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Goethe hatte recht: Sizilien ist „ein unzerstörlicher Schatz“

Sizilien ist ein Paradies für Augen, Gaumen und Golfer. Im Verdura Resort kann man alles auf einmal verwöhnen.

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14. Aug 2017
Das Clubhaus des Golfplatzes im Verdura Resort auf Sizilien. (Foto: The Azalea Group)


"Dass ich Sizilien gesehen habe, ist mir ein unzerstörlicher Schatz auf mein ganzes Leben." - Johann Wolfgang von Goethe über die Insel Sizilien nach seiner großen Italienreise zwischen 1786 und 1788.

Johann Wolfgang von Goethe hatte recht

Bis heute hat das größte Eiland im Mittelmeer nichts von seiner Schönheit verloren. Vor der Küste liegt azurblaues Meer, im Landesinneren erheben sich schroffe Berge, Ebenen findet man nur ganz im Süden oder an der Ostküste. Und über allem thront Ätna, der größte Vulkan Europas. Ein Fleckchen Erde, an dem man all das in Kürze erreichen kann, liegt unweit der Kleinstadt Sciacca an der Südküste Siziliens.

Nur zwanzig Autominuten entlang der Küstenstraße Richtung Südosten findet man das Verdura Resort, das 2017 zum ersten Mal Gastgeber der Rocco Forte Open auf der European Tour war. Hier hat man all das im Blick, was Goethe wohl zu seinem eingangs erwähnten Aphorismus bewog. Die Blicke, die die Abschläge und Grüns freigeben sind so schön, dass man sich teilweise gar nicht auf Golf konzentrieren kann. Als Profi darf einen das nicht stören, als Amateur gerät man an seine Grenzen. Doch dazu später mehr. Zunächst zu der Geschichte, die wieder den größten deutschen Dichter auf den Plan ruft.

"Der Anblick eines wahrhaft Glücklichen macht glücklich." -Goethe-

Alvaro Quiros mit der Trophäe der Rocco Forte Open. (Foto: Getty)

Alvaro Quiros mit der Trophäe der Rocco Forte Open. (Foto: Getty)

Und so strahlte nicht nur Alvaro Quiros nach seinem ersten Sieg nach einer gefühlten Ewigkeit auf der European Tour, sondern alle, die das Stechen auf dem Championship Kurs im Verdura Resort verfolgt hatten. Fünf Jahre in Folge lieferte der Spanier zwischen 2007 und 2011 Siege und Topplatzierungen. Danach folgten Verletzungen, der Verlust der Tourkarte, der Kampf zurück - der nun mit seinem Sieg bei der Rocco Forte Open vorerst erfolgreich abgeschlossen ist. Als Challenge-Tour-Spieler ist er mit seinem Sieg für den Rest der Saison und zwei weitere Jahre für die große Bühne qualifiziert.

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Nur einen Tag nach diesem kleinen Märchen steht man dann selbst auf dem Championship Kurs, einem Kompositum aus Ost und West Kurs der 36-Loch-Anlage, die auch noch einen 9-Loch-Kurzplatz beherbergt. Am ersten Abschlag hat man vor Augen, wohin die Tourspieler tags zuvor mit ihrem Driver schlugen. Doch das 5er Eisen reicht auch, um vor dem "Knick" abzulegen und mit dem zweiten Schlag das Grün zu erreichen. Überhaupt muss man an maximal ein oder zwei Bahnen, Holz 1 oder 3 bemühen, um das Fairway carry zu erreichen. "Der Golfplatz ist auch sehr spielbar für Amateure", schätzte Marcel Siem auf Nachfrage ein. Recht hat er!

Ost und West Kurs im Verdura Resort

Das 15. Grün des Championship Kurses. (Foto: Golf Post)

Das 15. Grün des Championship Kurses. (Foto: Golf Post)

Die Schwierigkeit liegt nicht in unüberwindbaren Längen, nicht in gnadenlos ondulierten Grüns oder zu engen Bahnen. Anspruchsvoll anzuspielen sind die meist auf Plateaus liegenden Grüns, das darf man nicht verschweigen. Was den Championship Kurs schwierig macht (abgesehen von den Fahnenpositionen der Tour), ist der Umstand, dass man zu jeder Zeit am liebsten überall hinschauen möchte. So sind gerade die Abschläge an den Par-3-Löchern mit tückischen optischen Ablenkungen versehen. Von einigen anderen Teeboxen schlägt man blind über Kuppen, hinter denen sich dann nicht nur das Grün, sondern auch das offene Meer verbirgt.

Im Gegensatz zu den Profis hatte die Gruppe europäischer Journalisten nicht gegen den Wind zu kämpfen, der die Plätze im Verdura Resort zu einer gänzlich anderen Erfahrung macht. Vor allem, wenn man das Glück hat, den "composite Course" spielen zu dürfen. Dieser vereint alle an der Küste liegenden Bahnen. Dazu müsste man im regulären Spielbetrieb Ost- und West-Platz zahlen - bei einem Greenfee von 100 Euro je Kurs kein preiswertes Vergnügen, das sich aber lohnt, wenn man im Golf Erholung für den Körper und Genuss für die Augen sucht.

Wer sich selbst von der Schönheit Siziliens überzeugen will, sollte sich unser Reiseangebot für eine Rundreise auf der Insel hier ansehen.


Sizilien, "ein unzerstörlicher Schatz"

Gediegen und nobel - das Verdura Resort

Blick in eine Grand Suite im Verdura Resort. (Foto: The Azalea Group)

Blick in eine Grand Suite im Verdura Resort. (Foto:
The Azalea Group)

Überhaupt ist das Verdura Resort, das zur Luxuskette des italienischstämmigen Sir Rooco Forte gehört, kein Erlebnis für den kleinen Geldbeutel. Die 5-Sterne-Anlage bietet dafür alles, was das Herz begehrt. Die Zimmer, egal welcher Preiskategorie, sind fantastisch ausgestattet, geräumig und bieten Blick aufs Meer. Der Spa-Bereich lockt mit Saunen, Meersalz-Becken und Pools. Der Sand am hoteleigenen Strand lädt zum Relaxen ein. Es könnte kaum schöner sein. "Ich kann allen Leuten nur empfehlen, hier mal Urlaub zu machen", schwärmt auch Marcel Siem. "Im Juli und August, wenn man auch ins Meer gehen kann, ist das wunderschön. Das Hotel ist super." Wer Ausschau nach Angeboten und Packages hält, findet auch preiswertere Offerten als auf der Website des Verdura Resort, die zum Beispiel Greenfees inkludieren.

Unnachahmliche lukullische Genüsse

Wem allein die optischen Reize der Insel und des Resorts nicht genügen, der wird in den lukullischen Genüssen die Vollendung seines Sizilienbesuchs finden. Durchschnittlich acht Sonnenstunden am Tag zwischen April und September machen die heimischen Tomaten fruchtig und süß, Auberginen und Oliven kräftig im Geschmack. Dazu der fangfrische Thunfisch, den in Tokio japanische Spezialitätenrestaurants drei Jahre im Voraus bestellen. Auch der Gaumen erlebt auf Sizilien etwas Besonderes. Ein Versuch, die genussvollen Erinnerungen auf den eigenen Küchentisch zu zaubern, wird an den mangelhaften Zutaten scheitern.

Das Weingut Planeta bei Menfi. (Foto: Golf Post)

Das Weingut Planeta bei Menfi. (Foto: Golf Post)

Leichter ist das beim Wein, den kann man mitnehmen oder schicken lassen. Lange Zeit hätte aber niemand daran gedacht, schließlich genossen sizilianische Reben keinen guten Ruf, doch das ist Geschichte. Nun darf man sich auch in diesem Punkt getrost an Goethe halten: "Der Wein erfreut des Menschen Herz, und die Freudigkeit ist die Mutter aller Tugenden." Viel "Freudigkeit" kann man zum Beispiel auf dem Weingut der Familie Planeta erleben, deren Stammsitz versteckt in der Region Menfi unterhalb einer Kleinstadt liegt.

Weingut Planeta - Tradition in der 17. Generation

Bereits in der 17. (!) Generation ist die Familie mit spanischen Wurzeln im Weinbau tätig und hat entscheidenden Anteil am Imagewandel sizilianischer Weine. Dafür steht insbesondere der Chardonnay, der seit Mitte der 80er Jahre auf Sizilien angebaut wird und seitdem symbolisch für den qualitativen Aufstieg steht. Doch von Rosé, über kräftige Nero-d'Avola-Trauben bis zum Schaumwein findet man viele Sorten in nicht allzu üppigen Mengen in Sizilien. Hier, das sei angemerkt, kann man den Geldbeutel durchaus schonen und trotzdem hervorragende Tropfen schmecken.

Auch auf der Terrasse der Trattoria des Verdura Resorts lässt sich vorzüglich ein guter Wein aus dem Hause Planeta genießen und die Seele baumeln lassen. Das Farbenmeer, das sich bietet, wenn sich die Sonne langsam hinter den Hügeln im Nordwesten senkt, ist auf Fotos kaum festzuhalten. Und ein letztes Mal sei Goethe zitiert, den die Pracht Siziliens genauso gefesselt zu haben schien, wie mich Glücklichen, der ich die Insel gewiss nicht zum letzten Mal besucht habe: "Unendlich schön war es zu beobachten", so schreibt der Dichter, "wie diese in allen Punkten bedeutende Gegend nach und nach in Finsternis versank."

Ein malerischer Sonnenuntergang auf Sizilien. (Foto: Golf Post)

Ein malerischer Sonnenuntergang auf Sizilien. (Foto: Golf Post)

Golf Post besuchte das Verdura Resort und das Weingut Planeta im Rahmen einer Pressereise im Mai 2017.

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Tobias Hennig

Tobias Hennig - Redakteur

Tobias kam im Sommer 2014, während seines Studiums der Germanistik und Politik, als Werkstudent zu Golf Post. Zunächst machte er sich nur die Theorie des Golfsports zu eigen, nun versucht der vielseitig sportbegeisterte Wahl-Kölner, zum teaminternen Handicap-Durchschnitt aufzuschließen. Seit April 2016 erheitern der Redakteur und seine Hündin Mali die Kollegen täglich.
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