, der verpasste ihn um etwa 20 Meter.

  • „You never walk alone!“

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  • Die europäischen Fans beim Ryder Cup sind zahlenmäßig unterlegen, aber der Support, den sie den Pros bieten, ist einzigartig.

  • Während die amerikanischen Fans hauptsächlich „USA! USA!“ rufen, unterstützen die englischen Fans ihre Profis mit heimischen Hymnen: „You never walk alone“ singen sie. Dem Shootingstar von gestern, Ian Poulter, rufen sie „Bring Seve to life“ zu – in dem Sinne, Poulter: Do it!

  • Europa dominiert die Singles

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  • Sieben von zwölf Begegnungen sind auf dem Platz. Für Europa sieht es nach den ersten 7 Löchern vielversprechend aus.

  • Paul Lawrie freut sich über das Ergebnis von 1up an Loch 4 nach einem gelochten Chip der ihm zum Birdie verhalf. Die USA führen in vier Matches – drei davon 1up  und Donald sogar 2up gegen Bubba Watson.

  • Rory nach Kaltstart in Höchstform

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  • McIlroy , der fast zu spät zu seiner eigenen Teetime gekommen wäre und ohne Einschlagen auf die Runde gehen musste, ist in Topform.

  • Rory McIlroy scheint sein Quickstart gut zu tun. Er spielte gerade sein drittes Birdie in Folge und führt 2up vor Bradley. Dieser wird vom Motivationstrainer des US-Teams Michael Jordan begleitet, der das Geschehen nur aus wenigen Metern Entfernung beobachtet.

    Das europäische Team führt imnernoch in drei Duellen. Paul Lawrie spielte Eagle an der Fünf und liegt 2up im Duell gegen Snedeker. Auch Ian Poulter nutzte die Gunst der europäischen Glückststrähne und spielt ein Birdie an Loch 7.

  • Gewagte Theorie: Donald ist durch

    luke donald
  • Luke Donald führt an Loch 13 mit vier Schlägen, während Bubba Watson nicht seinen besten Tag hat. Wenn es so weiter geht, ist er durch.

  • Einen Rettungsschlag nach dem nächsten muss Bubba Watson spielen und hat noch kein Birdie geschafft; Luke Donald hingegen ist in guter Verfassung und hat am 13. Loch bereits vier Löcher gewonnen. Wenn er das nächste auch gewinnt (Loch 14), hat er das Match für sich entschieden. Bubba Watson ist als bekannter Longhitter bei diesem langen Par 5 jedoch deutlich im Vorteil. Spannung pur im Match Nummer 1!

  • Donald gewinnt das erste Single

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  • Nach 17 gespielten Löchern fiel der entscheidende Ball für das Team Europa. Luke Donald gewinnt 2 & 1.

  • Watson hätte den Punkt gewinnen müssen um im Match zu bleiben. Doch sein Kontrahent kam ihm zuvor und wollte sich an der 18. Bahn nicht herausfordern lassen. Mit einem Par-Putt brachte Donald an Loch 17 den erhofften Punkt auf Europa’s Scorekarte. Sein Statement nach dem gewonnenen Match: „Es ist eine Erleichterung das Match gewonnne zu haben. Die Jungs müssen jetzt alles probieren – wir gehen raus und feuern sie an!“

  • Zwischenstand: Das Prestige-Duell ist auf Messers Schneide

    Ryder Cup - Day Three Singles
  • Der Ryder Cup 2012 nimmt an seinem letzten Tag deutlich an Fahrt auf. Team Europe zeigt bestes Golf und bringt USA in Bredouille.

  • Luke Donald hat das erste Match gegen Bubba Watson für sich entschieden und konnte für Europa einen Punkt nach Hause holen. Ian Poulter und Webb Simpson liefern sich ein spannendes, sehr ausgeglichenes Match mit Birdies auf beiden Seiten. Derzeit sind sie an Loch 16 gleichauf.

    Der ohne Aufwärmung gestartete Rory McIlroy führt im Single gegen Keegan Bradley. Der amerikanische Rookie, der die letzten Tage jedes Mal siegreich aus den Begegnungen hervorgegangen ist, kämpft heute gegen den nicht enden wollenden Rückstand gegen McIlroy. Dieser führt seit dem vierten Loch.

    Paul Lawrie dominiert Snedeker und ist kurz vor dem Matchgewinn. Alle anderen Matches sind knapp, aber das Leaderboard leuchtet mehr blau als rot!

     

  • Paul Lawrie gewinnt gegen Brandt Snedeker

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  • Paul Lawrie hängt Snedeker ab und entscheidet an Loch 15 das Match für sich. Es ist das zweite gewonnene Single für Europa.

  • Paul Lawrie hat wahrscheinlich sein bestes Golf ausgepackt an diesem sonnigen Sonntag in Medinah. Gegen den Tour-Championship- und FedExCup-Sieger vom vergangenen Wochenende hat Paul Lawrie schon nach 15 Loch mit 5 & 3 gewonnen und somit das zweite Single für Europa entschieden.

    Die Europäer brauchen nach dem derzeitigen Stand noch sechs Siege, den Amerikanern reichen 4,5 Punkte für den Sieg. Bei einem Unentschieden bleibt der Cup beim Sieger vom letzten Ryder Cup – das war 2010 Europa.

  • McIlroy und Poulter machen das dritte und vierte Single für Europa perfekt!

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  • Rory McIlroy und Ian Poulter schaffen, was so wichtig ist für Team Europe: Sie gleichen den Gesamtpunktestand aus – 10 : 10.

  • Erst gewinnt Rory McIlroy gegen Keegan Bradley und durchbricht damit die Siegesserie des amerikanischen Rookies und sammelt den nächsten Punkt für Europa. Gleich darauf schafft Ian Poulter am 18. Loch gegen Webb Simpson das Birdie und entschiedet das Match für sich.

  • Dustin Johnson holt das erste Single für USA

    dustin johnson
  • Nicolas Colsaerts muss sich in seinem Single Dustin Johnson geschlagen geben; der Amerikaner gewinnt 3 & 2.

  • Für Nicolas Colsaerts war es keine einfache Partie. Der Belgier lag von Anfang an gegenüber Dustin Johnson zurück. Zwar konnte er sich dreimal bis zum Gleichstand heranspielen, musste sich am 16. Loch aber nach drei Birdies in Folge von Johnson jedoch geschlagen geben. Trotzdem: Glückwunsch an den jungen Belgier für seinen hervorragenden Einstand bei seinem ersten Ryder Cup!

  • Fünfter Punkt für Team Europe – Rose macht’s

    justin rose
  • Justin Rose holt den nächsten wichtigen Punkt für Europa. Mit einem Schlag Vorsprung gewinnt der Brite gegen Mickelson das 5. Single.

  • Nach Bahn 16 hieß das Ergebnis für Justin Rose 1 down. Beim nächsten Loch erzielte er den Ausgleich zum all square und sicherte sich den Punkt für das europäische Team im Duell gegen seinen Kontrahenten Phil Mickelson. Gleichstand mit den Amerikanern heißt es jetzt.

  • Zach Johnson triumphiert: Zweites Single für USA

    zach johnson
  • Zach Johnson gewinnt gegen Graeme McDowell am 17. Loch und bringt das US-Team damit wieder in Führung.

  • Das Duell zwischen Zach Johnson und Graeme McDowell war von Beginn an vom Amerikaner dominiert. Johnson konnte auf den ersten vier Loch dreimal gewinnen und setzte sich somit vor McDowell ab. Der wehrte sich ab Loch 9 erfolgreich gegen jeden weiteren Lochgewinn des Amerikaners, nach hinten raus gelangen ihm aber die Birdies nicht, die er gebraucht hätte, um das Match noch in seine Richtung zu drehen. Als Zach Johnson an Loch 17 immernoch zwei Schläge in Führung war und McDowell das 17. Loch nicht für sich entscheiden konnte, musste McDowell sich geschlagen geben – damit geht das US-Team mit 12 : 11 wieder in Führung.

  • Garcia, Westwood, und Dufner gewinnen – Gleichstand 13 : 13

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  • Lee Westwood und Sergio Garcia gewinnen ihre Matches, Jason Dufner legt ebenfalls nach. Noch sind zwei Singles offen.

  • Fast gleichzeitig brachten es der Engländer und der Spanier zu Ende; Garcia an der 18, Lee Westwood an der 16, als Matt Kuchar es nicht schaffte, seine fünf gewonnenen Löcher (nur eines davon ein Birdie!) aufzuholen. Matt Kuchar hatte keinen guten Tag erwischt. Westwood besiegte ihn nur durch konstante Par-Putts, während Kuchar zu oft Bogeys hinnehmen musste.

    Auch Sergio Garcia hatte mit Jim Furyk einen ebenbürtigen Gegner, mit dem es bis zum Schluss spannend blieb. Furyk verlor die letzten beiden Löcher jedoch durch eigene Fehler. Garcia bewahrte die Ruhe und ging nach dem 18. Loch als Sieger vom Platz – kurzzeitig steht es 13 : 12 für Europa.

    Doch kurz danach gewinnt Jason Dufner noch gegen Peter Hanson und zieht wieder gleich. Jetzt kommt es auf die letzten beiden Singles an: Martin Kaymer gegen Steve Stricker und Tiger Woods gegen Francesco Molinari. Martin Kaymer könnte den gesamten Ryder Cup entscheiden.

  • Martin Kaymer entscheidet den Ryder Cup für Europa!

    Team Europe
  • Im Match gegen Steve Stricker behält der Deutsche die Nerven und locht den entscheidenden Ball ins 18. Loch.

  • Das Siegerteam: Europa (Foto: Getty)

    Die Ausgangssituation war keine gute. Das europäische Team hatte in den ersten beiden Tagen des Ryder Cups nicht gerade sein bestes Golf gespielt und musste mit einem Rückstand von 6 : 10 in den entscheidenden, letzten Tag starten.

    Aber dann bekam dieses an diesem Wochenende so viel bemühte Wort ‚Momentum‘ eine ganz neue Bedeutung.

    Ein Match nach dem anderen fällt in die Hände Europas

    Luke Donald erspielte dem Team als Erster einen Single-Punkt und läutete damit den Startschuss für die erste europäische Siegesserie ein. Donald, der in den Foursomes und Fourballs der ersten beiden Tage nur eines von drei Matches gewinnen konnte (das jüngste vom Vorabend mit Lee Westwood), zeigte im Single-Match gegen Bubba Watson viel Spirit und viel von dem, was ihn auch sonst auszeichnet: Konstanz. Damit schaffte er, was dem am Sonntag mit einigen Unsicherheiten spielenden Bubba Watson verwehrt blieb: Das erste und wegweisende Match des Tages für sich zu entscheiden.

    Auch Rory McIlroy zeigte sich in Topform. Nachdem der Nordire am Morgen fast zu spät am Tee erschienen wäre und sich nicht mehr wie gewohnt einspielen konnte, dominierte er sein Match gegen den amerikanischen Rookie Keegan Bradley gleich von Beginn an. An Loch 17 entschied er es für sich, weil Bradley es nicht gelang, ihm den nötigen Lochgewinn aufzudrängen.

    Und plötzlich ist alles möglich

    Erst haben sie alle gespannt Kaymers Putt beobachtet, dann war der Jubel groß. Martin Kaymer im Siegestaumel (Foto: Getty)

    Danach folgen weitere Siege des europäischen Teams: Rory McIlroy und Ian Poulter gewinnen ihre Matches, Justin Rose, Sergio Garcia und Lee Westwood – sie alle profitierten einerseits von ihrem eigenen guten bis herausragende Spiel und andererseits von den Fehlern der Amerikaner, die am Sonntag deutlich zahlreicher waren, als an den Tagen der Team-Matches.

    Das US-Team ließ sich jedoch durch die Siege von Dustin Johnson, Zach Johnson und Jason Dufner nicht gänzlich abschütteln. Im Gegenteil, am Ende wurde es immer spannender. Als Jason Dufner seinen Sieg einfuhr und damit zum Gesamtscore von 13 : 13 ausglich, waren noch zwei Singles auf der Runde: Tiger Woods gegen Francesco Molinari und Steve Stricker gegen Martin Kaymer.

    Zwei Singles und somit zwei mögliche Punkte für Europa. Hätte keines der beiden gewonnen, wäre der Cup an Amerika gegangen. Sobald jedoch ein Match der verbleibenden zwei von Europa gewonnen würde, wäre mindestens der Gleichstand besiegelt und der Cup Europa sicher, da sie als Titelverteidiger bei Gleichstand den Cup wieder mit nach Hause nehmen dürfen.

    Kaymer behält die Nerven in einem schwierigen Match

    Und so kam plötzlich alles auf Kaymer an. Dieser hatte sich mit Stricker vor allem auf den zweiten Neun ein sehr enges Match geliefert, das immer wieder von der einen zur anderen Seite kippte – bis zum 17. Loch. Dort misslang es Stricker, seine Chance zum Birdie-Putt wahrzunehmen und der Deutsche ging in Führung.

    An Loch 18 spielt sich Stricker mit dem Abschlag in die bessere Position, während Kaymers Ball im Rough nahe dem Bunker landet. Aber Stricker kann den Vorteil nicht ausnutzen. Sein elf Meter langer Birdie-Putt gleitet fast einen Meter am Loch vorbei und lässt Kaymer zwei Putts, um das Match für sich zu entscheiden. Den ersten Putt setzt Kaymer am Loch vorbei; den zweiten – der Ball liegt etwa eineinhalb Meter vom Loch entfernt – guckt er sich lange und gründlich an. Dann setzt er an – und locht ein.

    Mit dem gewonnenen Match entscheidet Martin Kaymer den Ryder Cup für Europa. Molinari teilt am Ende noch das Match gegen Woods und steuert Europa einen halben Punkt bei. Am Ende steht es 14,5 : 13, 5 für Europa.

     

    Die Ergenisse der Singles

    Singles Europa USA Ergebnis
    18:03 Uhr (MEZ) Luke Donald Bubba Watson  EU: 2 & 1
    18:14 Uhr (MEZ) Ian Poulter Webb Simpson  EU: 2 Up
    18:25 Uhr (MEZ) Rory McIlroy Keegan Bradley  EU: 2 & 1
    18:36 Uhr (MEZ) Justin Rose Phil Mickelson  EU: 1 Up
    18:47 Uhr (MEZ) Paul Lawrie Brandt Snedeker  EU: 5 & 3
    18:58 Uhr (MEZ) Nicolas Colsaerts Dustin Johnson  USA: 3 & 2
    19:09 Uhr (MEZ) Graeme McDowell Zach Johnson  USA: 2 & 1
    19:20 Uhr (MEZ) Sergio Garcia Jim Furyk  EU: 1 Up
    19:31 Uhr (MEZ) Peter Hanson Jason Dufner  USA: 2 Up
    19:42 Uhr (MEZ) Lee Westwood Matt Kuchar  EU: 3 & 2
    19:53 Uhr (MEZ) Martin Kaymer Steve Stricker  EU: 1 Up
    20:04 Uhr (MEZ) Francesco Molinari Tiger Woods  Halbiert

     

  • Kaymer’s Birdie-Putt zum Sieg

    Erst haben sie alle gespannt Kaymers Putt beobachtet, dann war der Jubel groß. Der Siegestaumel des Team Europe (Foto: Getty)
  • Am 17. Loch war eindeutig, dass Kaymer den Cup entscheiden konnte. Im Duell mit Steven Stricker holte er für Team Europe den Sieg.

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  • Martin Kaymer: „Mehr geht einfach nicht“

    Die Deutschland-Fahne hat ihm sein Bruder vorsorglich mitgenommen: Martin Kaymer nach seinem alles entscheidenden Match. (Foto: Getty)
  • Kaymer ist 2012 zum Ryder-Cup-Helden geworden. Mit Golf Post hat er über Emotionen und den letzten Putt gesprochen.

  • Die Deutschland-Fahne hatte ihm sein Bruder vorsorglich mitgenommen: Martin Kaymer nach seinem gewonnenen Match. (Foto: Getty)

    Golf Post: Wann haben Sie gemerkt, dass es am Ende auf Sie ankommen könnte?
    Martin Kaymer:
    Spätestens gemerkt habe ich das, als Kapitän Olazábal an der 16 auf mich zukam und sagte, dass ich jetzt diesen Punkt machen müsste. Deshalb hätte man mich schließlich mitgenommen. Das war dann eine klare Ansage. Das ist nicht immer so einfach, aber ich bin mit den Emotionen dann ganz gut umgegangen. Klar, ich war schon ganz schön nervös. Gerade an der 17 war ich sogar sehr nervös und ich wollte mit Vorsprung auf die 18 gehen. Francesco [Molinari; Anm. d. Red.] kam direkt hinterher und ein halber Punkt von mir und von Francesco hätte schon gereicht. Aber trotzdem war es natürlich extrem wichtig von mir, dass ich den Putt rein mache. Ich war dann so aufgepumpt am Abschlag der 18, dass ich erst mal eine halbe Minute gebraucht habe, um wieder herunterzukommen. So etwas habe ich vorher noch nie erlebt.

    Golf Post: Wie war die Szene an der 18 beim letzten Putt, alle guckten auf Sie?
    Martin Kaymer: Ich wusste, dass dieser Putt den Ryder Cup entscheidet. Ich habe auf’s Leaderboard geschaut und mir gedacht: Weißt Du Martin, auf diese Situation wartest Du schon so lange, hast Du Dein Leben lang für trainiert. Jetzt versuch‘ das Beste daraus zu machen. Ich habe mich dann darauf konzentriert und habe den wichtigsten Putt in meiner Karriere gemacht.

    Bisher waren Sie ja immer sehr ruhig. Als Sie den Cup vor zwei Jahren gewonnen haben, haben Sie sich eher nach innen gefreut, aber diesmal… So habe ich Sie noch nie gesehen.
    Martin Kaymer: Ja, ich weiß gar nicht, wie es im Fernsehen aussah. Es waren einfach Emotionen, die aus mir rausgekommen sind. Das kann man nicht beschreiben. Das kann man auch mit einem Majorsieg nicht vergleichen.

    Was haben Sie denn gedacht, als Sie den ersten Putt ein bisschen zu lang gemacht haben? Kamen dann Zweifel auf à la ‚Warum machst du das denn‘?
    Martin Kaymer: Zweifel hatt ich überhaupt nicht. Ich wusste ja genau, was ich zu tun hatte. Klar, ich hätte natürlich lieber einen kürzeren Putt gemacht, aber von außen ist das immer einfach zu sagen. Wenn man in der Situation ist, denkt man nicht so drüber nach. Dass der Ball dann so weit hinter die Fahne läuft, ist nicht so die optimale Ausgangssituation. Aber ist ja jetzt egal.

    Erst haben sie alle gespannt Kaymers Putt beobachtet, dann war der Jubel groß. Der Siegestaumel des Team Europe (Foto: Getty)

    Wie haben Sie die Atmosphäre empfunden?
    Martin Kaymer: Ganz ehrlich, ich fand’s sehr fair. Na klar, man kriegt viele Kommentare, die ein bisschen unter die Gürtellinie gehen, aber damit muss man umgehen können. Und es hat echt Spaß gemacht, gerade die letzten neun Loch. Also es war eine Atmosphäre… Man hat alle zwei, drei Minuten irgendwelches Rumoren von anderen Grüns und Fairways gehört. Es hat einfach nur Spaß gemacht. Jetzt habe ich endlich mal kennen gelernt, was es heißt – wovon Poulter [Ian Poulter; Anm. d. Red.] immer gesprochen hat –, wieviel Herz und wieviel Leidenschaft dahintersteht. Und das ist eine sehr sehr wertvolle Erfahrung.

    Hätten Sie Sonntagmorgen gedacht, Sie könnten den entscheidenden Putt machen?
    Martin Kaymer: Ich habe am Samstagabend schon drüber nachgedacht, als ich gesehen hab, dass ich auf Nummer elf gesetzt bin. Da habe ich überlegt: Die, die vorne spielen, das sind alles sehr gute Spieler, erfahrene Spieler, die gegen junge Spieler spielen. Die Chancen für uns standen ganz gut, dass wir vorne viele Punkte holen. Wenn wir gewinnen sollten, habe ich überlegt, dann kommt es extrem auf die Matches Nummer elf und zwölf an.

    Ganz ehrlich, ich hab schon ein bisschen Angst vor dem Gedanken gehabt, aber dann auf den zweiten Neun, als ich gemerkt hab, dass der Punkt extrem wichtig werden wird, da hat es mir einfach total viel Spaß gemacht. Das war so toll, sich in so einer Situation wiederzufinden und wirklich dir selber zu zeigen und auch allen anderen, dass du unter der Spannung und in dieser Atmosphäre standhalten kannst. Dass du das Ding durchziehen und wirklich den entscheidenden Punkt holen kannst. Da war ich, ganz ehrlich, an der 18 sehr stolz auf mich, dass ich das geschafft habe.

    Wo ordnen Sie diesen Erfolg jetzt ein?
    Martin Kaymer: Mit einem Major lässt sich das nicht vergleichen. Ich hab immer gedacht, dass für mich ein Major viel wichtiger wäre als der Ryder Cup, aber ich habe jetzt kennen gelernt, wie viele Emotionen dahinter stecken. Hier zu gewinnen, ist ganz, ganz weit oben einzuordnen – wie Olympia, nur noch höher.

    Sie haben mit Bernhard Langer auch gesprochen. Können Sie uns darüber etwas erzählen?
    Martin Kaymer: Ja, ich war einfach mit meiner Einstellung unzufrieden, wie ich am Freitag aufgespielt habe, das war einfach nicht ich. Dann habe ich mich am Samstagmorgen mit Bernhard zusammengesetzt und wir haben uns eine Stunde über den Ryder Cup und über die ganzen Teammitglieder unterhalten. Auch darüber, wie man sich mehr integrieren kann, um sich wirklich als Teil des Teams zu fühlen. Als ich dann erfahren hab, dass ich Samstag nicht spiele, war ich schon ein bisschen enttäuscht, weil ich dann nicht zeigen konnte, dass ich einen Punkt zum Team beitragen kann. Deswegen war ich am Sonntag umso mehr motiviert rauszugehen und den entscheidenden Punkt zu holen – für mich erstmal und dann auch noch für’s Team. Das war natürlich ein Traum. Bernhard hat mir extrem viel geholfen, nur allein, weil er halt da ist.

    Als Sie von der 11 rüber zum Abschlag der 12 gegangen sind, da hat Ihnen ein Ire mit zugerufen: ‚Martin, you can do this!’
    Martin Kaymer: Ja, das habe ich gehört. Das ist wirklich ein super Gefühl. Auf den zweiten Neun, das war einfach unglaublich! Das hat soviel Spaß gemacht! Du weißt, du musst die Nerven im Griff halten, aber das habe ich 2010 auch schon geschafft und das jetzt beim Ryder Cup noch einmal geschafft zu haben… Mehr geht einfach nicht. Das gibt mir wirklich Vertrauen: Egal, welches Turnier ich spiele, egal wo ich abschlage, ich weiß jetzt, ich kann es.

    Das Interview führte Dr. Lorenz Gräf

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Die letzten beiden Singles entscheiden den gesamten Ryder Cup. Kaymer ist an Loch 18 und wenn er gewinnt, ist Europa durch. (mehr …)

Im Match gegen Steve Stricker behält der Deutsche die Nerven und locht den entscheidenden Ball ins 18. Loch. (mehr …)

Am 17. Loch war eindeutig, dass Kaymer den Cup entscheiden konnte. Im Duell mit Steven Stricker holte er für Team Europe den Sieg.

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