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McIlroy: „Phil und Tiger auf den letzten Löchern ihrer Karriere“

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16. Sep 2014
Arrogant oder realistisch? Rory McIlroy eckt mit seiner Aussage zu Phil Mickelson und Tiger Woods an. (Foto: Getty)
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Im Vorfeld der Tour Championship wurde Rory McIlroy gefragt, ob eine neue Ära anbricht. Seine Antwort schlug Wellen, zu Recht?

Ganz unverhofft traf Rory McIlroy bei der Pressekonferenz vor der Tour Championship eine Frage, auf welche der Nordire „ehrlich“ antwortete, wie er selbst betont hat. Seit 1992 sei es die erste Tour Championship, die ohne Phil Mickelson oder Tiger Woods stattfände. Ob das in Rory McIlroys Augen einen Umbruch im Golf symbolisiere. Zögerlich antwortete der Weltranglistenerste. „Nicht wirklich …“ fing er an, und versuchte die letzten Monate seiner zwei bedeutensten Kontrahenten kurz zu rekapitulieren. Es scheint, als bemerkte Rory McIlroy erst während er redete die Reichweite der Frage.

Zwei Golf-Giganten auf der Karriere-Back-Nine?

Phil Mickelson spielte 2014 eine der schlechtesten Saisons seiner Karriere, seit 2003 die erste ohne einen Titelgewinn. Außerdem schaffte er es zum ersten Mal, seit der FedExCup-Final-Modus 2007 eingeführt wurde, nicht ins Feld der Tour Championship. Immerhin, Phil Mickelson kann darauf hoffen, beim Ryder Cup neue Kraft und Motivation zu schöpfen um wieder in die Spur zu kommen.


Bei seinem ewigen Kontrahenten sah es noch düsterer aus in der bisherigen Saison. Tiger Woods hatte mit so ziemlich allem zu kämpfen, was einen Sportler davon abhält erfolgreich zu sein, und die breitgetretene Diskussion über ihn in den Medien scheint wenig erbaulich. Er verpasste drei der vier Majors 2014, bei der Open Championship landete er nach gerade so geschafftem Cut bei +6 auf Platz 69. Nach einem Bandscheibenvorfall und, nach dem Comeback, erneuten Rückenbeschwerden, konnte sich Tiger Woods weder für die FedExCup-Finals qualifizieren, noch wird er am Ryder Cup teilnehmen.

Frage und Antwort von Rory McIlroy ab 14:30 min

Rory McIlroy: „Das passiert eben“

Tendenziell sind die beiden Größen Tiger Woods und Phil Mickelson auf einem absteigendem Ast. Dass das schon in einigen Wochen wieder anders aussehen kann, das sollte jedem, der etwas von Golf versteht, bewusst sein, und doch steht eines fest: Woods und Mickelson werden nicht jünger. Wenn Rory McIlroy dann also sagt, dass Phil Mickelson „43 oder so und Tiger fast 40“ ist, dann spricht er nur aus, wovor die halbe Golfwelt Angst hat: Tiger Woods und Phil Mickelson werden nicht ewig in der Weltspitze mitspielen können, und das zeichnet sich langsam aber sicher ab. „Das passiert eben“, sagte McIlroy. „Du verletzt dich. Phil hat mit seiner Arthritis zu kämpfen.“ Golf ohne Phil Mickelson und Tiger Woods? – Jedem, der Golf liebt, ging ein Schauer über den Rücken.

Der Wahrheit in die Augen sehen

Die Schlagzeilen waren damit vorprogrammiert, die reißerischste gab es beim Independent in England zu lesen: „McIlroy zählt ‚alte Männer‘ Woods und Mickelson an“. Die vorsichtig gewählten Worte McIlroys und seine sehr diplomatische Aussage so zu übertiteln, wird der Sache nicht gerecht. Auch McIlroy selber empfand seine Statements zu unrecht aufgebauscht, und rechtfertigte sich via Twitter.

Darf McIlroy das aussprechen?

Im Endeffekt formulierte Rory McIlroy, was jeder weiß, aber die meisten nicht wahr haben wollen. Es wird eine Zeit nach Mickelson und Woods geben – nur: darf er das aussprechen? Klar darf er, finden wir. McIlroy antwortet auf Journalistenfragen mit seiner persönlichen Meinung; dafür gibt es von uns den Daumen hoch.

Auf einem anderen Blatt steht, dass seine Äußerung ein gewisses Taktgefühl vermissen lässt: Woods und Mickelson öffentlich auf den absteigenden Ast zu setzen, kann weder dem einen noch dem anderen gefallen haben. Im Endeffekt müssen aber einzig und allein Mickelson und Woods beurteilen, wie sie die öffentliche Einschätzung des 25-jährigen McIlroy finden. Weder Woods noch Mickelson haben sich bisher zu dem Thema geäußert – vielleicht, weil sie es unwichtig finden. McIlroy hat auf jeden Fall nach seiner Äußerung mit einem Augenzwinkern betont: „Ich habe Tiger schon Schlimmeres ins Gesicht gesagt!“

Oliver Felden

Oliver Felden - Freier Autor für Golf Post

Während seines Studiums der Sportwissenschaft und Germanistik kam er über das Crossgolfen auf die gemähten Wiesen der Republik. Seine Waffen sind die kurzen Eisen, doch der Putter bringt ihn noch viel zu oft auf den Boden der Tatsachen zurück. Seine Abschlussarbeit hatte den Titel: "Golf in der Schule - Bildungspotenziale und Grenzen".
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