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Riviera: Spielwiese für Hollywood und Bühne für großes Golf

13. Feb 2014
Der Riviera Country Club bietet Fans und Golfern ein perfektes Ambiente. (Foto: Getty)
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Der schicke Country Club, Schauplatz der Northern Trust Open, hat eine bunte und facettenreiche Historie. Nur Woods gewann nie.

Tee eins des Riviera Country Clubs zu Los Angeles liegt fast 70 Meter oberhalb seines Fairways: Am 27. Februar 1992 drosch dort ein 16-jähriger Highschool-Zehntklässler seinen Abschlag mit einem Holz drei knapp 260 Meter weit in Richtung Grün. Es war der allererste Ball von Eldrick Tont „Tiger“ Woods auf der PGA Tour. Per Sponsoreneinladung gab der amtierende US-Junior-Amateurmeister seine Visitenkarte bei der Nissan Open ab, die seit 2008 Northern Trust Open heißt.

Wenige Turnier-Schauplätze wohl dürften eine derart bunte und facettenreiche Historie haben wie die Anlage im L.A.-Vorort Pacific Palisades. Was nicht zuletzt daran liegt, dass keine 20 Kilometer den schicken innerstädtischen Landclub von Hollywood trennen. Auf Rivieras Polo-Anlage, bei Olympia 1932 schon Stätte der Reiter-Wettbewerbe, erlernte Elizabeth Taylor Anfang der 1940er-Jahre den Umgang mit Kamerad Pferd. Die spätere Diva war zwölf, ein Kinderstar, und probte für den Film „National Velvet“ („Kleines Mädchen, großes Herz“).


Leinwand-Stars auf den Fairways

Als Golferin ist die zweifache Oscar-Gewinnerin nicht bekannt, dafür erkoren Berühmtheiten wie Katharine Hepburn, Humphrey Bogart, Gregory Peck, Walt Disney, „Columbo“ Peter Falk, Jack Nicholson oder „Happy Gilmore“ Adam Sandler die 1927 eröffneten Fairways und Grüns zu ihrer Spielwiese. Der in Berlin geborene Schauspieler Conrad Veidt, u. a. Nebendarsteller in „Casablanca“, erlitt 1943 beim Golfen in Riviera gar einen tödlichen Herzanfall.

Deutlich weniger tragisch ging‘s zu, als Clubmitglied und Schmalzstimme Dean Martin mit seinem kongenialen Partner Jerry Lewis auf dem Riviera-Gelände 1953 die Außenaufnahmen zur Klamotte „The Caddy“ drehte, hierzulande besser bekannt als „Der Tolpatsch“. Im Riviera Country Club wurden überdies die Golfbilder für „Follow the Sun“, den Film über Ben Hogans Karriere rund um seinen schweren Verkehrsunfall, in Szene gesetzt.


Der Riviera Country Club in Los Angeles

„Hogan‘s Alley“ als Beiname

Überhaupt: Hogan! Der neunfache Major-Sieger gewann in Pacific Palisades 1947 und 1948 die Los Angeles Open und dann im Juni ‘48 auch seine erste von vier US Open. Seit dieser Erfolgsserie trägt der Riviera-Golfplatz den Beinamen „Hogan‘s Alley“.

Architekt der Par-71-„Siegerstraße“ war George C. Thomas, einer aus Amerikas „Goldenem Zeitalter“ des Golfplatz-Baus. Der Star-Designer heuerte 1925 nur unter der Bedingung eines unbegrenzten Etats an. Das gesamte Country-Club-Projekt verschlang die damals horrende Summe von 243.827,63 Dollar.

15 Layout-Varianten entwarf Thomas, bis ihm der Plan passte, nach 18 Monaten Bauzeit war das Werk vollbracht und fand großen Anklang. Der Augusta-National-Schöpfer Dr. Alister MacKenzie lobte den Kurs als „so perfekt, wie man es nur machen kann“. Bobby Jones spielte 1931 eine 73 und fragte sich angesichts des Schwierigkeitsgrads, wie die Mitglieder zurecht kommen: „Wo sollen die denn spielen?“

Die Zehn: Eines der weltbesten Par vier

Bis heute zählt der im Lauf der Jahre nur geringfügig modifizierte Riviera Country Club zu den großen strategischen Plätzen. Und seine Bahn zehn gilt als eines der weltbesten Par vier: Der Back-Nine-Auftakt misst bloß 288 Meter, ist aber ein Loch für kluge Köpfe. Vorzulegen empfiehlt sich immer, auch wenn das schmale, stark hängende Grün vom Abschlag aus direkt erreichbar ist. Denn wehe, einer verfehlt es und muss sich aus einem der drei Bunker oder aus dem Rough an die Fahne kämpfen.

Viel Profi-Prominenz hat sich als Sieger in die Annalen von Riviera eingetragen. Sam Snead und Byron Nelson haben hier gewonnen, ebenso Tom Watson, Fred Couples beim Tiger-Debüt, Nick Faldo, Ernie Els, Phil Mickelson. Nur Woods hat‘s nie geschafft. 1992 scheiterte er am Cut, 1999 war er geteilter Zweiter, danach zwei Mal in den Top Ten. 2006 kapitulierte er krankheitsbedingt nach zwei Runden und ist seither nicht mehr angetreten. Er mag halt keine Turniere, bei denen er nicht auf Anhieb dominiert.

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Michael F. Basche

Michael F. Basche - Freier Autor für Golf Post

Als Journalist, Golfbetriebsmanager und notorischer Zu-Kurz-Putter ist Michael F. Basche auf vielfache Weise dem Golf verfallen. Nach Jahren als Tageszeitungs-Sportredakteur und im PR- und Marketinggeschäft berät er heute u. a. Golfclubs in Fragen der Corporate Identity. Und widmet sich schreibend den vielfältigen Facetten des Großartigsten aller Spiele.
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