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Ratgeber Schlägergriffe – Gummi oder doch gewickelt?

22. Apr 2016
Auch der Griff ist wichtiger Bestandteil des Schlägers. (Foto: Getty)
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Sie sind eines der am meisten unterschätzten Bestandteile der Golfer-Ausrüstung: Die Schlägergriffe. Lesen Sie hier alles Wissenswerte.

Spieler tauschen ihre Bälle aus, ihren Driver, ihren Putter oder ihre Schuhe – nur die Schlägergriffe bleiben meistens die alten. Doch warum eigentlich? Der Griff ist der einzige Teil eines Golfschlägers, den man beim Schlagen wirklich berührt. Es kann also durchaus wichtig sein, den richtigen Griff zu finden. Worauf es ankommt und was man über die verschiedenen Griffe wissen muss lesen Sie hier.

Die verschiedenen Grifftypen

Gummigriffe: Die meisten Schlägergriffe bestehen aus Gummi. Gummi ist als Material leicht zu formen und zu produzieren und bietet ein festes, haftendes Gefühl. Andere Materialen sind Silikon, Elastomer/Kunststoffe und Plastik.


Griffe mit Kordelanteil: Diese Griffe enthalten Anteile von Schnur oder Kordel in der Gestaltung des Griffes. Dadurch bekommen beide Hände mehr Zug auf den Schläger, er liegt griffiger in der Hand – egal ob es regnet oder heiß ist. Ein Manko ist, dass sie für einige Spieler zu grob oder ruppig sind und sie unbequemer in der Hand liegen als beispielsweise Gummigriffe.

Gewickelte Golfgriffe (Wrap Golf Grips): Diese Art von Golfgriffen geht zurück auf den Originalstil der Lederstreifen, die rund um den Schlägerschaft gewickelt wurden. Heute wird moderneres Material benutzt, um eine elastische Fläche zu schaffen, die einen haftbaren Kontakt ermöglicht.

Leichtgewicht-Griffe: Driver und Fairwayhölzer werden immer leichter und leichter. Gleichzeitig sind auch die Golfgriffe an diesen Schlägern leichter geworden. Deswegen sind bestimmte Griffe an Hölzern leichter als solche, die bei Eisen benutzt werden.

Putter-Griffe: Putter-Griffe unterscheiden sich von Griffen bei Eisen und Hölzern auf verschiedene Art und Weise. Zuerst benötigen sie natürlich nicht das selbe Maß an Zug, weil jeder Spieler den Putter anders packt und schwingt als andere Golfschläger. Zudem sind Puttergriffe die einzigen Griffe, bei denen von den Regeln eine flache Kante erlaubt ist. Normalerweise wird diese auf der Vorderseite des Griffes angebracht, um den Spielern zu zeigen, wo die Daumen am Griff hingehören.

Die Putter-Griffe haben verschiedene Größen, um die Fähigkeiten der Spieler auf den Grüns zu verbessern. So gibt es einen dickeren Griff, der mehr Stabilität für Hand und Handgelenk beim Schlag garantiert. Der Nachteil ist allerdings, dass man danach kein gutes Gefühl für einen dünneren Griff mehr besitzt. Für Spieler, die eher Gefühls-Putter sind oder einen Schlag haben, der viel Handgelenksarbeit erfordert, ist ein dünnerer Griff die bessere Wahl.

Hart gegen Weich

Bei der richtigen Griffwahl ist es wichtig, die Unterschiede zwischen harten und weichen Griffen sowie ihre jeweiligen Vorteile zu kennen. Tourspieler neigen oft eher zu härteren Griffen, weil diese bessere Drehkontrolle ermöglichen und besser zu höheren Schlaggeschwindigkeiten passen. Harte Griffer ermutigen Spieler oft dazu, den Schläger mit weniger Druck in der Hand zu halten.

Ältere Spieler und Anfänger bevorzugen dagegen häufig eher weichere Griffe. Diese machen es einfacher und bequemer sie anzufassen, ohne Auswirkungen auf die Schwunggeschwindigkeit zu haben.

Round vs Ribbed??

Alle Griffe für Hölzer oder Eisen sind entweder rund oder gerippt. Ein runder Griff ist symetrisch geformt, während ein gerippter Griff mit einem kleinen Grat versehen ist, der auf der gesamten Grifflänge zu sehen ist. Es wird als Erinnerungsstütze genutzt, um Spieler darauf aufmerksam zu machen, wo genau Hand und Finger am Griff aufliegen sollten.

Verstellbarkeit anpassen

Als die Hersteller damit anfingen, Verstellbarkeiten bei Hölzern anzubieten, mussten auch die Griffe der Schläger verändert werden. Dies hat dazu geführt, dass Griffhersteller nun vermehrt runde, logo-freiere Griffe nutzen, die auf verstellbare Driver, Fairway-Hölzer oder Hybrid-Schläger passen.

Griffgröße

Genauso, wie man ein Paar Schuhe anzieht, die zu den Füßen passen, sollte man auch einen Griff nutzen, der zu jeweiligen Hand passt. Verschiedene Studien haben ergeben, dass bis zu 75 Prozent aller Spieler die falsche Griffgröße nutzen.

Die passende Griffgröße sollte den Fingern auf der oberen Hand des Golfers kaum ermöglichen, die Handfläche zu berühren. Einige Spieler mögen es, einen weiteren Griff zu nutzen, der die Handgelegenksbewegungen einschränkt, um einen Draw oder einen Hook zu verhindern. Andere Spieler wiederum wollen einen Slice verhindern und nutzen dafür einen etwas dünneren Griff.

Die Griffgrößen, die je nach Hersteller variieren können, fallen normalerweise in die fünf folgenden Größengruppen:

Standard: 14,7 bis 15,2 Millimeter im Durchmesser

Junior: Verschiedene Größen, schmaler und kürzer als Standard

Untergröße: 0,4 Millimeter schmaler als Standard

Mittelgroß: 1,6 Millimeter breiter als Standard

Übergröße: 3,2 Millimeter breiter als Standard

Um kleinere Anpassungen bei der Griffgröße vorzunehmen, können manche Spieler zwischen verschieden dicken Schichten von Tape an Schaft und Griff wählen. Eine Tape-Schicht macht den Durchmesser des Griffes normalerweise um 0,4 Millimeter breiter, drei Schichten um 0,8 Millimeter und sechs Schichten um 1,6 Millimeter.

Vor allem Tourspieler nutzen die Möglichkeit, den Schlägergriff mit Tape zu umwickeln, egal ob oben oder unten am Griff. Bubba Watson hat beispielsweise schon bis zu zehn Tape-Schichten an seinem Griff genutzt.

Haltbarkeit

Wie lange hält ein Schlägergriff? Das liegt natürlich auch am jeweiligen Spielertyp. Die Lebensdauer eines Griffs ist abhängig davon, wie hart man den Schläger umfasst, wie oft man trainiert oder spielt, wie viele Schwünge man damit macht und wie man ihn pflegt.

Viele Golfgriffmanufakturen geben an, dass man den Griff alle 40 Runden wechseln sollte oder einmal im Jahr.

Pflege

Es ist wichtig, die Griffe regelmäßig zu pflegen und zu prüfen. Oft fühlt man selbst wenn der Griff ersetzt werden muss, aber einige Anzeichen können am Griff schnell erkannt werden: Dazu gehören weiche oder harte Stellen am Griff, Risse im Material und hellere Stellen oder Abnutzungserscheinungen an den Stellen, wo die Finger normalerweise aufliegen. Falls eines der Anzeichen zutrifft, sollte man sich mit dem Gedanken befassen, einen neuen Schlägergriff anzuschaffen.

Die Lebensdauer eines Griffs kann man mit regelmäßiger Reinigung verlängern. Die meisten Griffe können mit einem einfachen Geschirrspülmittel gesäubert werden. Für Gummigriffe (auch mit Kordelanteil) kann eine weiche Bürste oder ein weicher Lappen benutzt werden. Für nicht-polierte Griffe sollte besser ein Waschlappen herhalten.

In jedem Fall sollte der Griff nach der Scheuerung mit warmem Wasser abespült werden, um alle Seifenreste zu entfernen. Danach kann er entweder an der Luft oder mit einem Handtuch getrocknet werden.

Gummi ist hitzeanfällig. Deswegen sollten – sofern möglich – solche Schläge nicht in heißer Umgebung stehen gelassen werden.

Wie erfolgt der Grifftausch?

Dazu sollten die meisten Golf-Fachgeschäfte in der Lage sein. Es dauert meist nur wenige Minuten, für ein ganzes neues Griffset sollte man aber einen oder zwei Tage einkalkulieren.

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Steffen Jüngst

Steffen Jüngst - Freier Autor für Golf Post

ist erst als Student an der Deutschen Sporthochschule Köln zum ersten Mal mit Golf in Kontakt gekommen. Vorher nur begeisterter Minigolfer, zieht es ihn jetzt auch auf die weitläufigen Grüns.
Sie finden mich auch auf: Google+

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1 LESER-KOMMENTAR

Geben Sie jetzt Ihre Meinung zu diesem Thema ab
  1. Ein Griffwechsel ist auch für Otto-Normal-Golfer kein Problem.
    Man sollte beim kauf einfach darauf achten, dass die Griffe das selbe Gewicht haben, sofern man nicht die originalen Griffe montiert.

    Antworten

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