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Robert Allenby feuert seinen Caddie inmitten der Runde

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24. Jul 2015
Schon lange kein Traumpaar mehr gewesen: Robert Allenby und Ex-Caddie Mick Middlemo. (Foto: Getty)
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Falsche Schlägerwahl, kleines Wortgefecht, und schon musste ein Fan Robert Allenbys Tasche ins Clubhaus tragen.

Was ist das nur für ein verflixtes Jahr für den australischen Golf-Professional Robert Allenby. Erst hat die Nummer 390 der Welt zu Jahresbeginn auf Hawaii eine äußerst unangenehme Erfahrung mit Kriminellen gemacht, dann läuft es sportlich alles andere als optimal, und jetzt kommt auch noch diese Geschichte dazu. In der ersten Runde der RBC Canadian Open kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen Allenby und seinem Caddie Mick Middlemo, nachdem Allenby seinen Ball am 13. Loch ins Wasser geschlagen hatte. Allenby beendete das Loch mit Triplebogey und machte Middlemo für die falsche Schlägerwahl verantwortlich. Allenby war auf der Zehn gestartet.

Ein Jahr zum Vergessen für Robert Allenby

„Ich sagte zu ihm: Weißt Du, das passiert jede Woche. Das passiert dauernd in den letzten vier oder fünf Monaten. Wir machen Fehler und wir helfen uns damit nicht unbedingt unter diesen Umständen.“ Allenby unterschrieb später eine 81 (+9) und zog seine Teilnahme an dem Turnier zurück. Die Auseinandersetzung mit seinem Ex-Caddie stufte er später als gar nicht mal so ohne ein. „Er hat für mich schlicht den Überblick verloren. Ich sagte ihm, er solle sich beruhigen, doch dann baute er sich beängstigend vor mir auf, als ob er mich schlagen wollte“, zitiert die australische Nachrichtenseite 9news den 44-Jährigen. „Als er nicht aufhörte, sagte ich: Das wars, du bist gefeuert und wirst nie wieder Caddie für mich sein.“


Robert Allenby gelangte schon zu Jahresbeginn in die Schlagzeilen, nachdem er ein Foto seines deutlich mitgenommenen Gesichts gepostet hatte und behauptete, ausgeraubt und entführt worden zu sein. Nach dem verpassten Cut bei der Sony Open auf Hawaii war er aus, um den Frust zu ertränken, und wurde am Ende zehn Kilometer entfernt ausgesetzt. Nachdem die Geschichte medial Wellen geschlagen hatte, meldeten sich angebliche Insider, die behaupteten, Allenby hätte sich volllaufen lassen und Mist gebaut. Wie auch immer der Abend abgelaufen ist, freiwillig hat sich der Australier sicher nicht so zurichten lassen.

Zwei Versionen, ein Schulrektor

Weil die letzten Monate sportlich wenig erfolgreich verlaufen waren, soll es um die Beziehung zwischen Allenby und Middlemo sowieso nicht mehr allzu gut gestanden haben. Doch wie genau es zu dem Zerwürfnis kam, das hat Middlemo anders erlebt, wie er später beschrieb, als er seine eigene Version der Geschichte erzählte. „Robert ist ein sehr zartbesaitetes Individuum und hat in der letzten Zeit nicht gut gespielt“, sagte der Caddie einem australischen Radiosender. „Natürlich hab ich das abgekriegt. Doch dann fing er an mich persönlich zu beleidigen. Ich wurde schon als schlechter Caddie bezeichnet, aber wenn es persönlich wird, und ich als ein fetter so und so bezeichnet werde, dann rege ich mich durchaus auf.“ Wortlos trug er die Tasche noch ein paar Löcher, bevor er sie nach einer weiteren Spitze abstellte und vom Platz ging. Ein 61-jähriger Schulrektor übernahm und spielte mit Allenby die Runde zu Ende.

Zu einer ähnlichen Situation kam es vor zwei Jahren während der US Women’s Open, dem Damen-Major: Jessica Korda, erfolgreiche LPGA-Spielerin, stritt sich über die gesamte Front Nine mit ihrem Caddie und warf ihn, als es auf die zweite Rundenhälfte ging, raus. Sie lag bei +5 für den Tag als ihr Freund, selber professioneller Golfer, die Tasche übernahm. Den Rest der Runde absolvierte sie eins unter Par – in dem Fall scheint „alles richtig gemacht“ die treffende Beschreibung zu sein.

Alles regelkonform

Von den Regularien her betrachtet ist es übrigens kein Problem, seinen Caddie während der Runde zu tauschen. Ein Spieler darf während einer Runde beliebig viele Caddies haben, die einzige Einschränkung: Er darf immer nur einen konsultieren. Ein ‚Caddie-Rat der Weisen‘ ist also verboten.

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Oliver Felden

Oliver Felden - Freier Autor für Golf Post

Während seines Studiums der Sportwissenschaft und Germanistik kam er über das Crossgolfen auf die gemähten Wiesen der Republik. Seine Waffen sind die kurzen Eisen, doch der Putter bringt ihn noch viel zu oft auf den Boden der Tatsachen zurück. Seine Abschlussarbeit hatte den Titel: "Golf in der Schule - Bildungspotenziale und Grenzen".
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