Das Grün am Weißen Haus bleibt im Spiel
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Obamas Sieg: Das Grün am Weißen Haus bleibt im Spiel

Barack Obama geht nach dem Erfolg über Mitt Romney als 44. Präsident der USA in seine zweite Amtszeit.

Obama golft
Obama und sein Vize-Präsident Joe Biden üben auf dem Putting Green des Weißen Haus (foto: pete souza)

Das Putting-Grün am Weißen Haus gehört fast so zum Bild vom US-Präsidenten wie das Oval Office und die Airforce One. Barack Obama darf es weitere vier Jahre nutzen; Herausforderer Romney hingegen muss sich in die Statistik einreihen, nach der seit 1981 die nicht-golfenden Aspiranten stets verloren haben.

Überhaupt gab es in den vergangenen 100 Jahren mit Harry S. Truman (1945 bis 1953) und Jimmy Carter ('77 bis '81) nur zwei US-Präsidenten, die keine Golfer waren. Und „Lefty“ Obama, der gern auf der Andrews Airforce Base nahe Washington abschlägt, ist mit den Anwürfen wegen seiner Golferei in guter Gesellschaft.

Eisenhower ließ das erste Putting-Grün bauen

Schon Dwight D. Eisenhower (1953 bis 1961) - der mit dem Baum in Augusta - wurde heftig beschimpft. Was ihn nicht hinderte, über 200 Runden, oft mit Arnold Palmer, auf dem Masters-Kurs zu spielen und im Oval Office beim Diktat Probeschwünge zu absolvieren. „Ike“ war es auch, der sich vom legendären Robert Trent Jones Sr. das erste Grün in den „Vorgarten“ bauen ließ.

Die Golf-Passion der US-Präsidenten findet sich in beiden politischen Lagern. Der Beste freilich war Demokrat: John F. Kennedy (1961 bis 1963) spielte ein einstelliges Handikap, machte aber wenig Aufhebens darum. Als Senator gehörte er nämlich noch zu den Golf-Kritikern seines republikanischen Vorgängers Eisenhower. Überliefert ist eine Szene in Cypress Point 1960, als JFK an der Par-3-Fünfzehn ein Hole-in-one knapp verfehlte und darob sogar erleichtert war: „Sonst hätte sich wie ein Lauffeuer verbreitet, dass der nächste Golfer auf dem Weg ins Weiße Haus ist.“ Vielleicht hat Kennedy deswegen später das „White-House-Green“ erst mal zuwachsen lassen.



Auch der eifrigste oberste US-Golfer gehörte den Demokraten an. Woodrow Wilson (1913 bis 1921), der die USA in den Ersten Weltkrieg führte und wie Obama den Friedensnobelpreis erhielt (1919), soll in seinen zwei Amtsperioden über 1.000 Runden gespielt haben. Obamas bisherige 104 sind ein Klacks dagegen.

Clinton ist auf dem Platz ein ziemlicher Mogler

Golf ist Breitensport in den USA, Vorwürfe gegen golfende „Chiefs“ waren und sind politisch motiviertes Gezänk. Es gab wahrlich schlimmere präsidiale Verfehlungen: Richard Nixon ('69 bis '74) ließ zwar das Grün am Weißen Haus endgültig entfernen – heute ist dort der Hubschrauber-Landeplatz–, aber vor allem belauschte der Republikaner seine Widersacher. Watergate, nicht Golf, kostete ihn die Präsidentschaft.

Auch Bill Clinton hatte zwischen 1993 und 2001 bekanntlich andere persönliche Probleme als seine Golf-Leidenschaft. Dabei ist der Demokrat auf dem Platz ein ziemlicher Mogler, reklamiert ständig Mulligans und fordert auch 15-Meter-Putts schon mal als geschenkt ein. „Billigans“ taufte die Presse diese eigenwillige Auslegung des Bestball-Spiels.



Immerhin ließ Clinton das Grün am Weißen Haus neu anlegen, von Robert Trent Jones Jr. übrigens, nahe der Hoover-Eiche, rund 180 Quadratmeter groß. „Das passt: Das Weiße Haus ist ein Haus des Volkes und Golf ein Sport für alle Menschen,“ sagte der Architekt dazu.

Ihr Putt, Mr. President Obama!


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