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Left Hand Low: Rory McIlroys neue Putting-Technik

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11. Mrz 2016
Rory McIlroy hat seinen Griff umgestellt. Die linke Hand greift nun tiefer als die rechte. (Foto: Getty)
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Bei der WGC – Cadillac Championship verblüffte der Nordire mit einer neuen Grifftechnik am Putter. Was steckt dahinter?

Rory McIlroy hat seinen Griff beim Putten umgestellt. Nach durchwachsenen Ergebnissen und Inkonstanz im Spiel auf dem Grün, wechselte der Nordire seinen Griff zur „left-hand-low-Technik“. Statt der rechten Hand, wie für Rechtshänder üblich, greift er nun mit der linken weiter unten am Schaft.

„In den letzten Wochen hatte ich das Gefühl, meine rechte Hand wäre ein wenig zu dominant geworden“, sagte der 26-jährige McIlroy nach dem verpassten Cut bei der Honda Classic in Vorbereitung auf das erste WGC-Event 2016. „Ich habe übers Wochenende mit der linken unter der rechten Hand trainiert und es fühlte sich richtig, richtig gut an. Der Kontakt ist viel besser und es nimmt meine rechte Hand aus dem Spiel.“ Bei der WGC Cadillac Championship probierte er den neuen Griff erstmals im Turniermodus aus.


Put some good work in the last few days, ready for the blue monster this week!

Ein von Rory McIlroy (@rorymcilroy) gepostetes Video am

Messbarer Erfolg für Rory McIlroy

Mit Erfolg: Lag er in seinen vier Starts in der PGA-Tour-Saison 2015/16 vor der WGC – Cadillac Championship insgesamt nur auf Rang 189 der Putt-Statistik (Strokes gained Putting), war es bei dem World-Golf-Championship-Turnier immerhin schon Rang 14. Und auch was die Anzahl der Putts anbelangte, verbesserte sich Rory McIlroy mit der „left-hand-low-Technik“ von 1,8 Putts bei den beiden vorangegangenen Turnieren in den USA auf 1,7 Putts, wenn er das Grün in Vorgabe erreichte. In der zweiten Runde der WGC – Cadillac Championship brauchte McIlroy im Schnitt sogar nur 1,4 Putts.

Ein Wunderwerk ist die Umstellung freilich nicht. Überhaupt sei beim Putten so ziemlich alles erlaubt, was den Ball ins Loch bringe, sagt Lou Guzzi, 2013 „PGA Teacher of the Year“ in den USA. Unter Umständen könne der „left-hand-low-Griff“ den Putt aber zu einer flüssigeren Bewegung machen. Auch Rory McIlroy sagt, er habe nun einen „besseren Rhythmus“ beim Putten.

So funktioniert der „Left-Hand-Low-Griff“ nach Louis Guzzi

Wie der Name schon sagt, greift die linke Hand tiefer als die rechte. Nimmt man den Putter in die Hand, legt man zunächst die rechte Hand ans oberen Ende des Griffes, den Daumen nach unten zeigend entlang des Schaftes. Die linke Hand greift darunter, der Ballen das linken Daumens liegt auf dem Daumen der rechten Hand. Der Zeigefinger der rechten Hand liegt schräg über den Fingern der Linken.

Horst Rosenkranz: „Geeignet, um Yips auszuschalten“

Dem widerspricht auch „Puttguru“ Horst Rosenkranz nicht. Er gibt aber zu bedenken, dass vor allem Amateure darauf achten sollten, beim Ausprobieren der „left-hand-low-Technik“ die linke Schulter nicht zu weit nach vorn zu drehen. Dies sei meist eine automatische Bewegung, die mit dem Griffwechsel einhergehe und den Golfer in einer sehr offenen Position zurücklasse. „Die Tour-Profis haben das im Griff“, fügt Rosenkranz an, „aber ich empfehle es den wenigsten.“

Sollte, wie von McIlroy beschrieben, eine Hand zu dominant sein, könne man dies auch einfach durch einen festeren Griff ausschalten oder, wie Rosenkranz es formuliert, „den Putter erwürgen.“ Daher vermutet er auch etwas anderes hinter der Umstellung – Yips. Die seien schließlich unter Profis weit verbreitet. Und um diese zu bekämpfen, so Rosenkranz, ist der Griffwechsel eine gute Option.

Adam Scott lobt McIlroys Courage

Von einem Konkurrenten bekommt McIlroy jedenfalls Zuspruch: „Das Unbekannte ist schwierig. Mir gefällt, dass Rory keine Angst davor hat, Änderungen vorzunehmen“, lobt Adam Scott. Wenn es um das Spiel auf dem Grün geht, ist er selbst furchtlos. Früher puttete er mit dem Besenstiel, beim Presidents Cup letztes Jahr spielte er zwei Tage lang die auch „cross-handed“ genannte Technik, ehe er wieder zum konventionellen Griff zurückkehrte. „Ich habe mich zu 100 Prozent wohl gefühlt, aber es nicht umsetzen können.“

Für McIlroy ist ein schnelles Zurück ausgeschlossen. „Ich werde eine Weile so weitermachen“, verspricht er ungeachtet der Resultate. Und eigentlich ist das „cross-handed-Putting“ sowieso nichts Neues für den vierfachen Majorsieger. Schon in seiner Rookie-Saison auf der European Tour griff er mit der linken unter die rechte Hand.

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Tobias Hennig

Tobias Hennig - Redakteur

Tobias kam im Sommer 2014, während seines Studiums der Germanistik und Politik, als Werkstudent zu Golf Post. Zunächst machte er sich nur die Theorie des Golfsports zu eigen, nun versucht der vielseitig sportbegeisterte Wahl-Kölner, zum teaminternen Handicap-Durchschnitt aufzuschließen. Seit April 2016 erheitern der Redakteur und seine Hündin Mali die Kollegen täglich.
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