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Bubba Watson: Eine Ode an den Unkonventionellen

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29. Jul 2016
Wir lieben ihn, weil er einfach anders ist - in seiner Art, seinem Schwung und seinem Auftreten. Bubba Watson ist einfach ein Unikat. (Foto: Getty)
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Bei der PGA Championship sorgt der Autodidakt für Highlights und verschafft sich mit seinem Equipment ungeahnte Möglichkeiten.

Über Bubba Watson wurde schon allerhand Verrücktes und Ungewöhnliches berichtet. In regelmäßigen Abständen sorgt der 37-Jährige mit dem unorthodoxen Golf-Stil auf und neben dem Platz für Schlagzeilen und begeistert damit die Golffans dieser Welt. Längst ist der Ruf des amerikanischen Longhitters über die Grenzen seines Heimatlandes bekannt. Seine Power-Drives zimmert er in unnachahmlicher Manier mit seinem pinken Ping-Driver die Fairways hinunter. Der Baltusrol GC in New Jersey liefert dem aus Florida stammenden Autodidakt bei der diesjährigen PGA Championship einmal mehr die Bühne für spektakuläres Golf und unkonventionelle Schläge.

„Auf einen Mittwoch wird nicht vorgelegt“

Auf der Trainingsrunde flanierte der zweifache Masters-Champion gemeinsam mit Danny Lee und J.B. Holmes über den Baltusrol GC und sorgte für das erste Highlight der Major-Woche. Schauplatz ist das Fairway des monströs langen 17. Lochs. Das fast 600 Meter lange Par-5 wurde letztmals von John Daly bei der PGA Championship 2005 mit dem zweiten Schlag angegriffen und bereitet manchem Spieler Kopfschmerzen.


Den Abschlag Mitte Fairway platziert, geht die Show des Olympia-Starters erst richtig los: Watsons Caddy filmt per Handy, wie sein Chef die Kugel vor den Augen von Danny Lee per Driver vom Fairway aus in Richtung Grün nagelt. Die Zuschauer sind begeistert, die Flightpartner schlichtweg fassungslos und nur einer bleibt cool. Richtig – Bubba Watson. Seine Erklärung kommt so lapidar wie selbstverständlich daher: „Driver vom Fairway, na klar. An einem Mittwoch wird nicht vorgelegt.“

Ob Proberunde oder Turnier, gefeuert wird immer

Wer dem Proberunden-Pöhler nun Größenwahn und mangelnde Professionalität vorwerfen möchte, der sei gewarnt. Im Rahmen der PGA Championship 2014 im Valhalla GC antwortete Watson noch auf seinen Verzicht am PGA-Championship-typischen Long Drive Contest mit den Worten: „Ich bin hier um ein Major zu gewinnen und nicht um rumzualbern.“ Überhaupt ist alles was Watson macht authentisch und ehrlich. Der aus Bagdad, Florida, stammende zweifache Familienvater steht einfach nicht auf Gehabe und Allüren. Dies spiegelt sich auch in seinem Spiel wieder.

An Loch 18, dem zweiten Par 5 des Platzes, griff Watson zum unverwechselbaren pinken Ping-G-Driver. 356 Meter weit entfernt befindet sich ein Wasserhindernis, dass einige unter uns ohne Brille nicht einmal erkennen würden und 99% aller Spieler nicht annähernd in ihre Kalkulationen einbeziehen würden. Ebenso wenig Bubba Watson. Der Gefühlsspieler tut das was er immer tut, er haut richtig drauf. Was dann passiert ist einer dieser Bubba-Momente.

Die Gesetze der Physik scheinbar außer Kraft gesetzt, feuerte Watson den Ball vom Tee und die weiße Kugel trat ihren Flug an. Das Wasserhindernis samt Brücke näherten sich unaufhörlich, auf dem Trackman kletterte die Weite. Schließlich verfehlte der Ball das Fairway, jedoch nicht rechts oder links, sondern in der Länge! Der Longhitter hatte seinem Namen wieder alle Ehre gemacht und den Ball über 350 Meter weit geschlagen.

Rohe Gewalt und filigranes Gespür – Bubba Watson der Magier

Ein Unikat wie Bubba Watson polarisiert. Mit Ecken und Kanten versehen, bietet er Kritikern Angriffsfläche, die ihn auf seine Drive-Distanz reduzieren. Diesen Leuten liefert der US-Pro ein sportliche Antwort. Als sich Watsons Ball während der ersten Runde der PGA Championship im Vorgrün „eingenistet“ hatte, packte er ganz tief in die Trickkiste.

Für den 4-Meter-Schlag aus dem Vorgrün zückte der Enddreißiger seinen Putter. Im Stile des großen Seve Ballesteros – übrigens Watsons golferisches Vorbild – ging er alle denkbaren Schlagvarianten mental durch. Die Zuschauer wurden unruhig, weil er sie mit der kreativen Pause auf die Folter spannte. Watsons Entscheidung entschädigte für die Wartezeit: Watson nahm den Putter, drehte ihn um 90 Grad in der Hand und führte die Annäherung mit der Schlägerkopf-Spitze durch. Der Ball bleibt unter dem frenetischen Jubel der Augenzeugen knapp 60 cm vom Loch entfernt liegen – ein magischer Schlag.

Schwebend über den Platz und den Patriotismus an den Füßen

Nicht nur mit seinen Schlägern sorgt Bubba Watson wie gesehen für magische Momente, auch modisch wie aerodynamisch setzt er Akzente. So ist der verheiratete Enddreißiger zuletzt mit seinem Sponsor Oakley über den Golfplatz geflogen.

Bubba-Schuhe made in/by USA (Foto: twitter.com/GOLF.com)

Bubba-Schuhe made in/by USA (Foto: twitter.com/GOLF.com)

Als Equipment-Fanatiker und glühender Patriot war es nur eine Frage der Zeit, bis Bubba Watson mit einer verrückten Idee bezüglich seines Olympia-Outfits um die Ecke kommt. So geschehen drei Wochen vor dem Auftakt der Spiele in Rio. Der Weltranglistensechste veröffentlichte seine Schuhe und setzte damit gleich zwei Ausrufezeichen. Nummer eins ist das Modell, welches von Rickie Fowler inspiriert scheint und unter dem Namen „High-Tops“ bekannt wurde. Nummer zwei ist das fast erschlagend patriotische Design der Schuhe. Mehr Stars and Stripes passen nicht auf einen Golfschuh. Das ist Bubba Watson – unkonventionell, mit allerlei Eigenheiten versehen, aber immer zu 100 Prozent authentisch.

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Robin Bulitz

Robin Bulitz - Redakteur bei Golf Post

Robin ist im Alter von 22 Jahren aktiv zum Golfsport gekommen und seitdem Feuer und Flamme. Durch seine sportlichen Erfahrungen im Handball und Tennis konnte er sich schnell mit der kleinen, weißen Kugel arrangieren und kratzt inzwischen am Single-Handicap. Ab Februar 2016 zunächst als Werkstudent, mischt Robin seit August im Tagesgeschäft mit und testet besonders das umfangreiche Equipment auf Herz und Nieren.

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