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„Habe ich bekifft auf der PGA Tour gespielt? Natürlich!“

Zur neuen PGA-Tour-Saison treten neue Doping-Richtlinien in Kraft. Nicht alles wird strenger, manche Grenzwerte steigen - die Kiffer freut es.

Zur neuen PGA-Tour-Saison treten neue Doping-Regeln in Kraft. (Foto: Getty/parkjisun via the Noun Project)
Zur neuen PGA-Tour-Saison treten neue Doping-Regeln in Kraft. (Foto: Getty/parkjisun via the Noun Project)

Mit dem Start der PGA Tour Saison 2017/18 greift eine neue Dopingverordnung. Damit trägt die wichtigste Golftour der Welt der Wiederaufnahme des Golfsports in den Kanon der Olympischen Spiele Rechnung. Die neue "Drug Policy" sieht nicht nur erstmalig Bluttests für Golfer vor, sondern auch die Veröffentlichung von nicht bestandenen Dopingtests. Bisher kontrollierten die Tour-Verantwortlichen lediglich Urinproben, Strafen wurde oft im Verborgenen ausgesprochen und gelangten nur selten an die Öffentlichkeit, wenn überhaupt wurde spekuliert, gemunkelt und vermutet. Man erinnere sich nur an Dustin Johnsons offiziell noch immer ungeklärte mehrmonatige Abwesenheit vom Profigolf.

Nun kommt die PGA Tour der Forderung der Welt Anti Doping Agentur (WADA) nach und will härter durchgreifen. Doch es gibt auch Substanzen, die durch die Angleichung an das WADA-Reglement nun in höherer Dosierung eingenommen werden dürfen, weil sie nicht als leistungssteigernd gelten. Ein Beispiel: Cannabis. Statt der bisher erlaubten 15 Nanogramm dürfen nun 150 Nanogramm straffrei im Körper eines Athleten vorhanden sein. Einen anonymen PGA-Tour-Profi freut das ungemein, wie er in einem Beitrag für das amerikanische Golfmagazin Golf Digest zugab. Dort beschrieb er nicht nur seine persönlichen Erfahrungen mit Marihuana, sondern auch den Umgang damit auf der PGA Tour und die Konsquenzen für aufgedeckte Vergehen.

Gras auf der PGA Tour ein gängiges Phänomen?

"Habe ich bekifft auf der PGA Tour gespielt?, fragt sich der anonyme Pro in dem Artikel selbst und schiebt die Antwort gleich hinterher: "Natürlich!" Als sorglos-bekiffter Golfer will er aber auch nicht gelten und schränkt daher ein: "Ich habe es noch nicht oft gemacht, aber wenn ich sonntags ohne Chance auf eine gute Platzierung in der Nähe der letzten Plätze abschlage, dann gestalte ich mir den Tag etwas lustiger oder zumindest anders." Doch nicht nur er allein tue dies hin und wieder: "Ich habe das vor der Runde auch schon mit den anderen Spielern meines Flights getan."

Ein Flight bekiffter Golfer auf der PGA Tour, wer hätte das gedacht. Doch kennt man die bislang drohenden Strafen, verblüfft einen schon weniger, dass dies nun so offen kommuniziert wird. Denn alles, was der anonyme Pro bislang befürchten musste, war ein Gespräch bei einem Psychologen. Nur einmal sei ihm das bislang passiert. Als "auf die Finger klopfen" beschreibt er die Strafe: "Ich akzeptierte das Testergebnis und flog nach Charlotte und sprach eine Stunde mit einem von der Tour zugelassenen Psychologen. Ich kenne diverse Spieler, die dieselbe Reise angetreten haben. Der Typ stellte die üblichen Fragen eines Therapeuten - wie viel und wie oft. Ich antwortete ehrlich aber hatte das Gefühl, er hätte sich nicht weniger darum scheren können."

Harmlose Strafen und kein Schuldbewusstsein

Drei Sitzungen bei einer Beratungsstelle habe der nicht namentlich genannte Pro anschließend an seinem Wohnort absolvieren müssen, dann war das Thema vom Tisch. Öffentlich wurde davon selbstverständlich nichts. Mit den neuen Grenzwerten hat er nun noch weniger zu befürchten. Auch wenn es schwierig sei, die erlaubten Blutwerte in gerauchte Joints umzurechnen, schreibt der anonyme Kiffer, habe ihm ein befreundeter Arzt bestätigt, er könne ungefähr ein Dutzend Tage im Monat Gras rauchen, und bliebe wahrscheinlich immer noch unter dem Grenzwert.

Eines ist dem anonymen Autor allerdings auch bewusst - seine Leistung verbessert Cannabis auf keinen Fall. Daher habe er auch nichts gegen die neuen Bluttests, denn sie würden dabei helfen, jene Spieler aufzuspühren, die wirklich betrügen.



In den meisten Bundesstaaten der USA ist der Gebrauch von Marihuana zumindest zu medizinischen Zwecken erlaubt, in vielen entkriminalisiert und in acht ist der Besitz und Verkauf sogar legal. In Deutschland sollte man in jedem Fall darauf verzichten, bekifft auf den Golfplatz zu gehen. Der Besitzt von Cannabis ist bundesweit strafbar und nur unter sehr strengen Auflagen zu medizinischen Zwecken mit einer Sondergenehmigung gestattet. Im Straßenverkehr gilt anders als bei Alkohol eine null-Toleranz-Grenze.


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