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Tiger Woods als „Vize“: Störfaktor oder 13. Mann der USA?

28. Sep 2016
Bleibt er als Vize-Kapitän im Hintergrund oder verdrängt er Team USA aus dem Schlaglicht? Tiger Woods beim Ryder Cup 2016. (Foto: Getty)
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Love III und Mickelson sind voll des Lobes für den Vize-Kapitän. Montgomerie fürchtet einschüchternde Wirkung auf Europas Rookies beim Ryder Cup 2016.

Wetten, es wird so sein wie immer! Tiger Woods bestimmt das Geschehen, alle öffentliche Aufmerksamkeit fokussiert sich auf ihn. Derzeit wird beim Ryder Cup in Hazeltine mehr über den 14-fachen Majorsieger geredet, als über den „Rest“ des US-Teams. Das Geschehen auf den Fairways rückt an die Seite, wenn der amerikanische Vizekapitän auftaucht. Ist ja auch kein Wunder: Letztmals wurde Woods – ohnehin stets ein Magnet für Medien wie Fans – im August 2015 bei einem Golfturnier gesichtet. Neulich hat er sein Comeback für die Safeway Open im Oktober angekündigt, aber vorher will er die Durststrecke des einstigen Ryder-Cup-Dominators USA beenden helfen. Zur Erinnerung: Seit 1985, seit 31 Jahren also, hat die „rote Riege“ bloß vier Kontinentalduelle gewonnen.

Lee Westwood stichelt

Es gibt freilich allerhand Spekulationen darüber, ob Woods wirklich eine so große Unterstützung sein wird. Oder ob nicht der Rummel um seine Person für noch mehr Unruhe bei den Amerikanern sorgt, die sowieso unter enormem Erfolgsdruck stehen. Schon vor den Tagen von Hazeltine hat Europas „Schlachtross“ Lee Westwood den Einfluss des Superstars in Frage gestellt und ihn mehr als Störfaktor ausgemacht.


„Ich weiß nicht, wie sich das auswirkt, Tiger dabei zu haben. Schon als Spieler gab es Probleme mit ihm. Es könnte einen gegenteiligen Effekt haben, beispielsweise bei einigen Spielern zu Übermotivation führen“, stichelte der Engländer unter Bezug auf Woods‘ eher bescheidene Ryder-Cup-Bilanz mit 14,5 Punkten aus 33 Matches.

„Künftiger Teamchef“

Kapitän Davis Love III freilich schwört auf seinen „Deputy“, er nennt ihn den „Taktiker des Teams“: „Tiger ist eher an den strategischen Aspekten interessiert, an der Bildung kleiner Gruppen oder an den Paarungen. Er hat eine Menge Gedanken entwickelt. Und er weiß wirklich, wie man sich auf ein ganz großes Turnier vorbereitet, wie man einen Platz angeht.“ Als Mitglied der Task Force und als „künftiger Teamchef“ (Love III) sei Woods eh an allen Entscheidungen des neuen Ryder-Cup-Komitees beteiligt gewesen. „Er hat sich verpflichtet, ein Teil dieser Entwicklung zu sein und er nimmt das sehr ernst. Ich bin begeistert.“

Selbst Phil Mickelson, der seinen elften Ryder Cup spielt, lobt den einstigen sportlichen Erzrivalen über den grünen Klee. „Wir wissen genau, wer mit wem welche Matches spielt. Es ist unglaublich, wie detailliert er alles durchdacht hat. Ich bin total beeindruckt“, sagte „Lefty“: „Tiger hat uns wirklich einen guten, soliden taktischen Plan ausgearbeitet.“

Colin Montgomerie warnt

Das klingt ganz und gar nicht nach dem Woods, der in früheren Zeiten allenfalls als inkompatibler „Alpha-Wolf“ auffiel und jedem Kapitän bei der Suche nach einem geeigneten Partner schlaflose Nächte bereitete. Heute gibt der 40-Jährige den „Assi“ und Kumpel, teilt seine Erfahrungen und erzählt „Dönekes“. „Tiger und Phil haben nicht mal einen Tag gebraucht, um mit ihrer Gegenwart und mit ihren Geschichten die Stimmung vorzugeben“, berichtet Love III aus dem Teamquartier.

Auch Colin Montgomerie, der siegreiche Skipper von Wales 2010, hat sich in Sachen Woods zu Wort gemeldet. Wie Westwood glaubt er an einen einschüchternden Effekt. Allerdings auf die Rookies im europäischen Team. „Tiger wird am ersten Abschlag stehen, um allein durch seine Präsenz Druck auszuüben und das Publikum weiter anzuheizen“, warnte der Schotte. „Für mich steht es damit schon ,1 up‘ für die Amerikaner. Es war eine sehr clevere Entscheidung, ihn zum Assistenten zu machen. Sie werden seine enorme Ausstrahlung einsetzen, wo sie nur können.“

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Michael F. Basche

Michael F. Basche - Freier Autor für Golf Post

Als Journalist, Golfbetriebsmanager und notorischer Zu-Kurz-Putter ist Michael F. Basche auf vielfache Weise dem Golf verfallen. Nach Jahren als Tageszeitungs-Sportredakteur und im PR- und Marketinggeschäft berät er heute u. a. Golfclubs in Fragen der Corporate Identity. Und widmet sich schreibend den vielfältigen Facetten des Großartigsten aller Spiele.
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