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Ohne die OWGR-Divisoren wäre Tiger Woods wieder Nummer eins der Welt

Buchmacher präferieren Rot, ein Däne in Paris, ein Kapitän mit Luxusproblemen, ein neues US-Duo. Die Back Nine vor dem Ryder Cup.

Tiger Woods bejubelt seinen 80. Sieg auf der PGA Tour mit Tausenden Fans. (Foto: Getty)
Tiger Woods bejubelt seinen 80. Sieg auf der PGA Tour mit Tausenden Fans. (Foto: Getty)

Eindeutige Zahlen: 1.876 Tage nach seinem letzten Erfolg hat Tiger Woods wieder zugeschlagen, gewinnt ausgerechnet die Tour Championship, das Saison-Finalturnier der PGA Tour – und dies in herausragender Manier. Die Statistik für East Lake weist den 14-fachen Majorsieger unter anderem als Ersten im Scrambling-Ranking (17 von 24), als Zweiten in der Putt-Effizienz und als Spitzenreiter in Sachen Ein-Putt aus, da Woods 51,4 Prozent seiner Versuche auf dem Grün direkt verwandelte. Zudem nährte er den Nimbus, dass er bei einer 54-Loch-Führung kaum noch (43 Siege bei 45 Führungen) und bei einer 54-Loch-Führung mit drei Schlägen oder mehr gar nicht (24 von 24) zu schlagen ist. Für den Rekord von Sam Snead von 82 Tour-Erfolgen hat der 42-Jährige (80 Titel) noch fünf Jahre Zeit, „Slammin‘ Sammy“ gewann letztmals mit 47.

Nimmt man nur die Leistung der 22 jüngsten Auftritte des Comeback-Wunders  und klammert die sonstigen Divisoren des Official World Golf Ranking aus, dann wäre Tiger Woods heute wieder Weltranglistenerster, läge mit 10,58 Durchschnittspunkten vor Dustin Johnson, der es im vergleichbaren Zeitraum auf 10,28 Durchschnittspunkte bringt. So aber ist Woods seit heute Nummer 13 der Welt – erstaunlich genug, nachdem er vor genau einem Jahr noch als 1.142. rangierte. Wenn er allerdings in diesem Tempo weitermacht, dann ist er im Februar oder spätestens im März kommenden Jahres wieder Branchen-Primus.


Europa ist zuhause Außenseiter

Nach der Tour Championship ist vor dem Ryder Cup: Die Amerikaner kommen nicht nur als Titelverteidiger, sondern als eindeutige Favoriten nach Paris. Nach der Pleite von Gleneagles 2014 und der vernichtenden Kritik von Phil Mickelson an Skipper Tom Watson hat das Team USA genau die Tugenden entwickelt, die Europa über so viele Jahre erfolgreich gemacht haben: Spirit, Korpsgeist, Mannschaftsgefüge, Abkehr vom Einzelkämpferdenken und dem damit verbundenen Egoismus etc. Bei den Buchmachern wird Jim Furyks Truppe denn auch mit einer Siegquote von 1,8:1 gehandelt, während es für einen europäischen Erfolg schon das 2,37-fache des Wetteinsatzes gibt. Da zählt natürlich vor allem der Umstand, dass die US-Spieler es auf insgesamt 31 Majors bringen – selbst ein „Rookie“ wie Justin Thomas ist bereits PGA Champion, FedEx-Cup-Gewinner etc. Team Europa mit seinen fünf Debütanten kann nur sieben Majortitel in die Waagschale werfen.

Björn sieht keinen Heimvorteil

Ein Däne in Paris: Während ein großer Teil seiner Equipe gerade aus Atlanta anreist, ist Europas Ryder-Cup-Kapitän Thomas Björn bereits in der französischen Hauptstadt angekommen und verschafft sich einen Eindruck von der Stimmung in der „Stadt der Liebe“. Von einem Heimvorteil will der 47-Jährige freilich nichts wissen: „Das ist ein netter Aspekt, klar, aber ganz sicher kein großer Vorteil. Wir haben hier die besten Spieler der Welt, die kannst du auf jeden beliebigen Golfplatz stellen, und sie werden damit klar kommen.“ Mit dem Einfluss auf das Set-up von Le Golf National kann Björn freilich ein paar Dinge bestimmen, die eventuell seinem Team zugute kommen.



Jim Furyks Sorgen: Ansprache und Geschenke

Luxusproblem! Wohl dem, der mit so einer von Stars und Majorsieger gespickten Truppe antreten kann: Die größte Sorge von US-Teamchef Jim Furyk gilt aktuell seiner Eröffnungsansprache für Donnerstag Nachmittag (die Zeremonie beginnt um 17 Uhr) sowie den Geschenken für seine Spieler und seine Vize-Kapitäne. In beidem hatte der 48-Jährige freilich kompetente Hilfe. Mit Unterstützung eines professionellen Redenschreibers feilte Furyk wochenlang an seiner Ansprache und an den Stichworten, die ihm die PGA of America geliefert hatte, weil „ich selbst ein lausiger Redenschreiber bin, das aber immer noch besser kann, als eine Rede zu halten.“ Man darf für Donnerstag gespannt sein… Und was die Präsente betrifft, so hat Gattin Tabitha diese „zu meiner vollsten Zufriedenheit“ ausgesucht: „Sie ist die beste Ehefrau der Welt!“

„Motor“ Poulter läuft schon heiß

Gentlemen, start your Engines! Ian Poulter wurde mal als Motor bezeichnet, der Europas Ryder-Cup-Team befeuert, und seine Emotionen als der entsprechende Treibstoff. Der 42-jährige Engländer lebt das Kontinentalduell freilich auch kaum wie ein Zweiter – siehe dieses Video:

Tiger und „Mad Scientist“ als Duo?

Aufschlussreiche Szene: Gibt es beim Ryder Cup das US-Duo Tiger Woods/Bryson DeChambeau? Die beiden „Captain‘s Picks“ haben während der Tour Championship jedenfalls ihre jeweiligen Golfbälle verglichen und gegenseitig ausprobiert – beide spielen Bridgestone, aber unterschiedliche Modelle mit mehr (Woods) bzw. weniger (DeChambeau) Spin-Potenzial –, was ein starkes Indiz für eine mögliche Paarung in den Vierern ist. Ohnehin haben beide in diesem Jahr bereits eine Menge Trainings- und Einspielrunden miteinander absolviert. Gemäß der Ryder-Cup-Regeln dürfen seit 2006 übrigens zwischen den Löcher die Bälle gewechselt werden. Derweil hat DeChambeau seinem Spitznamen „Mad Scientist“ einmal mehr alle Ehre gemacht, als er dabei beobachtet wurde, wie er auf der Range mit brandneuen Bällen direkt aus dem Sleeve trainierte, die vor dem Schlag mit Wasser bespritzt wurde, um frühmorgendliche feuchte Golfplatz-Bedingungen mit Tau zu simulieren…



Roses „Jackpot“ geht in der Tiger-Mania unter

Millionenschweres Birdie: Mit dem Schlaggewinn auf dem letzten Loch von East Lake hat Justin Rose (28) sich den geteilten vierten Platz der Tour Championship gesichert und den Spitzenplatz im FedEx Cup bewahrt, womit ihm exakt dieses Birdie den Bonustopf von zehn Millionen Dollar bescherte. Im Hype um den 80. PGA-Tour-Titel von Tiger Woods und das „historische Comeback“ des Superstars ging Roses Zahltag freilich etwas unter. Ohne das Birdie des Engländers („Auf so einen Knotenlöser habe ich den ganzen Tag gewartet – gut, dass er wenigstens am Schluss noch kam“) hätte Woods auch den Jackpot gewonnen. „Natürlich nimmt man gern beide Titel mit“, sagte Rose anschließend. „Aber ich würde sagen, am Ende des Tages war Plan B auch ziemlich gut.“

„Out of Bounds“ mit Pistole verteidigt

Hausfriedensbruch: Vor Betreten fremder Grundstücke am Fairway sei gewarnt, selbst wenn der teure Titleist Pro V1 über die Hecke gesegelt ist. Auf dem Bonniebrook Golf Course in Butler County/Pennsylvania hat ein Anrainer mit gezückter Pistole einen Golfer vertrieben, der nach seinem verirrten Ball suchen wollte. Auch wenn der 55-Jährige nun einer Strafanzeige wegen „Terroristischer Bedrohung“, „tätlichem Angriff“ und „Nötigung“ gewärtig ist – „Out of Bounds“ kann auch schon mal den Spieler ins Abseits stellen…

Golfschläge mit Tennis-Urlauten

Zum Schluss: Das passt ein bisschen zu den Golf-Höhepunkten, die gerade in Atlanta absolviert wurden und diese Woche in Paris anstehen – Golfschläge, unterlegt mit den Urlauten, die Tennisspieler beim Ballwechsel so von sich geben. Danke an die „GolfGods“ und an ScratchTV für diese vergnügliche Montage!

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