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An Olympia scheiden sich die Geister – Wie gefährlich wird Golf in Rio?

12. Mai 2016
Von links nach rechts: Tim Finchem, Michael Whan und Caroline Masson bei einer Pressekonferenz über Golf bei Olympia 2016. (Foto: Getty)
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Wissenschaftler warnt vor Zika-Virus. PGA- und LPGA-Tour-Commissioner äußern sich trotzdem positiv zu Olympia. Caroline Masson fühlt sich sicher.

Das Thema Golf bei Olympia ist umstritten, seit bekannt gegeben wurde, dass Golf bei den olympischen Spielen 2016 in Rio dabei sein wird. Namenhafter Spieler haben bereits ihre Teilnahme in Rio abgesagt, als Begründung wurden die vollen Terminkalender und das Zika-Virus genannt. In Ponte Vedra Beach äußerten sich jetzt Tim Finchem, Commissioner der PGA Tour und Michael Whan, Commissioner der LPGA Tour, sowie Caroline Masson und Graham DeLeat zum Thema Olympia.

Olympia verschieben? Gefahr des Zika-Virus

Die Sorgen um das Zika-Virus werden größer. Die Harvard Public Health Review, eine Publikation der Fakultät für öffentliches Gesundheitswesen der Harvard-Universität, hat zusammen mit dem amerikanischen Wochenmagazin Time Magazine einen Bericht veröffentlicht, in dem Amir Attaran, Professor an der medizinischen Fakultät der Universität Ottawa vor dem Zika-Virus warnt und eine Verschiebung der Olympischen Spiele fordert. Grund dafür sei das Risiko einer Ausbreitung der Epidemie: „Es kann unmöglich helfen, wenn geschätzte 500.000 ausländische Touristen für die Spiele nach Rio strömen, sich möglicherweise infizieren und nach Hause zurückkehren, wo sowohl einheimische Aedes Mücken [Überträger des Zika-Virus] als auch sexuelle Übertragungen zu neuen Ausbrüchen führen können. Es braucht nur einen infizierten Reisenden“, sagt Attaran. Außerdem gäbe es Hinweise darauf, dass das Virus gefährlicher ist, als bisher angenommen: „Klinische Studien zeigen zunehmend, dass das Zika-Virus nicht nur in Verbindung mit pädiatrischer Mikrocephalie und Gehirnschäden steht“, sondern auch Lähmungserscheinungen bei Erwachsenen hervorrufen und sogar tödlich enden könne.


Michael Whan führt an, dass sich die Zahl der Mücken im brasilianischen Winter und an der Küste, wo der Golfplatz liegt, verringern sollte und dadurch auch die Gefahr, sich mit dem Virus anzustecken. Amir Attaran gibt im Time-Artikel jedoch zu bedenken: „Niemand weiß, wie stark die Verringerung im Winter sein wird, besonders in diesem Jahr, in dem Rio eine überraschende und unerklärliche Krankheitswelle erlebt.“

Caroline Masson fühlt sich sicher

Vijay Singh nannte das Zika-Virus als Grund für seine Absage, ebenso der Australier Marc Leishmann. Whan sagte, fünf oder sechs Spielerinnen der LPGA Tour hätten ihn wegen des Virus angesprochen, aber keine hätte ihm gegenüber erwähnt, dass sie deswegen nicht an Olympia teilnehmen wolle. Die Sportlerinnen ignorieren das Thema jedoch keinesfalls. Inbee Park wird sich mit ihrem Arzt beraten, bevor sie eine Entscheidung fällt und Brittany Lincicome hat beschlossen ihren Ehemann zu Hause zu lassen, sollte sie sich für Olympia qualifizieren, um das Risiko einer Infektion zu halbieren. Caroline Masson sagt, dass es schwer ist, sich zu diesem Thema zu äußern: „Wir vertrauen den Informationen, die die [LPGA] Tour uns mitteilt, die die WHO uns mitteilt und treffen alle Vorkehrungen, die wir können, aber ich glaube, vor allem ist jeder wirklich aufgeregt und wir fühlen uns sicher.“

Tim Finchem glaubt an Olympia

Trotz all der Diskussionen betrachten die beiden Commissioner Olympia als eine große Chance für den Golfsport. Tim Finchem sieht Potential, dass die Olympischen Spiele Golf zu einer Mainstream Sportart befördern können, besonders in Gegenden, in denen Golf noch nicht so verbreitet ist. Golf habe den Vorteil, dass es bereits auf jedem Kontinent vertreten sei. „Es ist ein wahrhaft globaler Sport, und es ist ein Sport, der sich gut für Sponsoren eignet“, so PGA-Commisioner Finchem. Das sei wichtig für den IOC, ebenso wie die Zahl der Fernsehzuschauer und das allgemeine Auftreten des Sports. Deshalb ist Finchem optimistisch, dass Golf auch 2024 wieder Teil der Olympischen Spiele sein wird.

Michael Whan sieht jetzt schon, was Olympia für das Damengolf geleistet hat. Das Image des Golfsports habe sich bereits deutlich verändert. Vor sechs Jahren seinen viele Frauen sich nicht mal sicher gewesen, ob Golf überhaupt ein Sport sei. „Egal, ob wir keine Quoten bekommen oder ob wir gar nicht gezeigt werden, es hat bereits den Weg für das Damengolf weltweit verändert, bezüglich Zugang, Verfügbarkeit, Unterricht.“


Die Olympia-Outfits für Rio 2016

 

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Alexandra Caspers

Alexandra Caspers - Freie Autorin bei Golf Post

Als sich ihre Familie und ihr Bekanntenkreis nach und nach mit Golffieber infizierte, gab es für Alexandra auf lange Sicht kein Entkommen. Jetzt taucht sie neben ihrem Germanistik-Studium selbst in die Welt des Golfsports ein.

Alle Artikel von Alexandra Caspers

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