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Mizuno JPX900-Serie: Neue Eisen von den Ästheten

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15. Aug 2016
Die neue JPX900-Serie von Mizuno umfasst drei verschiedene Eisenmodelle, um für jeden Spieler das richtige Gerät zu bieten. (Foto: Mizuno)
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Eine Weile hat es gedauert, doch nun ist es endlich so weit. Mizuno hat neue Eisen am Start und setzt wieder einmal optische und spielerische Highlights.

Die japanischen Schlägerexperten von Mizuno stehen pünktlich zum Saisonendspurt mit neuen Eisen parat und bringen neue Materialien ins Spiel. Der 1906 in Japan gegründete Equipmentspezialist setzt auch in der neuen JPX900-Serie weiterhin auf individuelles Fitting und verzichtet auf den Verkauf von der Stange. Die drei JPX900-Modelle sind demnach auf jeden Golfer individuell zugeschnitten und nach dem Fitting innerhalb von fünf Tagen spielbar. Optisch weicht Mizuno etwas von seinem bisherigen puristischen und dezenten Design ab und will damit neue Akzente setzen. Die neuen Schläger sind allesamt vom 3er Eisen bis zum Lob Wedge erhältlich, was bei Eisensätzen inzwischen zu einer Seltenheit geworden ist und als Pluspunkt zu werten ist. Die Schläger samt ihrer Performance wurden vom Golf Post Team gemeinsam mit Mizuno in München genauestens unter die Lupe genommen und getestet. Was dabei herausgekommen ist und was die neuen Schläger alles können erfahren Sie hier.


JPX900 Hot Metal – Alles neu mit Chromoly

JPX900_HotMetal_6Die Hot Metal Eisen der neuen 900er Serie kommen direkt mit einem vollkommen neuen Material in der Golfschlägerherstellung daher. Mizuno hat Chromoly-Stahl für die Schlägerköpfe verwendet, was eine hohe Flexibilität versprechen soll und normalerweise in der Herstellung von Fahrrad-Rahmen eingesetzt wird. Damit konnten die japanischen Schlägermacher die dünnste Schlagfläche aller bisherigen Mizuno-Eisen formen, was zu einer maximalen Ballgeschwindigkeit und Performancevorteilen führen soll. Die Hot Metal Eisen versprechen laut Hersteller eine Verstellbarkeit wie geschmiedete Eisen, ohne dass sie tatsächlich geschmiedet sind. Damit rückt Mizuno erstmals von seinem Credo ab, Eisen aus einem Stück Stahl zu schmieden. Dies erlaubt den Fittern genauere und mehrere Einstellungsmöglichkeiten beim Lie und Loft, sodass die neuen Eisen noch individueller auf die Spieler zugeschnitten werden können.

JPX900_Workshop_HotMetalDie breite Sohle der Hot Metal Eisen, die ausgeglichene Gewichtsverteilung zwischen heel und toe und der große Sweetspot sollen dieses Modell zu einem fehlerverzeienden Allzweck-Eisen machen, dass von Anfängern und hohen Handicappern gespielt werden kann. Im Golf Post Test hat es auch tatsächlich mit einem sehr guten Feedback überzeugt. Schläge, die nicht im Sweetspot getroffen wurden, vermittelten eine positivere Rückmeldung, als es bei den geschmiedeten Modellen der Fall war. Das „weichere“ Chromoly generierte gute Längen bei off-center-Treffern und konnte die Fehlerverzeihung unterstreichen. Optisch wurde ein ansprechendes Cavity Back verbaut, sodass Sound, Gefühl und Optik ein stimmiges Bild ergeben. Die Hot Metal Eisen lassen sich sehr angenehm spielen und bedürfen keiner extrem hohen Schlägerkopfgeschwindigkeit, was sie besonders für Anfänger und höhere Handicapper zum richtigen Schläger macht. Abschließend bleibt zu sagen, dass der Einsatz des neuen Materials zu einem verbesserten Sound und Gefühl geführt hat und die Hot Metal Eisen sehr gut ausbalanciert sind. Die Performance ist absolut zufriedenstellend und wird von der Mizuno-typischen ansprechenden Optik abgerundet.


Die neuen Mizuno JPX900 Eisen und T7 Wedges

JPX900 Forged – 2. Generation mit Boron

JPX900_Workshop_Forged_2Die Mizuno JPX900 Forged Eisen sind bereits die zweite Generation geschmiedeter Eisen, in denen die Japaner den Stahl mit Boron versetzt haben. Der Vorteil dieses recht seltenen Halbmetalls ist seine Verformbarkeit. So konnten die Ingenieure von Mizuno das Element verflüssigen und in den verwendeten Stahl integrieren und an den passenden Stellen im Schlägerkopf wieder verfestigen. Dies soll die optimale Gewichtsverteilung gewährleisten und „schlechter“ getroffene Schläge, abseits des Sweetspots, verzeihen. Zusätzlich dazu bietet das kleinere Cavity Back die Möglichkeit 21,5 Gramm auf die äußeren Kanten des Schlägerkopfes zu verteilen. Mizuno verspricht damit einen perfekt ausbalancierten Schläger, mit optimaler Performance.

JPX900_Forged_GolfPrideDiese Performance zeigte sich auch in der Praxis, wo der JPX900 Forged neben stabilem Ballflug und gutem Feedback vor allem durch seine hohe Fehlerverzeihung überzeugen konnte. Die Gewichtsverteilung hat den Sweetspot tatsächlich vergrößert, was allerdings zu einer Vernachlässigung der Flughöhe geführt hat. Im unteren Bereich des Schlägerkopfes fehlt es demnach an Gewicht und der Ball startet sehr flach, was besonders bei den kürzeren Eisen von Nachteil ist. Dies schmälert die Leistung des Forged-Modells jedoch nur marginal, da das Gesamtpaket an sich stimmig ist und das Spielgefühl überzeugt.

JPX900 Tour – Weg vom klassischen Blade-Design

JPX900_Tour_6Die JPX900 Tour Eisen der neuen Serie sind für die spielstärksten Golfer gemacht und weisen dementsprechend die Performance eines Blades auf. Anders als bei den typischen Mizuno-Blades ist jedoch das Design. Wo die MP-Blades der Japaner kein Cavity Back aufweisen und in klassisch glänzendem Stahl gehalten sind, kommt das Tour-Modell der JPX900er Serie mit einem angedeuteten kleinen Cavity Back und in etwas matterer Optik daher. Dies hat natürlich auch technische Gründe und macht das für spielstarke Golfer konzipierte Eisen auch für ambitionierte Spieler mit noch etwas höheren Handicaps zu einer Alternative. Erneute Gewichtsoptimierungen für verbesserte Schläge die nicht im Sweetspot getroffen wurden ziehen sich durch die gesamte Serie und sind auch im Tour-Modell zu finden.

Dies spiegelt sich auch im Praxistest wieder, wo die JPX900 Tour Eisen trotz schwieriger Spielbarkeit gute Performance offenbart haben. Die Probleme mit dem niedrigen Abflugwinkel konnten hier nicht beobachtet werden und die Treffer abseits des Sweetspots trieben unserem Tester keine Schmerzen in die Glieder, wie es bei den MP-Blades schnell einmal der Fall sein kann. Ebenso ist das Schlaggefühl wesentlich weicher als bei herkömmlichen Blades und orientiert sich damit an dem Trend, weichere Schlagflächen für mehr Gefühl auf die Blades zu bauen, was schon bei den Ping iBlades zu beobachten war.

JPX900_Family_aufStange_IIIm Großen und Ganzen bleibt der Eindruck, dass Mizuno etwas von seiner stark auf fortgeschrittene Spieler ausgerichteten Strategie abweicht und seine neuen Eisen spielerisch vereinfacht hat. Damit öffnet sich Mizuno vielen Golfbegeisterten und liefert drei Eisen-Modelle, bei denen ein jeder Spieler heimisch werden kann. Optisch kommt die neue JPX900-Serie leider nicht ganz an das puristische Design vergangener Schläger heran, was allerdings nicht für jeden Golfer gelten muss.

 

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Robin Bulitz

Robin Bulitz - Redakteur bei Golf Post

Robin ist im Alter von 22 Jahren aktiv zum Golfsport gekommen und seitdem Feuer und Flamme. Durch seine sportlichen Erfahrungen im Handball und Tennis konnte er sich schnell mit der kleinen, weißen Kugel arrangieren und kratzt inzwischen am Single-Handicap. Ab Februar 2016 zunächst als Werkstudent, mischt Robin seit August im Tagesgeschäft mit und testet besonders das umfangreiche Equipment auf Herz und Nieren.

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