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Im Jahr 2007 gönnten wir uns zu viert eine Wallfahrt ins Home of Golf. Wir wollten uns diesen Traum einfach „Just do it-like“ verwirklichen und haben wir uns im Kingdom of Fife/Schottland in der Ortschaft Crail ein feines Cottage angemietet. Dieses Cottage lag oberhalb des Balcomie Links.


Dieser von Old Tom Morris angelegte Kurs (1895) gehört mit einem zweiten Golfcourse zur Crail Golfing Society und dieser gilt seit 1786 als der 7. älteste Golfclub der Welt. Auch der zweite Kurs, der Craighead Links (Gil Hanse Design) lag direkt hinter unserer Haustür und sah schon von außen sehr interessant und herausfordernd aus. Das Golfmekka St. Andrews war nur etwa 15 km und der Spitzenplatz Kingsbarnes etwa 7 km entfernt. Allein die erste Anfahrt sonntags nach St. Andrews produzierte eine Gänsehaut aus dem Lehrbuch. Die Ruinen am Friedhof ragten aus der altehrwürdigen Stadt hervor und man dachte an die eindrucksvolle Golfgeschichte, die sich hier schon ereignet hatte.

Spaziergang auf dem Old Course 

Da der Old Course eine öffentliche Anlage ist und am Sonntag in der Regel nicht gespielt wird, konnte man einen wunderbaren Spaziergang über die Anlage machen. Unser Weg führte am Starterhäuschen über die Bahnen 1 und 18 Richtung Old Course Hotel an der 17. Bahn. Schon auf den Fairways konnte man die Besonderheit schottischer Links-Plätze erkennen. Ein dichter und zäher Graswuchs, kurz geschnitten, der die Geländebewegungen der Natur auch spielbeeinflussend zur Geltung bringt. Wir überquerten die berühmte Brücke auf Bahn 18 über den Swilcan Burn, auf der u.a. schon Tom Morris, Bobby Jones, Jack Nicklaus, Tiger Woods und alle anderen Golfhelden den kleinen Bach überschritten. Ein wundervolles Fotomotiv mit der 18. Bahn und dem Clubhaus des R&A im Hintergrund offenbarte sich. Das ist der Ort, an dem die Golfregeln weltweit verbindlich festgelegt werden.

(Foto: Carsten Moritz)

Hinter der Brücke und der 18 sind wir dann zum 17. Grün gekommen. Das berühmte Road Hole mit dem berühmtesten Bunker der Welt! Das Grün des Road Hole war am Ende eines echt langen Par 4, dass als Dogleg um das Old Course Hotel führte. Hinter dem Grün lauert sofort ein Schotterstreifen und die Straße. Hinter der Straße ein schmaler Grünstreifen und die Mauer. Was haben sich hier schon für Szenen abgespielt!  So ging der Weg weiter über die Anlage bei Sonnenschein, durchwachsenen Temperaturen und einem böigen Wind von der Seeseite. Wenn man vor den tiefen Topfbunkern auf dem Platz steht, kann man sich vorstellen, wie der Platz bei schlechteren und eigentlich typisch schottischen Bedingungen zu spielen ist. Eine Übersicht findet ihr bei www.standrews.org.uk/ und Informationen über den Royal and Ancient Golf Club, kurz R&A unter www.randa.org.

Museumsbesuch vor Qualifikationsplatz der British Open

Als Nächstes nahmen wir uns dann das British Open Museum vor. Ein Tempel für echte Golffans, der neben den Souvenirs im Vorraum auch echte antike Golfschätze birgt. Neben den verschiedenen Schlägern aus vergangenen Epochen sind auch viele weitere tolle Golfutensilien ausgestellt. Später besuchten wir den berühmten Friedhof mit den Monumenten von Young und Old Tom Morris sowie von Alan Robertson. Sein Grabstein war ein nach oben spitz zulaufender Steinquader, der mit gekreuzten Golfschlägern und Bällen verziert war. Das war für das Jahr 1859 schon sehr cool.

Gespielt haben wir unter anderem den Platz in Ladybank. Ein wunderschön gepflegter und angelegter Course mit altem Waldbestand und viel Heidekraut. Das Spiel sollte ein anderes sein, als in Crail, kein Linksgolf auf einem Links-Course, aber es war trotzdem sensationell. Auf diesem Platz werden übrigens Qualifikationen zu den British Open ausgetragen. Eindrücke erhaltet ihr unter www.ladybankgolf.co.uk . In Crail hingegen pfiff uns der Wind bereits am ersten Abschlag ins Gesicht. Schaut Euch die Bilder auf der Homepage www.crailgolfingsociety.co.uk an, dann könnt Ihr erahnen, wie es uns ergangen ist. Der Abschlag ging abwärts in Richtung des alten Fischerhauses und auf den folgenden Bahnen erst einmal an der Küste entlang. Der Wind hatte sich als zusätzliches Hindernis etabliert und als Neuling im Linksgolf musste man natürlich etwas Federn lassen. Aber der Spaß und die wunderschönen Eindrücke standen im Vordergrund, als wir diesen Kurs bewältigten. Unter www.hiddenlinksgolf.com  kann man sich Videos von den beschriebenen schottischen Plätzen ansehen. Schaut mal rein was Euch erwartet, wenn ihr euch entschließen solltet einen Trip nach Schottland zu machen.

Schöne Ausblicke auf rasante Grüns

Unser Cottage haben wir übrigens einfach über das Internet gebucht, genauso wie denFlug von Köln nach Edinburgh sowie den Mietwagen. Schon ist man schneller vor Ort als gedacht. Der Blick aus unserem Schlafzimmer ging über das 13. Grün aus erhöhter Position über die ersten 14 Löcher der Anlage. Die 13 ist ein Par 3 an dem aus einer Mulde abgeschlagen wird und das Grün auf dem Rücken einer zurückgelagerten Klippe angelegt ist. Diese muss erst einmal überwunden werden und aufgrund der Länge von 207 m musste man schon ordentlich zulangen, um die vor einem liegende Steilwand zu bezwingen.

Eine weitere Schwierigkeit waren auch die pfeilschnellen Grüns auf der ein Stimpmeter wohl Formel 1-Charakter erhält. Wellen und Breaks erschwerten das Spiel, so dass ein Dreiputt fast schon ein normales Ergebnis und ein Zweiputt gut war. So absolvierten wir eine traumhaft schöne aber anstrengende Runde auf dem Balcomie Links. Carnoustie lag übrigens auch in Reichweite eines Tagesausfluges und bot imposante Eindrücke. Dort sollten einige Wochen später die Open Championship 2007 ausgetragen werden, die Padraig Harrington im Duell gegen Sergio Garcia gewinnen sollte. Der Platz war über angelegte Wege zu besichtigen und man konnte sich einen Eindruck über den Zustand und die Schwierigkeit dieses Links-Kurses machen. Gepflegte Fairways, die wellig und eng angelegt waren, führten zu den pfeilschnellen und schwierigen Grüns. Umsäumt waren die Bahnen typischerweise von dichtem Rough in dem man lieber nicht liegen möchte.

Der Craighead Kurs von Gil Hanse lag spielbereit hinter unserer Haustür. Der ist zwar nicht so alt wie die Balcomie Links, hat es aber durchaus in sich gehabt. Wer sich im typischen Topfbunker verirrte, benötigte einige Schläge, um dort wieder herauszukommen. Weiterhin waren Bahnen zu überwinden, auf denen die alten Steinmauern standen. Diese sollen vor Erosion schützen und dem Golfer taktisches Geschick abverlangen. So spielten wir den Platz bei stärker werdendem Regen und machten Bekanntschaft mit dem echten schottischen Wetter.

Dieser Trip nach Schottland hat einem den Ursprung und die Seele des Spiels näher gebracht. Im Kingdom of Fife und in der Umgebung gibt es noch eine Menge von interessanten und geschichtsträchtigen Golfplätzen. Es müssen auch nicht immer die teuren Plätze wie in Kingsbarnes oder Carnoustie gespielt werden, um wahres Linksgolf zu erleben. Weitere Infos gibt es unter www.golfscotland.de. Der Old Course ist irgendwann einmal Pflicht und bis dahin zehren wir von unseren Erinnerungen.

Artikelversion 2012 für Golf Post. Vollständige Version auf golfblock.de.

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Gastautor: Carsten Moritz

Gastautor: Carsten Moritz - Blogger und Golfer vom Niederrhein

Carsten arbeitet im öffentlichen Dienst und ist seit Jahren ein leidenschaftlicher Golfer. Er interessiert sich für alle Facetten des Golfsports; insbesondere Golfhistorie und Golfplatzarchitektur haben es Ihm angetan. Seine Passion ist es, das Golfen in seinem Umfeld bekannter zu machen und darüber zu informieren. So betreibt er z.B. die Seite www.golfblock.de . Carsten ist am Niederrhein beheimatet und spielt derzeit ein HCP von 16,7.

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