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Rekorde, Rookies und die Revanche – Der Ryder Cup in Zahlen

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03. Okt 2016
Sergio Garcia und Phil Mickelson spielten beim 41. Ryder Cup eine Runde für die Geschichtsbücher. (Foto: Getty)
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Der 41. Ryder Cup wird in die Geschichte eingehen, als einer der spielerisch besten Kontinentalvergleiche aller Zeiten. Alle Zahlen, Daten und Statistiken gibt’s nochmal hier.

Nach acht Jahren des Wartens haben die Amerikaner es nun tatsächlich wieder geschafft. Sie haben die drei Niederlagen in Folge überwunden und auf heimischen Boden „endlich“ wieder den Ryder Cup gewonnen. Die 41. Ausgabe des wohl größten Golf-Spektakels der Welt hatte dabei weit mehr zu bieten als nur den 17:11 Sieg der Amerikaner, der gleichzeitig auch der höchste für sie seit 35 Jahren war. Auf beiden Seiten wurden Helden geboren, neue Stars entdeckt und am Legendenstatus gefeilt. Die Highlights der vergangenen drei Tage, Rekorde und Parallelen zur vergangenen Ryder Cups haben wir nun nochmal aufbereitet und für Sie zusammengefasst.

Historisch gesehen war der Sieg früh klar

Glaubt man den Statistiken der Ryder-Cup-Historie hätte der Kontinentalvergleich nach der ersten Vormittagssession, den Foursomes, schon beendet werden können. Die Amerikaner holten hier nach 1947 und 1975 zum dritten Mal alle vier Punkte und führten damit schon gewaltig. Der Sieg schien daher gewiss, da noch nie ein Team den Ryder Cup gewinnen konnte, dass nach den ersten vier Matches mit mehr als drei Punkten hinten lag.


Wenn wir schon auf 1975 zu sprechen kommen, muss einfach Arnold Palmer erwähnt werden. Der kürzlich verstorbene „King“ war damals Kapitän und führte Amerika zur letzten 4:0 Auftakt-Führung. Ein weitere Parallele zu seinem Auftritt in 1975 ist die Tatsache, dass alle amerikanischen Spieler mindestens ein Match gewonnen haben. Dies gab es ebenfalls zuletzt unter seiner Anleitung in 1975.

The greatest game ever played?

Getreu dem berühmten Golffilm, spielten Sergio Garcia und Phil Mickelson in ihrem abschließenden Einzelmatch das wohl beste Match der Ryder-Cup-Geschichte. 19 Birdies bei nur einem Bogey brachten die beiden lebenden Ryder-Cup-Legenden auf die Bahn und spielten damit im Akkord 63er Runden. Interessant ist nebenbei auch, dass Mickelson genauso viele Birdies spielte wie er bis Hazeltine Ryder-Cup-Teilnahmen hatte und Sergio Garcia es ihm gleichtat.


Phil Mickelson setzte dabei mit seinen zehn Birdies auf 18 Loch eine neue Rekordmarke in einem Ryder-Cup-Einzelmatch und spielte alleine mehr Birdies als jede Fourball-Paarung in den drei Tagen. Sergio Garcia spielte zwar ein Birdie weniger, musste dafür aber kein Bogey notieren. Darüber hinaus spielten beide Protagonisten ausgerechnet beim wohl wichtigsten Turnier des Jahres ihre niedrigste Runde des Jahres und teilten ob dieser grandiosen Vorstellung verdient das Match.

Sergio Garcia schloss darüber hinaus dank seines halben Punktes zu seinem Landsmann und Ryder-Cup-Legende Seve Ballesteros auf und steht jetzt bei 22 erspielten Punkten. Phil Mickelson krönte sich am Tag zuvor schon zum Fourball-König der Amerikaner, indem er sein achtes Fourball-Match gewann, was vorher keiner seiner Landsleute jemals schaffte.

Je ein Dream Team auf beiden Seiten

Patrick Reed und Jordan Spieth gegen Thomas Pieters und Rory McIlroy. Das wäre in dieser Woche das wohl spannendste Match gewesen, was man hätte sehen können. Spieth und Reed schraubten nach 2014 munter weiter an ihrem Teamrekord und wurden dank inzwischen fünf gemeinsam eingefahrener Punkte zum geteilten besten amerikanischen Duo in der Ryder-Cup-Geschichte. Nur Arnold Palmer und Gardner Dickinson schafften dieses Kunststück ebenfalls.

Auf der anderen Seite bildeten Rory McIlroy und Thomas Pieters ein wahrlich unschlagbares Duo. Sie spielten drei Matches Seite an Seite, gewannen alle drei mit zusammengerechnet 22 Schlägen unter Par und sorgten dabei bzw. später noch für persönliche Rekorde.


Rory McIlroy krönte sich während der drei Tage in Hazeltine zum erfolgreichsten Ryder Cupper seit 2010, indem er seit diesem Zeitpunkt sage und schreibe 81 Löcher für sich entschied. Einziger Wermutstropfen bleibt seine erste Ryder-Cup-Einzel-Niederlage am Sonntag. Die musste Thomas Pieters nicht hinnehmen und machte sich mit seinem Sieg im Einzel zum besten europäischen Rookie aller Zeiten. Er war der erste Rookie seit 1999 der alle fünf Matches bestritt und dank seiner vier Punkte auch der erfolgreichste.

Die Rookies beim Ryder Cup

Auf europäischer Seite stachen zwei Rookies besonders heraus. Der schon erwähnte Thomas Pieters knackte Rekorde und gewann vier von fünf gespielten Matches. Nicht minder erfolgreich, wenn auch weniger Matches bestritten, schlug sich Rafa Cabrera Bello. Zwei Sieg und ein geteiltes Match stehen auf seinem Konto, wobei der geteilte Punkt aus einer unglaublichen Aufholjagd resultierte, die er am Samstag an der Seite seines Landsmannes Sergio Garcia ablieferte. Die restlichen vier europäischen Rookies spielten allenfalls unter dem Radar oder enttäuschten in Person von Danny Willett auf ganzer Linie. Der amtierende Masterschampion verlor alle drei Matches und machte mit den fragwürdigen Aussagen seines Bruders Schlagzeilen.

Bei den Amerikanern glänzte besonders Brooks Koepka. Der vor vier Jahren noch auf der europäischen Challenge Tour spielende Senkrechtstarter demontierte Danny Willett im Einzel mit 5&4 und und gewann darüber hinaus zwei seiner drei Matches an den ersten beiden Tagen. Ryan Moore spielte zwar etwas unspektakulärer aber ebenfalls sehr solide. Ihm oblag schließlich die Ehre mit seinem gewonnen 18. Loch am Sonntag den entscheidenden Punkt zu holen und den Amerikanern den Sieg zu sichern.

Zu guter Letzt müssen wir einfach nochmal den altbekannten Spruch „Drive for show, putt for dough“ bringen, denn dieser Ryder Cup hat einfach eindeutig bewiesen, dass sich Matches, Turniere und Kontinentalvergleiche auf den Grüns entscheiden. Wer die heißeren Putter hat, hat das Momentum auf seiner Seite und wer das Momentum auf seiner Seite hat, der gewinnt Matches. So war dann doch an allen drei Tagen ein deutlicher Temperaturunterschied zwischen den Puttern der Europäer und denen der Amerikaner zu beobachten, was schließlich zum Sieg für das Team USA führte.

Zahlen, Daten und Fakten zum Ryder Cup

  • USA gewinnt erstmals seit 2008 wieder
  • 17:11 Sieg ist der deutlichste amerikanische Sieg seit 1981 (damals 9 Punkte Vorsprung)
  • Jeder amerikanische Spieler hat ein Match gewonnen (letztmals 1975 unter Kapitän Arnold Palmer)
  • Erster 4:0-Auftakt seit 1975 (Merke: Arnold Palmer war der Kapitän!)
  • Die drei letzten amerikanischen Siege waren auf heimischem Boden (1999, 2008, 2016)
  • Thomas Pieters ist der erfolgreichste europäische Rookie aller Zeiten (4 Siege, 1 Niederlage)
  • Rory McIlroy ist der erfolgreichste Ryder Cupper der letzten Jahre (81 Löcher gewonnen seit 2010)
  • Phil Mickelson ist der erfolgreichste amerikanische Fourballer (8 Siege)
  • Phil Mickelson hat die zweitmeisten Matches aller Zeiten (45, nur Sir Nick Faldo hat 46)
  • Rafa Cabrera Bello und Brandt Snedeker blieben unbesiegt
  • Jordan Spieth und Patrick Reed jetzt erfolgreichstes Duo (5 Punkte)
  • EU Capatain’s Picks: 5 Siege, 7 Niederlagen
  • USA Captain’s Picks: 7 Siege, 6 Niederlagen
  • EU Rookies: 7 Siege, 9 Niederlagen, 1 Unentschieden
  • USA Rookies: 5 Siege, 2 Niederlagen


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Robin Bulitz

Robin Bulitz - Redakteur bei Golf Post

Robin ist im Alter von 22 Jahren aktiv zum Golfsport gekommen und seitdem Feuer und Flamme. Durch seine sportlichen Erfahrungen im Handball und Tennis konnte er sich schnell mit der kleinen, weißen Kugel arrangieren und kratzt inzwischen am Single-Handicap. Ab Februar 2016 zunächst als Werkstudent, mischt Robin seit August im Tagesgeschäft mit und testet besonders das umfangreiche Equipment auf Herz und Nieren.

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