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Weniger Disqualifikationen, mehr Strafschläge – Neue Regeln

27. Okt 2015
Ab 1. Januar 2016 ändern sich ein paar Bereiche der Golfregeln. (Foto: Getty)
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Nach vier Jahren stehen für 2016 wieder Regeländerungen an. Vereinfachungen stehen im Vordergrund, die nicht nur Profis betreffen werden.

Alle vier Jahre entscheidet der Royal & Ancient Golf Club of St. Andrews (R&A) zusammen mit der United States Golf Association (USGA), ob die offiziellen Golfregeln zur Verbesserung und Vereinfachung das Spiels angepasst werden können oder gar müssen. Neben sogenannten „Decisions“ – kleineren Anpassungen und Empfehlungen, die aus Anfragen aktiver Golfer resultieren – werden teilweise auch die Hauptregeln verändert. 2016 ist es nun also soweit – der Vier-Jahres-Zyklus ist rum, ab dem 1. Januar greifen nun Änderungen. Davon werden nicht nur die Profis betroffen sein, auch Hobbygolfer müssen sich auf Neuerungen einstellen.

Die Regeländerungen für 2016 in der Übersicht.

Die Regeländerungen für 2016 in der Übersicht. (Foto: USGA)


Regel 14 – 1b: Verbot von „Anchor Putting“

Die größte Aufmerksamkeit liegt sicherlich auf dem viel diskutierten Verbot der sogenannten „Anchor-Putter„. Bereits im Mai 2013 wurde diese Regeländerung für das kommende Jahr angekündigt. Die neue Regel verbietet zukünftig jegliche direkte oder indirekte „Verankerung“ des Putters am Oberkörper des Golfers während des Schlages. Dieser muss zukünftig frei schwingend durchgeführt werden. Die Strafe bei Nichtbeachtung wären der Lochverlust im Matchplay oder vergleichsweise zwei Strafschläge im Zählspiel.

Zahlreiche Spieler, die bislang Nutzer der langen Putter waren, haben ihr Spielgerät schon umgestellt. Zuletzt trat auch der Ex-Masterssieger Adam Scott mit einem kurzen Putter beim Presidents Cup an. Bernhard Langer wird sich der Umstellung hingegen erst nach dem Saisonende auf der Champions Tour intensiver widmen und sich sein passendes neues Spielgerät suchen.

Regel 6 – 6d: Scorekarte falsch unterschrieben

Zwei weitere Regeländerungen betreffen hingegen jeden aktiven Golfer. Diese beziehen sich zum Einen auf das Unterzeichnen von „falschen“ Scorekartenwerten sowie zum Anderen auf Ballbewegungen, ohne dass dieser berührt wurde. Bislang zog eine mit zu niedrigem Ergebnis unterschriebene Scorekarte immer eine Disqualifikation nach sich. Ab Januar 2016 ist dem nicht mehr in allen Fällen so, es wird nämlich eine Ausnahme eingeführt.

Eine Scorekarte, die vom Spieler in Unwissenheit über mögliche auferlegte Strafschläge falsch unterzeichnet wurde, wird nicht mehr disqualifiziert. Demnächst darf der Golfer das Turnier fortsetzen, nachdem die zusätzlichen und fehlenden Strafschläge von der Runde ebenso aufaddiert wurden, wie zwei weitere Strafschläge für das Unterschreiben eines falschen Ergebnisses. In jedem anderen Fall führt das Vergehen einer falsch unterzeichneten Scorekarte jedoch weiterhin zum Ausschluss.

Regel 18 – 2b: Bewegung des Balles ohne Schlag

Ebenso einschneidend ist die Entscheidung, Golfer zukünftig nicht mehr generell dafür verantwortlich zu machen, wenn sich ein Ball „von alleine bewegt“. Bislang zog sich ein Spieler unweigerlich einen Strafschlag zu, bewegte sich der Ball nach erfolgter Ansprache und vor dem eigentlichen Schlag. Die Regeländerung spricht den Golfer nun erstmal vom Generalverdacht frei, etwas falsch gemacht zu haben.

Lediglich in den Fällen, in denen der Spieler eindeutig für die Bewegung des Balles verantwortlich gemacht werden kann, wird auch weiterhin eine Strafe von einem zusätzlichen Schlag an den Betroffenen verhängt.

Regel 14 – 3: Hilfsmittel auf der Runde

Abschließend haben sich die Regelhüter in St. Andrews sowie den USA noch mit der Frage nach rechtmäßigem oder unrechtmäßigem Gebrauch von Trainingshilfen auf der Runde beschäftigt. Werden Hilfsmittel auf der Runde eingesetzt, so bleibt dies weiterhin strafbar, diese fällt allerdings beim ersten Vergehen nicht mehr so gravierend aus wie bisher. Zukünftig zieht ein solches Vergehen zwei Strafschläge nach sich, ein zweiter Vorfall führt allerdings weiterhin – wie bislang bereits nach dem ersten Einsatz – zur Disqualifikation.


Übertrieben und veraltet? - Kuriose Golfregeln

Lars Kretzschmar

Lars Kretzschmar - Leitender Redakteur bei Golf Post

Lars ist Diplom-Sportwissenschaftler und sein großes Faible ist der Turniersport. Er schlägt sich für seine Leser gerne mal die Nächte um die Ohren, um die neusten Infos der PGA-, European- und LPGA-Tour liefern zu können. Sie finden Lars Kretzschmar auch unter Google+.

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7 LESER-KOMMENTARE

Geben Sie jetzt Ihre Meinung zu diesem Thema ab
  1. wilhelm seidel

    Und weil es eine Brutto-Stableford Wertung war,kann nur der Spieler mit den 38 Nettopunkten vor dem Spieler mit 33 Nettopunkten ,der Bruttosieger sein…

    Weil nach dem Spirit of the Game im Golfsport ein Bruttosieger immer nur unter Berücksichtigung seines Hcp ermittelt werden kann.

    Antworten

  2. wilhelm seidel

    Das Wettspiel wurde auf einem Par 73 Platz ausgetragen….

    Antworten

  3. Was hat das mit den Regeln zu tun? War das Turnier als Zählspiel ausgeschrieben oder nach Stableford? Und welche Regeln für ein Stechen waren in der Ausschreibung festgelegt?

    Antworten

    • wilhelm seidel

      Zur Ergänzung Spieler B ist mit Spvg 9 gestartet.

      Der Spieler mit der niedrigsten Schlagzahl ist immer der Bruttosieger!

      Bei diesem Ergebnis gibt es kein Stechen nach den gültigen Golfregeln.

      Antworten

  4. wilhelm seidel

    Was nützen alle Regeländerungen,wenn sich keiner an die gültigen Golfregeln hält!!!

    Beispiel: Spieler A Spvg 5 hat laut Auswertung seiner eingereichten Scorekarte 29 Bruttopunkte und 33 Nettopunkte gewertet bekommen!!!

    Spieler B wurde mit 29 Bruttopunkten und 38Nettopunkten gewertet !

    Der Spieler A wurde zum Bruttosieger erklärt obwohl er auf seiner Scorekarte 82 Schläge und Spieler B 80 Schläge notiert hat!

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    • Weil es eine Brutto-Stableford Wertung ist. Da ist die Anzahl der Gesamtschläge vollkommen irrelevant. Bei Gleichstand entscheiden die gültigen Regeln fürs Stechen und da scheint A auf den richtigen Löchern eben mehr Bruttopunkte erzielt zu haben….

      Antworten

      • wilhelm seidel

        28.12.2015 // 17:13
        wilhelm seidel
        Und weil es eine Brutto-Stableford Wertung war,kann nur der Spieler mit den 38 Nettopunkten vor dem Spieler mit 33 Nettopunkten ,der Bruttosieger sein…
        Weil nach dem Spirit of the Game im Golfsport ein Bruttosieger immer nur unter Berücksichtigung seines Hcp ermittelt werden kann.

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