Aktuell. Unabhängig. Nah.

McIlroy und Co. machen US Open zur Bewährungsprobe für den Verband

Zeitersparnis in Atzenbrugg, pikanter Versprecher im TV, dazu ein findiger Hund und eine ehrliche junge Golferin. Die Back Nine.

Die US Open 2018 verspricht ein wahres Golffest zu werden. (Foto: instagram.com/usopengolf/)
Die US Open 2018 verspricht ein wahres Golffest zu werden. (Foto: instagram.com/usopengolf/)

Es war einmal…: die US Open in ihrem ursprüngliche Charakter, mit Fairways, schmal wie ein Nadelöhr; mit Rough wie Drahtwolle, mit Grüns wie Tanzdielen. Der amerikanische Golfverband USGA steht bei dieser 118. Auflage seiner offenen Meisterschaft mächtig unter Druck, sind die Mannen um Direktor Mike Davis doch ein wenig vom Kurs abgekommen. Das behaupten jedenfalls viele, die um den einzigartigen Charakter und damit die Identität der US Open fürchten, seit die USGA solche Kurse wie Chambers Bay (2015) oder Erin Hills (2017) ins Spiel gebracht hat. „Gebt mir meine US Open wieder“, lamentierte allen voran Jack Nicklaus angesichts der weit offenen Fairways von Erin Hills, die zudem nicht mal austrockneten, weil der erwartete Wind ausblieb. So gewann Brooks Koepka das Championat mit 16 unter Par, einem Score, der den Gralshütern des Majors eher Albträume beschert.

Ausgerechnet Shinnecock Hills soll es jetzt richten. Die letzte Ausgabe der US Open 2004 auf dem ikonischen Kurs an der amerikanischen Ostküste gilt als Wendepunkt der USGA-Philosophie, damals hatte man das Set-up derart verschärft, dass einige Löcher nahezu unspielbar wurden, die Kritik der Spieler und der Medien ließ den Verband in den Folgejahren deutlich milder werden. „Ich erwarte für dieses Jahr wieder eine angemessene US Open und hoffe, dass der Platz fair, aber grimmig und bestrafend ist“, sagte Analyst David Duval in einer Diskussionsrunde des TV-Senders „Golf Channel“. „Sie sind vom Konzept abgekommen, den Spieler mit allen Schlägern und allen Schlägen zu testen und haben ihn mit unpräzisen Abschlägen davon kommen lassen“, pflichtete Brandel Chamblee unter Anspielung auf den neuerdings gängigen Drive-and-Pitch-Modus bei. Justin Leonard schließlich vermisst die Strategie vom Tee: „Man schlägt einfach ab, so hart und so weit wie möglich, und guckt dann, was man mit dem Wedge in Richtung Fahne draus machen kann.“

Genau um das zu vermeiden, wurden im vergangenen Herbst die Fairways von Shinnecock Hills drastisch verengt. Auch Rory McIlroy macht die anstehende Woche zur Bewährungsprobe für die USGA. „Sie halten uns vielleicht für besser als wir sind. Statt aus dem Set-up solch eine Wissenschaft zu machen, sollten sie nicht über vergangene Resultate nachdenken, sondern den Platz so gut herrichten wie sie können und uns einfach spielen lassen.“ Ohnehin freut sich der Nordire auf die kommenden, zumeist wieder traditionellen US-Open-Plätze: „Da muss man nicht allzu viel herumdoktern, um sie reif für eine US Open zu machen.“

„Genau auf den Turm!“

Präzision: „Genau auf den Turm zielen“ sagt der Caddie in diesem Schnappschuss vom Shot Clock Masters, und sein Spieler gehorcht aufs Wort – und scheinbar auf den Millimeter…



Ein Beitrag geteilt von European Tour (@europeantour) am

Shot Clock bringt bis zu 50 Minuten

An der Uhr gedreht: Beim Shot Clock Masters in Atzenbrugg/Österreich ging es darum, innerhalb einer bestimmten Zeit seinen Schlag auszuführen – je nach Spielreihenfolge binnen 50 oder 40 Sekunden. Was eh im Handbuch für die Spieler sowohl auf der  European als auch auf der PGA Tour als Richtlinie vermerkt ist, hat in der Praxis zu deutlich reduzierten Rundenzeiten geführt. Ryan Ballengee vom Blog „Golf News Net“ hat ausgerechnet, dass der „Dreier“ mit Miguel Ángel Jiménez beispielsweise am Donnerstag 50 Minuten weniger für die 18 Loch gebraucht hat als ein durchschnittlicher Flight beim selben Turnier 2017. Generell, so Ballengee, seien die Runden im Schnitt 30 bis 40 Minuten kürzer ausgefallen als vergangenes Jahr.

TV-Golflady Sonders mit sprachlichem Patzer

Lapsus: Holly Sonders ist das Gesicht der Golfberichterstattung beim Fernsehsender Fox. Die Brünette spielt mehr als nur gut Golf und versteht es, sich auch sonst äußerlich in Szene zu setzen – wem‘s gefällt. Bei einer der jüngsten Sendungen zur US Open diese Woche in Shinnecock Hills freilich leistete sich ausgerechnet TV-Beauty Sonders einen kapitalen Versprecher, als sie im Zusammenhang mit den nationalen Qualifikationsturnier von „sexual qualifying“ statt „sectional qualifying“ sprach. Ihre Replik auf den einen oder anderen Tweet über ihren Patzer fiel allerdings gelassen aus: „Das ist halt live TV. Es war eine lange Woche!“



Davos sammelt Bälle für notleidende Artgenossen

Vierbeiniger Wohltäter: Gestatten, Davos! Der Berner Sennenhund lebt mit seinem Herrchen Al Cooper in Minnesota. Und weil Davos so verspielt ist, hat der begeisterte Golfer Cooper ihm beigebracht, verirrte Golfbälle zu finden. So sammelt Davos nun seit Jahren auf dem Gelände des Cedar Creek Golf Course in Albertville „lost balls“. 2.400 sind mittlerweile zusammen gekommen, worauf Al und Davos beschlossen, die Bälle waschen zu lassen und zugunsten einer Tierschutz-Gesellschaft zu verkaufen. 600 Dollar kamen dabei raus, und Al Cooper sagt: „Wenn du das Glück hast, so einen tollen Hund wie Davos zu haben, dann hast du es geschafft in dieser Welt.“

Highschool-Golferin als Vorbild für Ehrlichkeit

Spirit of the Game: Die Highschool-Golferin Kate Wynja aus South Dakota hat bemerkenswerten Sportsgeist gezeigt, als sie während eines Meisterschaftsturniers versehentlich einen falschen Score für das 18. Loch ihrer Runde angab, die Karte unterzeichnete, anschließend den Fehler bemerkte und meldete, woraufhin sie disqualifiziert und ihr Team damit aus dem Titelrennen geworfen wurde. Als Trost gab‘s Lob von allen Seiten für diese faire, ehrliche Geste. Selbst „Golden Bear“ Jack Nicklaus zollte der vorbildlichen Integrität von Kate Wynja per Twitter Respekt:





Golfer stirbt an Klapperschlangen-Biss

Tödliches Rough: Noch eine Nachricht aus South Dakota, diesmal allerdings eine tragische aus der Sparte „Begegnungen mit der heimischen Tierwelt“. Der 70-jährige Lawrence Walters aus Illinois wurde im Elkhorn Ridge Golf Club von Black Hills von einer Klapperschlange in den Knöchel gebissen, als er im hohen Gras nach seinem Ball suchte, und verstarb auf dem Weg ins Krankenhaus. Auf dem Gelände des Clubs warnen generell Schilder an den Stellen, wo häufig Prärie-Klapperschlangen anzutreffen sind, das Gift der regionalen Spezies gilt laut Aussage eines Mediziners eigentlich nicht als sofort tödlich.

Rekord-US-Sieg im Curtis Cup

Debakel: Die aktuelle amerikanische Dominanz in den Mannschaftswettbewerben ist erdrückend. Beim Curtis Cup, dem „Ryder Cup“ für Amateur-Spielerinnen, schlugen die USA das Team aus Großbritannien und Irland im Quaker Ridge Golf Club/New York vernichtend mit 17:3. Es ist die höchste Niederlage in der seit 1932 währenden Geschichte des Curtis Cup. 29 US-Siegen stehen lediglich acht Niederlagen und drei Unentschieden gegenüber.

Durchspielen verboten!

Das Letzte: Auf einem Golfplatz in Edmond/Oklahoma wurde ein Mann verprügelt, der als Einzelspieler einen Viererflight bat, durchspielen zu dürfen, was ihm verwehrt wurde. Im Lauf des folgenden Wortgefechts attackierten zwei Mitglieder des Flights (67 und 72 Jahre alt) den 55-Jährigen, schlugen mit ihren Puttern auf ihn ein und trafen ihn auch mehrfach am Kopf, so dass er mit zehn Stichen genäht werden musste.

Und dann war da noch dieser Golfer, der von einem Ball am Rücken getroffen wurde, weil mal wieder niemand „Fore“ gerufen hat:

Mit Turkish Airlines in der Business Class nach Dubai

Zusammen mit unserem Partner Turkish Airlines verlosen wir einen unvergesslichen Trip für zwei Personen in der Business Class nach Dubai.

Noch keine Kommentare Geben Sie jetzt Ihre Meinung zu diesem Thema ab