Aktuell. Unabhängig. Nah.

Phil Mickelson im Fadenkreuz des FBI

Autor:

31. Mai 2014
Unter Verdacht: Phil Mickelson soll sich illegale Vorteile auf dem Kapitalmarkt verschafft haben. (Foto: Getty)
Artikel teilen:

Phil Mickelson steht im Verdacht, sich durch illegalen Informationsaustausch Vorteile am Kapitalmarkt verschafft zu haben.

Laut der Nachrichtenagentur Reuters ermittelt das US-amerikanische Federal Bureau of Investigation (FBI) in einer Angelegenheit des „Insider Trading“ gegen den amerikanischen Golfprofi Phil Mickelson und zwei weitere Beteiligte. „Insider Trading“ bezeichnet das private Weitergeben oder Nutzen von Informationen, die zukünftige Vorgehensweisen von Firmen betreffen und durch die sich der Empfänger der Tipps gegenüber anderen Händlern am Kapitalmarkt Vorteile verschafft. Dieses Vorgehen ist illegal und wird von den Behörden verfolgt. Phil Mickelson soll mit dem Milliardär Carl Icahn und dem Las-Vegas-Spieler William Walters in den Fall verwickelt sein.

Verdächtige „Trades“ von Phil Mickelson

Konkret wird untersucht, ob Phil Mickelson und William Walters auf der Basis von privaten Informationen von Großinvestor Icahn mit Aktien gehandelt haben. Diese Informationen sollen sie von Carl Icahn bezüglich bestimmter Investitionen in staatlichen Unternehmen erhalten haben. Laut Reuters, die sich auf eine vertrauliche Quelle beziehen, laufen die Ermittlungen bereits seit drei Jahren. Zwei der unter Verdacht stehenden Abhandlungen beziehen sich auf die Firmen Clorox Co CLX.N und Dean Foods Co DF.N. Bei Dean Foods beispielsweise soll es 2012 von Phil Mickelson und William Walters verdächtige „Trades“ gegeben haben, kurz bevor die Firma die Quartalszahlen veröffentlichte.

Phil Mickelson beteuert seine Unschuld

Die Staatsanwaltschaft in Manhatten soll für den Fall verantwortlich sein,  Generalstaatsanwalt Preet Bharara ermittelt in der Sache. Seit 2009 hat Bharara 81 Personen des „Insider Tradings“ überführt, entweder vor Gericht oder durch Geständnisse – bisher gab es keinen Freispruch. Phil Mickelson sei sich keiner Schuld bewusst, zitiert ihn Reuters: „Ich habe absolut nichts falsch gemacht. Ich habe mit der Regierung in dieser Ermittlung zusammengearbeitet und werde es auch weiterhin tun.“

Rechtslage ist komplex

Ob die Informationen, die Carl Icahn mutmaßlich weitergeben hat und die Phil Mickelson und William Walters nutzten, unter das Gesetz des „Insider Trading“ fallen, ist bisher allerdings nicht geklärt. Auch wenn Icahn gewisse Informationen weitergab, heißt das nicht automatisch, dass er gegen das Gesetz verstoßen hat. Untersucht werden muss, in welchem Verhältnis Icahn als Kapitalanleger zu den Anteilseignern der entsprechenden Firmen stand, und inwiefern er gegenüber seinen eigenen Aktionären vepflichtet war.

Kratzer auf der glänzenden Fassade

Phil Mickelson pflegte bisher das Image des „America’s Darling“ – als Gegenpart von Tiger Woods verkörperte er die amerikanische Musterfamilie. Vor allem nach den privaten Eskapaden von Woods fiel das Saubermann-Image von Mickelson noch stärker ins Gewicht. Der fünfmalige Major-Sieger spielt aktuell das Memorial Tournament von Jack Nicklaus und will 2014 mit einem Sieg bei der US Open seinen Karriere-Grand-Slam perfekt machen. Es wird interessant sein zu beobachten, wie sich die rechtlichen Begebenheiten dieser Sache entwickeln und ob sie sich auf das sportliche Auftreten des 43-Jährigen auswirken.

Tags:

Diese Seite teilen
Oliver Felden

Oliver Felden - Freier Autor für Golf Post

Während seines Studiums der Sportwissenschaft und Germanistik kam er über das Crossgolfen auf die gemähten Wiesen der Republik. Seine Waffen sind die kurzen Eisen, doch der Putter bringt ihn noch viel zu oft auf den Boden der Tatsachen zurück. Seine Abschlussarbeit hatte den Titel: "Golf in der Schule - Bildungspotenziale und Grenzen".
Sie finden mich auch auf: Google+

Alle Artikel von Oliver Felden

1 LESER-KOMMENTAR

Geben Sie jetzt Ihre Meinung zu diesem Thema ab