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Whistling Straits – Flyover über die Front Nine

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11. Aug 2015
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Ein Flug über die Front Nine von Whistling Straits, dem Ort des ersten Major-Triumphs von Martin Kaymer.

Whistling Straits ist einer der bekanntesten Golfplätze der Welt, und wahrscheinlich einer der schönsten. Für Martin Kaymer hat dieser Platz darüber hinaus noch eine weitere Bedeutung: 2010, im Stechen gegen Bubba Watson, schnappte sich der damals 25-Jährige nach einem dramatischen Finaltag mit der PGA Championship den ersten Major-Titel seiner Karriere und wurde auch formell zum legitimen Nachfolger Bernhard Langers. Er gewann rund 1,3 Millionen US-Dollar und rückte vor auf Platz fünf der Welt. Kein Wunder also, dass sich Martin Kaymer ganz besonders auf die Rückkehr der PGA Championship auf den Platz freut, der seiner Karriere einen ordentlichen Schub gab.

Whistling Straits – Bunker auf dem Militärgelände

Gebaut wurde der Platz 1998 von Pete Dye, der einer der renommiertesten Golfplatz-Architekten der Welt ist. Das 7123 Meter lange Par-72 entstand auf einem ehemaligen Militärgelände für Flugabwehr-Übungen entlang des Ufers des Lake Michigan, nördlich von Chicago. Während der Bauphase wurden über 7000 LKW-Ladungen Sand aus einer nahe gelegenen Sandgrube angekarrt, warum so viel? Ganz einfach. Das einzigartige Merkmal von Whistling Straits sind seine zahlreichen und ausgedehnten Bunkerlandschaften. Rund 1000 Bunker säumen die Spielbahnen und machen den Platz unverwechselbar.


Der Name „Whistling Straits“, die „Flüsternde Meerenge“, entstand bei einem Spaziergang während des Baus. Gründer Herbert V. Kohler erzählt, er hätte sich von der umliegenden Landschaft inspirieren lassen und verdankt den Terminus einer spontanen Eingebung. Eine Brise fegte an einem stürmischen Tag an den Klippen entlang und die Wellen brachen an der felsigen Küste, der „Meerenge“ des Lake Michigan, als ihm der Name durch den Kopf schoss.

Das erste Date: Kurze Flyover-Videos zum Kennenlernen

Loch 1 – „Outward Bound“

Par 4, 373 Meter

Gleich zu Beginn kann ein nach links verzogener Drive für die erste Bekanntschaft mit den berüchtigten Bunkern führen. Sitzt der Abschlag, ist die rechte Seite des Grüns das Ziel der Wahl. Einerseits hängt das Grün nach links, andererseits kriegt man, wenn man links verfehlt, mächtige Probleme mit den Pott-ähnlichen Bunkern unterhalb des Grüns.

Loch 2 – „Cross Country“

Par 5, 542 Meter

Das Merkmal des zweiten Lochs, des ersten Par 5, ist zum einen der mittig vor dem Grün platzierte Bunker, in dem mutig gespielte aber zu kurz geratenen Annäherungen gerne verschwinden, und zum anderen die Krater-Landschaft unterhalb des Grüns: 13 Bunker auf der linken Seite warten auf einen verirrten Ball, also bleibt man besser rechts.

Loch 3 – „O’Man“

Par 3, 165 Meter

Erstmals auf der Runde geht es direkt ran an die Küste, und das beim ersten Par 3 auf ein überdimensioniertes Grün. Wenn hier mal ordentlicher Wind rein bläst, und das ist nicht allzu selten, dann heißt es den Ball auf der sicheren rechten Grün-Seite zu platzieren.

Loch 4 – „Glory“

Par 4, 373 Meter

Weiter geht es entlang der Küste, und es wird nicht leichter. Das einschüchternde Par 4 wartet auf der rechten Seite mit großen Dünen auf, wer aber nach links ausweicht wird durch das hängende Fairway und Grün schnell mit Bunker-Lagen bestraft – oder, wenn’s noch schlechter läuft, einem Bad im Lake Michigan.

Loch 5 – „Snake“

Par 5, 547 Meter

Die „Schlange“ ist nicht zufällig so benannt. Das lange Par 5 ist eine Art Doppel-Dogleg. Nach dem Abschlag geht es fast 90 Grad rechts rum, vor dem Grün, das aus der Vogelperspektive wie ein Schlangenkopf ausschaut, macht die Bahn nochmal einen harten Knick nach links. Für die Profis spielt es sich kürzer, da über die Ecken durch platzierte Schläge gut abgekürzt werden kann – eine gute Möglichkeit, unter Par zu bleiben.

Loch 6 – „Gremlin’s Ear“

Par 4, 325 Meter

Das kürzeste Par 4 des Platzes kann, je nachdem wo die Fahne gesteckt ist, für die Longhitter im Feld mit dem Drive zu erreichen sein. Geteilt wird das Grün von einem kleinen, fiesen Bunker, in dem man besser nicht liegen sollte. Steckt die Fahne rechts davon, wird die Strategie auf Sicherheit gemünzt sein. Steckt sie links in Verlängerung des Fairways, darf zum Angriff geblasen werden.

Loch 7 – „Shipwreck“

Par 3, 202 Meter

Das „Schiffswrack“ bringt die Spieler wieder zurück an die felsige Küste des Lake Michigan. Auf dem lang gezogenen Grün ist die richtige Schlägerwahl kein Kinderspiel, zumal die allgegenwärtigen Bunker jeden Fehler bestrafen.

Loch 8 – „On the Rocks“

Par 4, 464 Meter

Was man „on the rocks“ nicht sieht, ist wie der Abschlag landet. Was man sehr gut sieht, sind die mehr als einhundert Bunker, die die Spielbahn von Anfang bis Ende flankieren. Das lange Par 4 ist eine echte Herausforderung und lässt sogar den Pros eventuell ziemlich lange Schläge ins Grün, das bestens geschützt ist.

Loch 9 – „Down and Dirty“

Par 4, 410 Meter

Die Neun führt zum Abschluss der Front Nine zurück zum Clubhaus, und kann eine versöhnliche Ergebnisverbesserung zur Folge haben. Denn trifft der Abschlag mittig das zum Grün hin abfallende Fairway, wird man mit einem guten Roll und einigen extra Metern belohnt. Eine seltene Ausnahme ist der Baum, der bei nach rechts verzogenen Abschlägen ins Spiel kommen kann.

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Oliver Felden

Oliver Felden - Freier Autor für Golf Post

Während seines Studiums der Sportwissenschaft und Germanistik kam er über das Crossgolfen auf die gemähten Wiesen der Republik. Seine Waffen sind die kurzen Eisen, doch der Putter bringt ihn noch viel zu oft auf den Boden der Tatsachen zurück. Seine Abschlussarbeit hatte den Titel: "Golf in der Schule - Bildungspotenziale und Grenzen".
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