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Peter Uihlein, der Mann für die Post-Woods-Ära

18. Nov 2013
Logische Konsequenz: Peter Uihlein ist Rookie des Jahres 2013 auf der European Tour. (Foto: Getty)
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Der Rookie des Jahres hätte es einfacher haben können. Doch Peter Uihlein verdient sich seine Sporen lieber auf der European Tour.

Der Name – Uihlein – wäre für den kleinen Peter schon immer ein Türöffner gewesen. Schließlich ist dieser einer mit Donnerhall in der internationalen Golf-Szene: Vater Wally Uihlein ist schließlich Chef der Acushnet-Company, einer Firmengruppe zu der unter anderem Golf-Ball-Gigant Titleist gehört. Doch wer glaubt seinem Sprössling Peter wäre dadurch alles in den Schoß gefallen, der irrt.


Uihlein in Florida geformt

Peter Uihlein scheute nicht den üblichen Gang eines angehenden Golfprofis. Mit 13 zog er wohlbehütet aus New Bedford, Massachussetts nach Florida, um das David Leadbetter Golf Programm an der renommierten IMG Pendelton School zu genießen. 2005 und 2007 wurde Uihlein dann von der American Junior Golf Association (AJGA) als Spieler des Jahres ausgezeichnet. Damit war Uihlein erst der fünfte Amateur, dem diese Ehre zu Teil wurde. Unter anderem schafften dies auch Phil Mickelson und Tiger Woods. Zwischendurch besuchte Uihlein die Oklahoma State University bis er sich im Dezember 2011 entschloss, es als Profi zu versuchen. Nur einen Monat zuvor hatte der College-Student noch die Chance auf eine Tourkarte verspielt. Er scheiterte sowohl in den Qualifying Schools der European Tour als auch auf der PGA Tour.

„Hörner abstoßen in Europa“

Dies konnte der mittlerweile 24-Jährige dann im Folgejahr nachholen. Über die Qualifying School der European Tour sicherte sich Uihlein ähnlich wie Maximilian Kieffer ein Spielrecht für die Saison 2013. Für das amerikanische Golf-Verständnis war Uihleins Entscheidung für die „kleine“ European Tour missverständlich, schließlich hätte Peter wohl auf der PGA Tour als Titleist-Spross auf einige Invites hoffen dürfen. Doch Uihlein Junior wollte sich in Europa lieber „die Hörner abstoßen“, wie er seine Entscheidung begründete. Als Beispiel nannte der 24-Jährige Vorbilder wie Adam Scott und Rory McIlroy, die ebenfalls ihre erfolgreichen Karrieren in Europa begonnen hatten. „Sie haben in vielen unterschiedlichen Ländern Erfahrungen gesammelt. Es ist eine größere Herausforderung“, sagte Uihlein.

Erster Sieg, Final Series, Rookie of the Year

Und die Entscheidung gab ihm Recht: Bei der Tshwane Open im März noch auf dem geteilten vierten Rang gelandet, feierte Uihlein beim zugegeben schwachen Feld bei der Madeira Island Open den ersten European-Tour-Sieg seiner Karriere. Viel wichtiger als der 100.000-Euro-Scheck war für den Amerikaner die zweijährige Spielberechtigung auf der European Tour. Mit dieser Sicherheit im Rücken gelangen Uihlein noch weitere Glanzlichter in der Saison. Nur eine Woche nach seinem Triumph belegte er bei der stark besetzten BMW PGA Championship in Wentworth T12.

Kieffer: Uihlein dieses Jahr unglaublich stark

Bei der ISPS Handa Wales Open und Alfred Dunhill Links Championship wurde er sogar nur haarscharf auf Rang zwei verwiesen. Auf Kingsbarns in Schottland verfehlte der Amerikaner gar nur hauchzart die erste 59er Runde auf der European Tour. Durch diese tollen Ergebnisse war Uihlein’s Teilnahme im Premierenjahr an der Final-Series des Race to Dubai auch mehr als verdient. Dort unterstrich er mit einem fünften Rang beim BMW Masters in Shanghai sein immenses Potential. Sein deutscher Kollege Maximilian Kieffer, der ebenfalls ein phänomenales Rookie-Jahr hinlegte mutmaßte schon im August: Rookie of the Year wäre für mich eine klasse Sache, aber ich glaube nicht, dass ich an Peter Uihlein dieses Jahr vorbeikommen werde.“ Auch vom renommierten amerikanische Golf-Magazin GolfDigest prasselten die Lobeshymnen auf Uihlein nieder, der gar als „moderner Prototyp eines Golfers“ für die Zeit nach Tiger Woods bezeichnet wird.

Verdienter Rookie of the Year

Als 14. im Race-to-Dubai wurde der Amerikaner von der European Tour entsprechend seiner formidablen Leistungen nun als Rookie of the Year 2013 gewählt und mit dem Sir Henry Cotton Award ausgezeichnet. Uihlein ist gar der erste Nicht-Europäer, dem diese Ehre zu Teil wird. „Es ist eine große Ehre den Sir Henry Cotton Award für den Rookie of the Year entgegen nehmen zu dürfen. Es war einfach ein fantastisches Jahr für mich.“ Uihlein tritt somit in die Fußstapfen von Größen wie Sir Nick Faldo (1977), Sandy Lyle (1978), José Maria Olázabal (1986), Sergio Garcia (1999), Martin Kaymer (2007) oder Matteo Manassero (2010). Herzlichen Glückwunsch!

Malte van Oven

Malte van Oven - Freier Autor für Golf Post

ist Diplom-Sportwissenschaftler, Journalist, Holland-Experte und begeisterter Golfer. Im Team ist er der Trainingsweltmeister und träumt noch heimlich von der Senior Tour.
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