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Rickie Fowler: „The next big thing“ hat endlich geliefert

12. Mai 2015
Rickie Fowler feiert mit seiner Mutter Lynne den Sieg bei der Players Championship. (Foto: Getty)
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Nicht überschätzt, nur zu viel Hype: Am Muttertag triumphiert der Kalifornier als PLAYERS-Champ, Mutter Lynne hatte es geahnt.

In Golf-Amerika bejubeln sie gerne „the next big thing“. So eins wie Jordan Spieth, der laut „Sports Illustrated“ mit seinem Masters-Erfolg eine neue Epoche eingeläutet hat. Trotz der andauernden Rory-McIlroy-Ära, die selbiges Magazin 2011 nach dem US-Open-Sieg des Nordiren schon ausgerufen hatte. Vor einem Jahr war Rickie Fowler „das nächste große Ding“: Flippig und farbenfroh, „lustiger als ein Fass voller Affen“ (Lexi Thompson), ein cooler Twen mit begnadetem golferischen Talent. Dazu privatjetmäßig reich, wie „Golf.com“ unlängst notierte. Das perfekte Aushängeschild für die Zielgruppe der Milleniumsgeneration.

Der Ruch des ewigen Talents

Wie heißt es so schön in Zeugnissen: Fowler war stets bemüht. Aber er lieferte nicht. Geteilter Fünfter beim Masters, Zweiter bei der US und bei der British Open, geteilter Dritter bei der PGA Championship, zu wenig für eine eigene Ära als US-Antwort auf Rory McIlroy, das ohnehin schnell drehende Karussell der medialen Aufmerksamkeit rotierte weiter. Zurück blieb ein bevorzugt in Orange gewandeter Kalifornier, dem der Ruch des ewigen Talents anhaftete. Ein „One-Hit-Wonder“ durch den Tour-Sieg bei der Wells Fargo Championship 2012 und erst wieder mit Aufmerksamkeit bedacht, seit er das Bikinimodell Alexis Randock zur Freundin hat.


Dann kam diese anonyme Erhebung von „Sports Illustrated“ auf der PGA, LPGA und Champions Tour. Ausgerechnet vor der PLAYERS Championship. Es wurde unter anderem nach überschätzten Spielern gefragt, und die lieben Kollegen setzten Rick Yutaka Fowler an die Spitze, was Wunder bei seiner Vorgeschichte. Nebst Ian Poulter übrigens.

Das Plazet habe ihn „gehörig gewurmt“, bekannte der 26-Jährige bereits während des Turniers im TPC Sawgrass. Im Moment des größten Erfolgs seiner Karriere konnte Fowler über die Umfrage freilich bloß noch „herzlich lachen“: „Wenn es irgendwelche Fragen gab“, sagte er mit der PLAYERS-Trophäe im Arm, „ist dieses Ding hier alles, was man wissen muss.“

„So spielt keiner, der überschätzt ist“

Fowler hatte geliefert. Und zwar ganz großes Sonntags-Kino: Aufholjagd ab Loch 13, eine imponierende Strecke auf seinen letzten sechs Löchern am Sonntag: Birdie, Par, Birdie, Eagle, Birdie, Birdie, dazu im Drei-Loch-Stechen Par, Birdie, Par und das siegbringende Birdie auf der 17 als erstem Extraloch. Damit beendete Fowler alle drei sonntäglichen Auftritte am Inselgrün mit Schlaggewinnen, fürs gesamte Turnier addiert sich das zu fünf Birdies in sechs Versuchen. „So spielt keiner, der überschätzt ist“, sagte Playoff-Kontrahent Kevin Kisner.

Die öffentliche Resonanz fiel unisono aus. „Überschätzte Spieler sacken nicht das größte Preisgeld auf der Tour ein, während der Tag zu Neige geht und der Druck fast unerträglich wird“, schrieb Mike McCallister für die PGA Tour. In der New York Daily News mutmaßte Hank Gola, dass die Umfrage aus einem „Mr. Nice Guy einen kaltblütigen Killer“ gemacht habe. „Golf-Channel“-Kritikaster Brandel Chamblee schwärmte: „Denen hat er’s aber ordentlich gegeben!“ Und Geoff Shackelford stellte in seinem Blog fest, dass Fowler weniger überschätzt denn „overhyped“ gewesen sei, dass der Hype um ihn die Erwartungen zu hoch geschraubt habe.

Mutter Lynne: „Heute ist Dein Tag!“

Interessanterweise trat Fowler am Sonntag nicht in seiner typischen Farbgebung an, sondern absolvierte die Finalrunde in einer Mischung aus Blau, Weißgrau und seiner Version von Muttertagsrosa. Realistisch gesehen war er ja auch weit weg vom ganz großen Ding, selbst Mutter Lynne und Schwester Taylor waren vorzeitig abgereist. Beim Einchecken des Gepäcks am Flughafen in Jacksonville erfuhren sie indes von Fowlers Bravourstücken auf den regulären Schlusslöchern. Also nichts wie zurück, dank des Transportdiensts der PGA Tour stand ein Auto zur Verfügung, Taylor fuhr. Das Playoff erlebten beide live mit.

„Heute hat sich einfach nur alles richtig zurecht geschüttelt, alle Teile des Puzzles haben sich gefügt“, sagte Lynne Fowler hinterher. Irgendwie hatte sie es doch geahnt und ihrem Rickie morgens auf seine Muttertagsgrüße via Textnachricht geantwortet: „Ich hatte meinen vorgezogenen Muttertag mit unserem Dinner am Freitag. Heute ist Dein Tag. Tu es für Dich!“

Zum Muttertag: Rickie und Lynne Fowler im Interview

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Michael F. Basche

Michael F. Basche - Freier Autor für Golf Post

Als Journalist, Golfbetriebsmanager und notorischer Zu-Kurz-Putter ist Michael F. Basche auf vielfache Weise dem Golf verfallen. Nach Jahren als Tageszeitungs-Sportredakteur und im PR- und Marketinggeschäft berät er heute u. a. Golfclubs in Fragen der Corporate Identity. Und widmet sich schreibend den vielfältigen Facetten des Großartigsten aller Spiele.
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