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Ryder Cup: 1,2 oder 3 – Die letzte Chance ist bald vorbei!

21. Jul 2014
Tiger Woods wird 2014 nicht am Ryder Cup teilnehmen. Seine Rückenprobleme zwingen ihn zur Golfpause. (Foto: Getty)
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Die Fans wollen ihn dort sehen, Tiger Woods will auch – zum Ryder Cup! Der Weg ist jedoch schwierig und die Zeit läuft gegen ihn.

Kaum spielt Tiger Woods wieder auf der Tour und mit der British Open endlich sein erstes Major des Jahres, da geht die Diskussion über eine mögliche Teilnahme des Ex-Weltranglistenersten beim Ryder Cup so richtig los. Die Golffans wollen ihn natürlich unbedingt in Gleneagles sehen, die reellen Chancen sehen jedoch etwas anders aus.

Tom Watson gibt Tiger Woods „Freifahrtschein“

Tom Watson, seines Zeichens Kapitän des Team USA zum Ryder Cup 2014, gab Tiger Woods vor einigen Wochen schon vor dessen Rückkehr einen Freifahrtsschein in sein Team. Tom Watson hatte damals garantiert, einem “gesunden” Tiger Woods, automatisch zum Captain’s Pick zu machen. „Man kann es sich nicht leisten, einen Spieler solchen Kalibers nicht im Team zu haben – natürlich in Abwägung seines gesundheitlichen Zustandes. […] Sollte er physisch nicht rechtzeitig bereit sein, so wäre Woods selber der Erste, der es mir sagen würde.”


Nach der British Open 2014, bei der Tiger Woods sein bisher schlechtestes Major-Ergebnis als Pro auf einem Par 72 einfuhr, entkräftete Watson dieses Versprechen wieder und stellt eine neue Bedingung anheim: „Wenn er gesund ist und gut spielt, nehme ich ihn mit. Aber was ist, wenn er sich nicht für die FedExCup-Playoffs qualifiziert? Das ist eine Frage, die ich gerade noch nicht beantworten kann.“

Topstar ohne Playoffs und nennenswerte Spielpraxis?

Es geht um Spielpraxis: Woods muss sich für die Playoffs qualifizieren, sonst wird es sehr schwer für ihn, Watsons von sich zu überzeugen. Aktuell liegt der US-Amerikaner mit 331 Punkten aus fünf absolvierten Turnieren gerade einmal auf dem 214. Platz des FedExCups. Bis zum Ende der regulären Saison sind es jetzt noch drei große Turniere für Tiger – vorausgesetzt sein Rücken hält. Bei dem Bridgestone Invitational, beim letzten Major des Jahres, der PGA Championship und zuallerletzt bei der Wyndham Championship bleiben also noch Chancen, Punkte für die Teilnahme an den Playoffs zu sammeln. FedExCup-Playoffs ohne Tiger Woods würden definitiv die Argumentationsgrundlage schmälern, warum er (fast) ohne Spielpraxis trotzdem zum Ryder Cup fahren sollte.

Woods mit schwacher Statistik beim Ryder Cup

Ein Blick auf seine bisherige Ryder-Cup-Statistik zeigt zudem, dass Tiger Woods zwar ein grandioser Einzelspieler ist, sich im Team aber eher schwer tut. Sieben Mal gehörte er dem Team USA seit 1997 an, den Pokal gewann er nur einmal, 1999. Der einzige weitere US-Triumph der letzten Jahre, nämlich 2008, fiel in eine seiner Verletzungspausen, sodass Woods dem Team nicht angehörte. Beim vergangenen Ryder Cup 2012 holte der Superstar lediglich einen halben Punkt für seine Mannschaft – in vier Duellen. Da stellt sich die Frage, ob Tiger Woods selbst in guter physischer Verfassung im September 2014 überhaupt eine Verstärkung der Amerikaner wäre? Macht es dann Sinn, ihn auch noch mit möglicherweise nur wenig Spielpraxis mitzunehmen?

Die Antwort darauf muss einzig Kapitän Tom Watson finden. Da die direkte Qualifikation bei nur noch wenigen verbliebenen Chancen weit entfernt scheint, läuft alles auf die Nominierung als Captain’s Pick hinaus.

Tiger Woods: „Winning takes care of all“

 

Und dann sind da natürlich noch die nicht zu verachtenden Interessen der übertragenden Fernsehsender und der Turnierveranstalter. Wieviel ist ein Ryder Cup ohne Tiger Woods wert? Die US Open haben es gezeigt: Die Ticketpreise waren erheblich gesunken, die TV-Quoten eingebrochen. Ein weiterer Aspekt, an dem sich zeigt, dass Watson es schwer haben wird, Tiger Woods nicht für den Ryder Cup aufzustellen.

Die Zeit tickt. Bei seinem zweiten Auftritt nach der Rückkehr auf die Tour zeigte er zum Auftakt der British Open zumindest eine starke Leistung, ließ dann jedoch stark nach und schaffte gerade so den Cut. Nun bleiben ihm nur noch die besagten drei Chancen. Frei nach Tiger („Winning takes care of all“) wäre ein Majorsieg – sein lang ersehnter 15. – auf dem Weg zu diesem Ziel und zum Ryder Cup natürlich das beste Argument.


Tiger Woods und seine Rekorde

Lars Kretzschmar

Lars Kretzschmar - Leitender Redakteur bei Golf Post

Lars ist Diplom-Sportwissenschaftler und sein großes Faible ist der Turniersport. Er schlägt sich für seine Leser gerne mal die Nächte um die Ohren, um die neusten Infos der PGA-, European- und LPGA-Tour liefern zu können. Sie finden Lars Kretzschmar auch unter Google+.

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