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Mizuno Eisen und Hybride im Golf Post Test – Mut zur Mischung

Zum Saisonfinale setzt Mizuno mit neuen Eisen und Hybriden ein deftiges Ausrufezeichen. Golf Post Redakteur Johannes Gärtner hat die Schönheiten bereits getestet.

11. Okt 2017
Die Mizuno MP-18 Eisen und das CLK Hybrid im großen Golf Post Test. (Foto: Golf Post)


Die MP-18 Eisen von Mizuno wurden so entwickelt, dass die Idee einen Eisensatz mit mehreren Eisen zu mischen, ermöglicht wird. Dadurch können Spieler Blades in den kurzen Eisen spielen und bei den längeren Eisen auf mehr Unterstützung durch die Eisen mit Cavity Back zurückgreifen.

Mizuno Eisen mischen - funktioniert das?

Die Lofts und Lie-Winkel der unterschiedlichen Modelle wurden so gewählt, dass ein reibungsloses Mischen der Schläger ermöglicht wird. Mizuno hat vier verschiedene Eisen im diesjährigen Launch veröffentlicht. Ein Blade, das den Namen MP-18 trägt, ist das Aushängeschild der diesjährigen Schläger. Viele Jahre mussten Fans der japanischen Schlägerschmiede auf neue Blades warten. Die Warterei wurde dann diesen Herbst beendet und in diesem Zuge wurden noch Wedges, Hybride und weitere Eisen präsentiert.

Zum Produkttest wurden uns ein Pitching Wedge und ein Eisen 9 der Blades, ein Eisen 8 und 7 der MP-18-SC-Eisen, ein Eisen 6 und 5 der MP-18-MMC-Eisen, ein Eisen 4 der MP-18-MMC-Fli-Hi-Eisen und ein CLK-Hybrid zur Verfügung gestellt. Nach einer ausgiebigen Range-Session und der Verwendung auf diversen Runden in ganz Deutschland steht unser Urteil fest:

Mizuno CLK-Hybrid

Das neue Hybrid der japanischen Firma wirkt auf den ersten Blick sehr sportlich. Ein schmaler und besonders schwerer Kopf zeichnen sich direkt ab. Die Krone des Schlägers, die man beim Ansprechen des Balles sieht, ist matt und dunkel gehalten. Somit wird man nicht von Sonnenstrahlen oder Sonstigem abgelenkt.

Mizuno-Hybrid-WertungEinen Minuspunkt muss die Schlagfläche des Hybrides hinnehmen. Nach nur wenigen Schlägen machten sich bereits Kratzer und Cuts bemerkbar, sodass diese nicht mehr ganz frisch aussieht. Im Vergleich zu den Eisen konnte das Hybrid in diesem Teilbereich nicht gut abschneiden.

Besonders positiv ist uns die hohe Flugkurve des Hybrides aufgefallen. Bei mittig getroffenen Bällen schraubten sie sich förmlich in die Luft und segelten gen Ziel. Dadurch gab es jedoch wenig Roll, was vom Tee zwar ärgerlich ist, sich aber beim Anspielen der Grüns als enorm hilfreich erwies. Ein kontrolliertes Platzieren der Bälle ist durch das geringe Ausrollen auf jeden Fall gewährleistet.

In Sachen Fehlertoleranz muss das CLK-Hybrid Abstriche machen, da nicht mittig getroffene Bälle deutlich flacher fliegen und starke Kurven annehmen. Die Fehltreffer machen sich jedoch deutlich bemerkbar, da der Schläger ein umfangreiches Feedback vermittelt. Selbst bei vollen Treffern klang das Hybrid leicht blechern und man erzeugte einen hohen klirrenden Sound.

Mizuno MP-18-MMC-Fli-Hi-Eisen

Ein Eisen, das besonders viel Unterstützung liefern soll, wurde mit dem MP-18-MMC-Fli-Hi-Eisen umgesetzt. Man erkennt direkt, dass das Eisen im Vergleich zu seinen "Geschwistern" um einiges dicker ist. Dies liegt daran, dass einfach mehr Material in dem Eisen verbaut wurde, wodurch der Ball schneller und höher starten soll. Diese Idee soll das Spielen mit den langen Eisen deutlich vereinfachen.

Mizuno-MMC-Fli-Hi-Eisen-WertungDie Theorie können wir auf jeden Fall bestätigen. Für ein Eisen 4 hatte das MMC-Fli-Hi-Eisen einen sehr hohen und konstanten Ballflug, was auch in wenig Ausrollen endete. Dadurch konnten wir ohne Probleme die Grüns aus längeren Distanzen anspielen.

Das Feedback in diesem Schläger ist eher dürftig. Die Dicke des Eisens macht sich auf jeden Fall bemerkbar, sodass man nicht direkt spüren kann, ob man einen Volltreffer oder einen mäßigen Schlag ausgeführt hat. Ein dumpfes weiches Geräusch im Treffmoment belohnt jedoch einen guten Schlag.

Von einem Utility-Eisen wünscht man sich auch, dass man einen Ball flach schlagen (punchen) kann, um ihn flach mit viel Roll auf die Reise zu schicken. Dies wird leider nicht unterstützt, weil dieser Schläger den Ball schnell und stark steigen lässt. Die Vielseitigkeit muss also für die hohen Schläge weichen.

Mizuno MP-18-MMC-Eisen

Das Multimaterial Eisen besteht aus dem für Mizuno Eisen üblichen Stahl und aus Tungsten und Titanium. In der Optik macht sich dies bemerkbar, da neben dem gewohnten Look noch eine schillernde Titanium-Platte und ein matt graues Tungsten-Inserat verarbeitet wurde. Die Einarbeitung der diversen Materialien in das klassische Design ist auf jeden Fall gelungen.

Mizuno-MMC-Eisen-WertungDurch das zusätzliche Gewicht des Tungstens musste der Schläger insgesamt dünner gemacht werden. Dies macht sich auch beim Spielen bemerkbar. Beim Ansprechen des Schlägers erkennt man kein Cavity Back und die Schlagfläche erscheint besonders dünn.

Die Schläge, die satt getroffen waren, fühlten sich besonders weich an und auch der Sound bestätigte das Gefühl. Man schnitt förmlich durch den Ball und das anschließende Divot. Ein einzigartiges Gefühl wurde vermittelt. Zum Ballflug der MMC-Eisen hätte ich mir noch ein wenig mehr Höhe gewünscht, weil selbst bei Volltreffern die Bälle nicht an die Höhe des MMC-Fli-Hi-Eisens rankommen.

Dies konnte aber durch viel Spin wettgemacht werden, sodass man auch bei diesen langen Eisen aggressiv auf die Fahnen gehen kann. Bei Treffern außerhalb der Mitte wird man jedoch sofort bestraft. Starke Hooks oder Slices sind oftmals die Folge gewesen. Allerdings hat man nicht sonderlich viel Länge einbüßen müssen.

Mizuno MP-18-SC-Eisen

Die Eisen 8 und 7 des Testschlägersatzes waren Eisen mit einem Split Cavity (SC). Beim Ansprechen des Balles erkennt man dieses kleine Cavity Back nicht, weswegen der Schläger eine sehr sportliche Optik besitzt.

Mizuno-SC-Eisen-WertungDiese sportliche Optik wird auch im Spiel bestätigt. Die Eisen lieferten uns viel Kontrolle durch hohen Ballflug und enorm viel Spin. Durch den großen Spin fliegen die Bälle jedoch nicht so weit, wie andere Eisen. Ob man nun etwas mehr Länge oder schnelles Stoppen auf den Grüns bevorzugt, muss jeder für sich entscheiden.

Eine Besonderheit der Eisen war, die einfache Möglichkeit Bälle zu shapen. Ohne Probleme kann man bei mittig getroffenen Bällen Draws oder Fades spielen. Das, was man mit dem Schlag vorhat, kommt auch raus. Da die Fehlerverzeihung gering ist, fallen diese beabsichtigten Kurven teilweise stärker aus. Auch bei diesen Eisen konnte ich einen unverwechselbaren Sound wahrnehmen.

Ein sehr weiches Gefühl beim Schlagen unterstützte dies zusätzlich. Auch die Interaktion mit dem Boden (Divots) war sehr angenehm, da die Schläger nach dem Treffmoment einfach durch den Boden glitten und lange und tiefe Divots hervorgerufen haben.

Mizuno MP-18-Blade

In der Optik sind die Blades, mit nichts zu überbieten. Ein Eisen aus einem einzigen Stück Stahl ohne Schnörkel, ohne Cavity Back und ohne Designelemente - ein Eisen in der ursprünglichsten Form. Aufgrund dieser Eigenschaften ähnelt das Eisen optisch den modernen Wedges, da dort auch kein Cavity Back oder sonstiges vorliegt. Auch von der Kontrolle und den Spieleigenschaften ähnelt das Blade den Kurzspielhelfern.

Mizuno-MP-18-Blades-WertungEin hoher Ballflug mit minimalen Kurven war das Resultat bei mittig getroffenen Schlägen. Außerdem lieferten die Eisen massig Kontrolle. Drei-Viertel-Schwünge waren ohne Probleme ausführbar und die Distanz konnte somit gut angepasst werden. Auch bei Schlägen aus den Semi-Roughs überzeugte das Blade.

Dass sich das Hosel mit Rasen umwickelt und ein Hook die Folge ist, konnte ich mit den MP-18-Blades nicht erkennen, da diese schnell durch den Rasen glitten und den Ball auf seine Reise beförderten. Die Fehlertoleranz bei diesen Eisen ist jedoch sehr gering.

Dünn getroffene Bälle fliegen zwar deutlich weiter, aber nehmen krasse Hooks und Slices dabei an, die man mit den Scoring Eisen auf keinen Fall gebrauchen kann.

Trifft man einen Schlag etwas dünn, bebt die Hand nach dem Treffer und man bekommt direkt das Feedback. Auch bei Treffern, die nicht mittig sind, spürt man direkt, dass da etwas nicht ganz gepasst hat. Auch hier erkannte man kaum Widerstand im Treffmoment. Der Ball, der Boden, das Divot - so war die fließende Reihenfolge bei einem sauberen Schlag - an welchem Punkt man sich gerade befindet, war schwer zu erkennen, da sich alles besonders weich angefühlt hat.

Das Urteil:

Im ersten Moment waren wir stutzig, dass man einen Eisensatz aus so vielen verschiedenen Eisentypen zusammensetzt. Klappt das mit den Lücken der Distanzen? Ähnelt sich das Schlaggefühl bei den vielen unterschiedlichen Eisen? Kann das überhaupt funktionieren? Nach dem Test sagen wir: "Ja!". Die Lücken zwischen zwei Schlägern waren nicht größer als normal.

Das Schlaggefühl war konstant angenehm und der Mut das Set zu mischen, hat sich bewährt. Im Gegenteil würden wir sogar einen gemischten Satz der MP-18 von Mizuno empfehlen, da man das Beste aus der jeweiligen Welt bekommt: Viel Kontrolle bei den Scoring Eisen und mehr Fehlerverzeihung bei den langen Eisen unterstützten den Spieler für die jeweilige Aufgabe. Das Hybrid rundet den Satz sehr gut ab und unterstützt aus den Semi-Roughs, vom Tee und dient sogar als Option für lange Schläge ins Grün.

Mizuno hat die Idee bestens umgesetzt, sodass jeder seine Lieblingszusammenstellung finden kann. Bei einem Fitting kann man für sich die optimale Mischung entdecken oder sich ganz gewöhnlich für einen Satz der neuen Mizunos entscheiden. Wir sind bereits überzeugt.


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Johannes Gärtner

Johannes Gärtner - Autor für Golf Post

Johannes studiert Betriebswirtschaftslehre an der Technischen Hochschule Mittelhessen und unterstützt Golf Post als leidenschaftlicher Golfer. Auf dem Platz mutiert er dank Handicap -4,3 zum Wettkämpfer und fällt nicht nur durch seine bunten Schläger auf.

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