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Phil Mickelson: „Erst Tiger hat mich zum Erfolg getrieben“

Allerlei von der PGA Championship: Kranker Titelverteidiger, „spaciger“ McIlroy, gelassener Spieth und der einhändige Daly.

Tiger Woods fungierte für Phil Mickelson, der bei der PGA Championship 2017 sein 100. Major spielen wird, als Motivator. (Foto: Getty)
Tiger Woods fungierte für Phil Mickelson, der bei der PGA Championship 2017 sein 100. Major spielen wird, als Motivator. (Foto: Getty)

Leidensdruck? Jahrelang stand Phil Mickelson im Schatten von Tiger Woods, empfand den Rivalen als unangenehm übermächtig und entwickelte eine entsprechende Aversion. So jedenfalls sagt es die Legende. In Wirklichkeit respektieren sich Tiger und „Lefty“, haben kein Problem miteinander, mögen sich vielleicht sogar. Mehr noch: Woods hat Mickelson eher befeuert, als dass er ihm im Weg stand. „Wenn Tiger nicht gewesen wäre, dann hätte ich mich – glaube ich – nicht so gepusht, dann hätte ich womöglich nicht das erreicht, was ich im Golf bis heute geschafft habe“, sagte der fünffache Majorsieger in Quail Hollow, wo „Phil the Thrill“ mit der 99. PGA Championship ebenso wie Ernie Els sein 100. Major spielt. „Er hat alle dazu gebracht, ein wenig intensiver zu arbeiten. Vor allem im Bereich der Fitness. Und genau das hilft auch mir, meine Karriere aufrecht zu erhalten.“

Ernie Els übrigens sieht es ganz anders. „Wenn Tiger Woods nicht gewesen wäre, hätte ich sicher ein paar Majors mehr als vier“, sagte der Südafrikaner.

Jimmy Walker und die Tagesform

Unberechenbar: Der Titelverteidiger ist angeschlagen. Jimmy Walker leidet seit April an der sogenannten Lyme-Borreliose, einer Infektionskrankheit, die durch Zeckenstiche ausgelöst wird und Erschöpfungsanfälle und Muskel- sowie Gelenkschmerzen verursacht. Bereits bei der Porsche European Open auf den Green Eagle Golf Courses in Winsen (Luhe) wurde Walker von einem Anfall heimgesucht und musste eine schwache dritte Runde hinnehmen. „Es ist schon besser als am Anfang, aber ich plage mich nach wie vor damit herum “ sagt der Texaner. „Wenn ich aufstehe, weiß ich nie, wie ich mich an diesem Tag fühlen werde.“

McIlroy zerlegt Driving Range

Mann im Mond: Rory McIlroy degradiert die Driving Range von Quail Hollow zum Kurzplatz. Beim Training nahm der Weltranglistenvierte die Wiese förmlich auseinander, schickte mit dem Holz-3 die Bälle über 303 Meter und mit dem Driver gar in die Bäume jenseits der Abgrenzung, der „Golf Channel“ hat bis zu 334 Meter carry gemessen. Und selbst in einem Astronautenanzug, dem passenden Outfit für einen, der seine Kugeln fast auf den Mond schießen kann, bringt es McIlroy im Duell mit Masters-Champ Sergio Garcia noch auf über 280 Meter.

Spieth genießt immer noch den Open-Triumph

Entspannt: Die 99. PGA Championship steht kurz vor dem ersten Abschlag, und Jordan Spieth verspürt immer noch keinen Druck. „Es wäre etwas besonderes, hier zu gewinnen“, sagte der 24-jährige Texaner, „aber ich verspüre kein brennendes Verlangen, Tiger Woods als jüngsten Spieler mit dem Karriere-Grand-Slam abzulösen. Es wäre natürlich cool, doch ich muss diesen Rekord nicht unbedingt haben.“ Außerdem sei die Open Championship und der Gewinn des Claret Jug noch viel zu frisch: „Damit habe ich mein Jahr 2017 doch schon gekrönt, und ich genieße das immer noch und zehre davon. Deswegen kann ich hier in Quail Hollow ganz entspannt auftreten.“




„Bookies“ schwanken zwischen Spieth und McIlroy

Kopf an Kopf: Der eine hat keinen Druck, der andere jagt die Bälle bis zum Mond, wie soll man sich da in Sachen Favorit entscheiden. Die Buchmacher sehen das genauso und stufen Jordan Spieth und Rory McIlroy generell mit der selben Chance auf die PGA Championship ein. Im Schnitt liegen beide bei 7:1, mithalten kann da gerade noch Dustin Johnson (8:1), während Rickie Fowler oder Hideki Matsuyama mit Quoten von 16:1 bzw. 18:1 schon weit abgeschlagen rangieren.

Daly macht‘s mit links

Sankdkastenspiele: John Daly ist lang mit den Hölzern und den Eisen, exzessiv mit Bier und Zigaretten. Und verdammt gut aus dem Bunker, sogar einhändig:

The amount of touch @pga_johndaly has with JUST his left hand is incredible. 😱

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Stenson vor PGA Championship 2017 an der Klampfe

Riff statt Griff: Henrik Stenson hat sein musikalisches Talent getestet und sich in Charlotte von US-Blues-Star Clay Smith an der Gitarre unterweise lassen. Das Fazit des „Iceman“: „Ich sollte lieber bei meinem bisherigen Job bleiben.“. Vielleicht spielt der Schwede ja dafür in Quail Hollow groß auf.

Auch Pros driven mal ein Par-3

220 Meter lange Par-3-Löcher für uns Freizeitgolfer? Eine architektonische Unsitte, die mangelnde Grün-Komplexität durch schiere Weite kaschiert und aus einem Zielschlag einen Distanzhieb macht. Für Professionals sind derartige One-Shot-Monster kein Problem, aber auf der 6 von Quail Hollow zücken selbst Longhitter wie Bubba Watson und Wesley Bryan den Driver, um gegen den Wind und bei nassen Geläuf das 228 Meter entfernte Grün zu erreichen, zumindest im Training:



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„Green Mile“: Horrorstrecke in den Golfhimmel

Zum Schluss: In Stephen Kings Meisterwerk ist die „Green Mile“ der Linoleumboden eines Gefängnisses, auf dem die Delinquenten zur Hinrichtung geführt werden, in Quail Hollow wartet am Ende der grünen Meile womöglich ein Majortitel. Doch auch die drei Schlusslöcher der 99. PGA Championship können zur Horrorstrecke werden, gelten als eines der schwierigsten Finales auf der Tour: Die 2013 von Designer Tom Fazio komplett als Dogleg-links neu erbaute 16 (463 Meter) mit dem Grün am rechten Rand von Quail Hollows dominierendem 6-Hektar-See.

Die Par-3-17 (204) mit dem Beinahe-Inselgrün, das zahllose Fahnenpositionen ermöglicht. Und schließlich die 18, das 452 Meter lange Par-4 mit dem „tödlichen“ Bunker auf der rechten Seite der Landezone, dem Bachlauf, der die gesamte linke Seite der Bahn begleitet und dem Schlag auf ein erhöhtes, enorm onduliertes Grün. Schönes Spiel!


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